Demografie

Im Limmattal herrscht ein Männerüberschuss

Der deutliche Männerüberschuss im Limmattal

Der deutliche Männerüberschuss im Limmattal

Die neusten Zahlen zeigen: Das Limmattal ist ein Paradies für Frauen, denn in sieben von zwölf Gemeinden leben mehr Männer.

Bei der Damenwahl in Aesch, Dietikon, Geroldswil, Oetwil, Schlieren, Unterengstringen und Weiningen würden einige enttäuschte Männer am Rand der Tanzfläche sitzen bleiben. In diesen sieben Gemeinden herrscht Männerüberschuss.

Kaum ist das alte Jahr vorbei, beginnen die Gemeindeverwaltungen zu zählen. Nicht nur das Geld, sondern auch ihre Bürger. Ein Blick auf die Ergebnisse der kantonalen Bevölkerungserhebung des Statistischen Amtes des Kantons Zürich zeigt: Im Limmattal herrscht Männerüberschuss. Und das, obwohl der Kanton Zürich ein «Frauenkanton» ist.

Von den rund 1,39 Millionen Zürchern sind 702000 weiblich und 688000 männlich; in Prozenten steht es 50,5 zu 49,5. Splittet man die Altersgruppen auf, zeigt sich aber, dass die Männer in den Altersgruppen bis 55 Jahre – mit Ausnahme der 24 bis 29-Jährigen – in der Überzahl sind. Die Mehrheit stellen die Frauen erst ab 56 Jahren. Das Geschlechterverhältnis, das beziffert, wie viele Frauen im Schnitt auf einen Mann kommen, liegt bei den 0- bis 19-Jährigen bei 0,95, bei den über 79-Jährigen bei 1,8.

Ältere Menschen eher in der Stadt

Ältere Menschen sind eher weiblich, das liegt in der Natur des Menschen. Frauen haben erstens eine höhere Lebenserwartung, zweitens neigen Männer eher zu Risikoverhalten und werden deshalb weniger alt. Dass im Limmattal und insbesondere in Dietikon und Schlieren mehr Männer als Frauen leben, ist daher eher ungewöhnlich. Ältere Menschen leben im Normalfall lieber in der Stadt, weil dort die wichtigsten Angebote wie Einkaufsmöglichkeiten und medizinische Versorgung nahe liegen.

Dieser Männerüberschuss ist auch Hans-Peter Bucher vom Statistischen Amt aufgefallen. Die «Ausnahme von der Regel» erklärt sich Bucher so: «Das Limmattal hat eine eher junge Altersstruktur und einen hohen Ausländeranteil.»

Dadurch sei der Anteil der älteren Schweizerinnen und Schweizer hier etwas niedriger und dafür der Anteil junger ausländischer Männer höher als im kantonalen Vergleich. «Dazu kommt, dass industriell geprägte Regionen generell eher männlich sind», so Bucher. Das war insbesondere in den 60er- und 70er-Jahren der Fall, gilt aber auch heute noch.

Die jüngeren Zuwanderer

Als Beispiel, wie sich die Geschlechterverteilung verändert, nennt Bucher die Stadt Zürich: «In den Neunzigerjahren war die Stadt Zürich die älteste Region im Kanton mit einem entsprechenden Frauenüberschuss, derzeit entwickelt sie sich zur jüngsten Region.» Der Grund: Ältere Menschen, die bisher überproportional vertreten waren, sterben und werden durch eher jüngere Zuwanderer ersetzt.

Der Frauenanteil ist in den letzten Jahren denn auch markant gesunken, von etwa 53 auf heute noch 50,6 Prozent. «Gemäss Prognosenmodell wird sich das Geschlechterverhältnis in der Stadt Zürich etwa bei diesem Wert einpendeln», sagt Bucher.

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