Geroldswil
Hochzeitsplanerin Nicole Hugentobler: «Frühe Planung macht die Hochzeit nicht besser»

Nicole Hugentobler aus Geroldswil organisiert seit sechs Jahren Hochzeiten. Die Skepsis der Schweizer macht ihrem Berufsstand zu schaffen.

Sibylle Egloff
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Ab Mai beginnt wieder die Hochzeits-Hochsaison. (Symbolbild)

Ab Mai beginnt wieder die Hochzeits-Hochsaison. (Symbolbild)

Keystone

Immer mehr Paare überlassen am schönsten Tag im Leben nichts dem Zufall und engagieren einen Hochzeitsplaner, der ihre Feier von A bis Z organisiert. Nicole Hugentobler aus Geroldswil hat sich dieser Aufgabe verschrieben. Seit sechs Jahren plant die selbstständige Werbeartikelfachfrau nebenberuflich Hochzeiten. «Wenn ich es professionell machen würde, würde es zur Routine werden», sagt die 40-Jährige. Genau das sei falsch. «Hochzeiten sind Herzensangelegenheiten.» 2012 liess sie sich an der Schule für Events und Kommunikation in Zürich zur Wedding-Plannerin ausbilden.

Nicole Hugentobler.

Nicole Hugentobler.

zvg

Seither hat sie unter dem Namen Traumfest schon acht Hochzeiten, einen Heiratsantrag und diverse Feste koordiniert. «Als ich 2012 angefangen hatte, boomte die Ausbildung. Nun ist der Rummel etwas verflogen.» Einfach hätten es Wedding-Planner in der Schweiz nicht. «Schweizer sind vielfach skeptisch.» Wenn es um Persönliches gehe, wolle man lieber selber organisieren. «Dass ein Hochzeitsplaner dem Brautpaar Arbeit abnimmt, damit es seinen schönsten Tag geniessen kann, sehen viele nicht.» Die Planung auf die Trauzeugen abzuschieben, funktioniere nicht immer. «Was, wenn sie keine Zeit und kein Organisationstalent haben?» Es seien schon einige Paare nach dem grossen Tag zu ihr gekommen und hätten ihr gesagt, dass sie es bereuten, keinen Hochzeitsplaner engagiert zu haben. «Viele wissen nicht, was auf sie zukommt.»

Zehn Prozent des Budgets

Kunden haben verschiedene Möglichkeiten, auf die Hilfe der Wedding-Plannerin zu setzen. «Es gibt Paare, deren Hochzeitsplanung ich von A bis Z übernehme. Dazu gehört das Verfassen der Einladungen, die Suche nach dem Trauort, die Hochzeitskleidanprobe oder das Erstellen eines Drehbuchs für den Tag der Trauung.» Einige Paare würden nur am Hochzeitstag auf sie setzen. Andere benötigten nur ein paar Tipps bei der Planung. Wer das ganze Paket wünscht, muss mit Kosten von rund 3000 Franken rechnen. «Das macht etwa zehn Prozent eines Hochzeitsbudgets aus, wenn man bedenkt, dass eine Durchschnittshochzeit mit 60 bis 80 Gästen etwa 20'000 bis 35'000 Franken kostet.»

Hugentobler empfiehlt, sechs bis neun Monate vor der Trauung einen Hochzeitsplaner zu kontaktieren. «Je nachdem, welche Location man wünscht, sollte man sich darum bereits ein Jahr vor dem Termin kümmern.» Sie warnt aber: «Alles andere sollte man auf keinen Fall ein Jahr vorher organisieren.» Ein Save-the-Date reiche meist aus, um sich langsam ohne Stress an den Rest der Planung zu machen. Wenn es noch lange bis zur Hochzeit gehe, neigten Paare zur Überorganisation. «Sie setzen sich unter Druck und sind nur noch froh, wenn es vorbei ist.» Und sowieso: «Frühe Planung macht die Hochzeit nicht besser.»

Bisher plante Hugentobler ausschliesslich Feste von Limmattalern. Beliebte Locations in der Region seien etwa der Bruno-Weber-Park in Dietikon oder generell Wiesen im Freien. Einige Paare ziehe es aber auch weiter weg. «Ich habe Hochzeiten im Schloss Laufen am Rheinfall oder auf Schlössern in der Zentralschweiz geplant.» Allen Hochzeiten gemeinsam sei, dass sich das Brautpaar einen perfekten Tag wünsche, der für alle stimme. Hugentoblers Einwand: «Ich präzisiere dann und sage, es muss allein für das Brautpaar passen.»