Das traditionelle Höhenfeuer war zwar abgesagt, doch die Stimmung an der Bundesfeier bei der Aescher Waldhütte war am Mittwochabend trotzdem idyllisch. Im Abendrot und mit Wetterleuchen hinter dem Uetliberg feierte man bei Bewirtung durch den Knabenverein den 1. August. Trotz des Feuerverbots fand der Lampionumzug statt – mit echten Kerzen in den Lampions.

 Die Festrede hielt der Dietiker Kantonsrat und Ex-Gemeinderat Martin Romer (BDP). Das Leitmotiv seiner Ansprache war klar, als er sagte: „Aesch lebt und es geht etwas!“ Seit Beginn des Jahres 2016 seien 250 Personen in die Gemeinde zugezogen und es fänden viele Anlässe statt. „Mehr über Aesch erzählen und so quasi Wasser in die Limmat tragen, will ich aber nicht.“

Er sprach über den Gründungsmythos, der die Schweiz bis heute eine, vom „gepflegten Tyrannenmord“ von Tell an Gessler und Action-Film-ähnlichen Szenen beim Sprung auf die Tellsplatte. Zweitrangig sei, ob es die Figur Tell überhaupt gegeben hat.

 Er erinnerte daran, dass der 1. August erst 1994 per Volksinitiative zum nationalen arbeitsfreien Feiertag geworden war. Mit 83,3 Prozent Ja-Stimmen, wie Romer anmerkte. „Das ist ein gutes Beispiel für unser System der direkten Demokratie, wo der Souverän, also das Volk entscheidet.“ Er, der die langsamen Politischen Prozesse als Kantonsrat und ehemaliger Dietiker Gemeinderat kennt, sagte: „Unsere Politik ist im internationalen Vergleich von einer atemberaubenden Langweiligkeit geprägt.“ Bundesräte seien weniger regierende Minister, als Chefbeamte von Parlaments- respektive Volkes Gnaden. Das strahle zwar kaum Glamour aus. „Aber wenn ich sehe, wie solid und zuverlässig unser Politsystem ist, lässt mich dies persönlich wirklich gut schlafen“, sagte Romer.

Er schloss mit einer Anekdote. Der Kantonsrat zitierte Bestimmungen des Schweizerischen Bäcker- und Konditoren-Meisterverbands. Für die Herstellung der 1. August-Weggen  dürfe kein anderes Fett als reine Butter verwendet werden. „In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine schöne Geburtstagsfeier unserer Eidgenossenschaft und allseits <En Guete>“, sagte Romer.

Schon im Dunkel der Nacht kam dann die Harmonie Birmensdorf von der 1. August-Feier ihrer namensgebenden Gemeinde. Sie spielte unter anderem den Schweizerpsalm – und zwar gleich drei Strophen.