Einkaufstourismus

Hunderte Päckchen warten auf Abnehmer: Deutsche Paketstationen erwarten für Montag einen Ansturm

Die Pakete stapeln sich in den Lagerhallen der deutschen Paketstationen. (Archivbild)

Die Pakete stapeln sich in den Lagerhallen der deutschen Paketstationen. (Archivbild)

Die Betreiber deutscher Paketstationen leben von den Schweizer Kunden. Mit den angestrebten Grenzöffnungen beginnt auch ihre Arbeit wieder. Im grenznahen Jestetten warten so Hunderte von Päckchen auf ihre Abnehmer aus der Schweiz.

Der Lockdown traf die Paketstationen im grenznahen Raum hart. Die Betreiber leben von den Schweizer Kunden, die sich im Ausland bestellte Pakete an die Grenze liefern lassen und dann selber in die Schweiz einführen. Während fast drei ­Monaten mussten die Paketstationen auf ihre Kundschaft verzichten, weil die Grenzen geschlossen waren.

Am Montag öffnet die deutsch-schweizerische Grenze offiziell wieder für jeden Waren- und Personenverkehr, und damit beginnt auch die Arbeit in den Paketstationen wieder. «Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren», sagt Norbert Mössmer, der seit Jahren ein Lager in Jestetten betreibt. Zur Zeit warten bei ihm etwa dreimal mehr Päckchen als sonst auf ihre Abnehmer. Er musste extra zusätzlichen Lagerraum dafür organisieren.

Mössmer rechnet für Montag mit einem Grossandrang. «Als absehbar war, dass die Grenze bald wieder öffnet, stieg die Zahl der eintreffenden Pakete wieder drastisch an», sagt er. Die Leute hätten ihre virtuellen Warenkörbe während des Lockdowns wohl prall gefüllt und als das Datum der Grenzöffnung feststand, die Bestellungen abgeschickt. Für den Montag hat Mössmer deshalb zusätzliches Personal organisiert.

Strenge Abstands- und Einlassregeln

Er bittet seine Kunden darum, wenn sie mehrere Pakete abholen kommen wollen, sich im Voraus anzumelden. Denn noch immer gelten in Deutschland in den Geschäften strenge Abstands- und Einlassregeln. Ausserdem ist das Tragen einer Maske vorgeschrieben.

Nicht nur bei Mössmer stapeln sich zur Zeit die Pakete bis unter die Decke. Bei Anbieter Swiss Paket hatte niemand Zeit, dieser Zeitung Auskunft zu geben, da man im Moment in Arbeit versinke. Der Paketservice Jestetten schreibt auf seiner Internetseite, dass momentan keine Neukunden mehr aufgenommen werden können. Bestehende Kunden werden gebeten, bis zum 20.Juni keine Bestellungen mehr zu machen und ihre Pakete so bald wie möglich abzuholen.

Drei Monate ohne ­Einkommen

Der Lockdown hat die Paketstationen hart getroffen, sagt Mössmer. «Drei Monate ohne Einkommen sind nicht einfach, zu stemmen.» Dank einer Hilfe vom Staat für Selbstständigerwerbende und eigenen Ersparnissen sei er über die Runden gekommen. «Anderen Anbietern erging es weniger gut, und sie konnten ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen», sagt er.

Für mehrere Wochen hatte Mössmer sein Geschäft ganz geschlossen. Als dann die Grenzschliessung gelockert wurde, öffnete er wieder, wenn auch mit reduzierten Öffnungszeiten. «Erste Kunden tauchten dann wieder auf», erinnert er sich. Einige wurden aber vom Schweizer Zoll an der Grenze abgefangen und mussten ihre Pakete wieder zurückbringen. Zudem wurde eine Busse von 100 Franken fällig, denn das Einführen von Waren in die Schweiz war für Private noch immer nicht erlaubt. Einigen sei es dennoch ­gelungen, ihre Pakete in die Schweiz zu bringen.

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