Schlieren
Im ersten Gang geschmäht, im zweiten doch gewählt

Sasa Stajic verteidigt zweiten FDP-Sitz in der Schlieremer Bürgerrechtskommission.

Jürg KRebs
Merken
Drucken
Teilen

Limmattaler Zeitung

Sasa Stajic hat es geschafft – die Schlieremer wählten ihn gestern im zweiten Durchgang der Ersatzwahl in die Bürgerrechtskommission. Damit konnte auch die FDP ihren vakanten Sitz verteidigen. Der CVP war dies mit Gabrièle Estermann-Matt bereits im ersten Wahlgang vom 13.Februar gelungen.

An Kandidaten festgehalten

FDP-Kandidat Stajic erreichte am Wochenende 539 Stimmen, seine Mitbewerberinnen Silvia Coque-Mathis (QV) und Béatrice Bürgin (SP) erhielten 412 Stimmen respektive deren 364. Die Stimmbeteiligung lag bei nicht einmal 22 Prozent.

Der 37-jährige Sasa Stajic war im ersten Wahlgang noch auf dem letzten Platz gelandet. Als Grund vermutete Stajic selbst, wie auch FDP-Ortsparteipräsidentin Barbara Angelsberger dessen Herkunft. Die FDP entschloss sich daraufhin aber, an ihrem Kandidaten festzuhalten. «Es kann doch nicht sein, dass wir fordern, jemand müsse sich integrieren, und wenn er das dann getan hat, schliessen wir ihn aus», hatte Angelsberger vor vier Wochen erklärt.

Gesten sprach Barbara Angelsberger von einem «klaren Fall» und meint damit, dass die bürgerlichen Parteien hinter dem FDP-Mann und Geschäftsführer gestanden haben. Das war im ersten Durchgang bei Weitem nicht der Fall gewesen. Angelsberger ist auch froh, dass sich das Risiko ausbezahlt hat, erneut auf Stajic zu setzen. Es drohte nämlich ein Sitzverlust. Den Meinungsumschwung hätten die persönlichen Präsentationen von Stajic bei den einzelnen Parteien herbeigeführt. Zudem habe das schlechte Ergebnis vom Februar die eigene Partei mobilisiert.

«Stolz, überrascht, dankbar»

Stajic zeigte sich gestern «stolz, überrascht und dankbar», dass seine Wahl in die Bürgerrechtskommission geklappt hat. Auch er glaubt, dass Wählerinnen und Wähler ihre Haltung geändert haben, nachdem sie die Möglichkeit erhalten haben, ihn kennen zu lernen. Geholfen habe auch, dass die FDP an ihm festgehalten habe. Das sei ein positives Signal an die Wählerschaft gewesen.

Als Verliererin geht Béatrice Bürgin aus der gestrigen Wahl hervor. Im ersten Durchgang hatte sie noch überdeutlich in Führung gelegen, nun ist sie gar hinter Silvia Coque vom Quartierverein und damit auf den letzten Platz zurückgefallen. Bürgin erklärt sich den Umschwung mit dem Zusammenhalten von FDP, SVP und CVP. Einen äusseren Anlass, etwa eine Bürgerrechtsdebatte, die auf die Wahl hätte einwirken können, konnte sie gestern nicht ausmachen.

Parteienzusammensetzung bleibt

Damit setzt sich die Schlieremer Bürgerrechtskommission aus folgenden Mitgliedern zusammen: Den Vorsitz hat Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin (SP) inne; Mitglieder sind: Trudy Schönbächler (CVP), Jürg Brem (SP), Peter Britschgi (FDP), Pierre Dalcher (SVP), Gabrièle Estermann (CVP), Jeannette Stähelin (CVP), Daniel Tännler (SVP) sowie Sasa Stajic (FDP). Kommentar rechts