Wahlen 2018 Dietikon

Heinz Illi: «Der Stadtrat muss zu den Menschen»

Für Heinz Illi muss ein Stadtpräsident als Vermittler agieren und viel mit den Bewohner von Dietikon reden.

Heinz Illi (EVP) will Stadtpräsident werden und die Bewohner wieder mehr miteinbeziehen. Der amtierende Sicherheits- und Gesundheitsvorstand möchte den abtretenden Otto Müller (FDP) beerben.

Seit zwölf Jahren sitzt Heinz Illi (EVP) im Dietiker Stadtrat. Nun will der amtierende Sicherheits- und Gesundheitsvorstand am 4. März Nachfolger des abtretenden Stadtpräsidenten Otto Müller (FDP) werden.

Heinz Illi, was macht Sie sicher, dass Sie am 4. März zum neuen Dietiker Stadtpräsidenten gewählt werden?

Heinz Illi: Sicher kann man sich nie sein. Am Schluss entscheiden die Stimmbürger. Ich bin nun seit zwölf Jahren im Stadtrat. Die Leute kennen mich. Ich bin einer, der umgänglich ist. Im Stadtpräsidium braucht es jemanden, der die Leute wieder zusammenführt, auch die Parteien. Darum könnte ich der Richtige sein für dieses Amt.

Hat das in den letzten Jahren gefehlt?

Ja, ich denke schon. Die Limmattalbahn, die Schulhaussituation im Limmatfeld oder die Entwicklung des Niderfelds waren grosse Projekte, die uns beschäftigt haben und uns weiter beschäftigen werden. Wir müssen wieder enger zusammenrücken. Der Stadtrat näher zum Gemeinderat und der Gemeinderat näher zum Stadtrat. Wir müssen uns wieder besser austauschen. Zudem müssen wir die Leute abholen, mehr mit ihnen sprechen, sie frühzeitig über Projekte informieren und ihnen erklären, in welche Richtung der Stadtrat gehen will. Nicht, dass nochmals so etwas wie beim gescheiterten Mietschulhaus im Limmatfeld geschieht.

Stichwort Limmattalbahn: Voraussichtlich Ende Jahr werden wir über die Initiative «Stoppt die Limmattalbahn – ab Schlieren» abstimmen. Der Stadtrat steht hinter dem Projekt. Es gibt aber viele Leute, die der Meinung sind, eine solche Bahn brauche es nicht. Wie würden Sie als Stadtpräsident versuchen, die Stimmbürger vom Projekt zu überzeugen?

Gerade für dieses Projekt wäre ich der richtige Stadtpräsident. Seit nun 40 Jahren bin ich im öffentlichen Verkehr zu Hause und habe etwa das Tram Schwamendingen begleitet. Ich kenne die Argumente. Niemand will ein neues Tram. Und wenn die Leute ein neues öffentliches Verkehrsmittel haben, wollen sie es nicht mehr hergeben. Wichtig ist es nun, mit den Gegnern zusammenzusitzen und nach Lösungen zu suchen.

Was wäre für Sie ein konkreter Lösungsansatz?

Aus Erfahrung weiss ich, dass es kein bequemeres Verkehrsmittel gibt als ein neues Tram. Das Busssystem mag heute und morgen noch genügen. Wir müssen aber nach vorne schauen und an die nächste Generation denken. Wir müssen für die Zukunft gerüstet sein. Für die bis 2030 prognostizierte Bevölkerungsentwicklung und den damit verbundenen Mehrverkehr sind wir nur mit einem Tram gerüstet.

Diese Entwicklung geht vielen zu schnell. Die Leute würden gerne einen Stopp einlegen. Geht das?

Alle empfinden Entwicklung immer als schnell. Aber sie ist nun mal da. Es gibt zahlreiche Eigentümer, die ihre Grundstücke weiterentwickeln wollen. Da können wir als Stadt nicht einfach sagen, ihr dürft das nicht. Auch hier gilt, dass wir die Entwicklung gemeinsam gestalten. Wir müssen den Leuten erklären, um was es geht und was das für Dietikon bedeutet. Das kommt oft zu kurz. Wir müssen deshalb auch die Einwohner fragen, was sie sich vorstellen. Dann hat man die Chance, mit den Eigentümern in die gewünschte Richtung zu gehen.

Sie plädieren also dafür, den Einwohnern mehr Gehör zu schenken.

Mein Slogan ist «Bürgernah und mittendrin». Das ist das Thema. Der Stadtrat muss zu den Menschen. Vor allem der Stadtpräsident. Er muss als Vermittler zu den Leuten und mit ihnen reden. Etwa am Märtkafi. Dort hört man, was die Leute beschäftigt.

Zwei Themen, die die Menschen immer beschäftigen, sind die Sicherheit und die Sauberkeit. Für beide waren Sie als Sicherheitsvorstand bislang verantwortlich. Als Sie Ihre Kandidatur bekannt gaben, sagten Sie, Sie wollen Dietikon noch sauberer und sicherer machen. Wo drückt der Schuh?

An der letzten Parlamentssitzung wurde die Forderung nach einem Güsel-Ranger laut. So weit müssen wir nicht mehr zurück. Damals ging es darum, auf ein Problem aufmerksam zu machen. Die Situation hat sich verbessert. Nun geht es darum, den heutigen Standard zu halten.

Wir müssen bestrebt sein, die Vereinbarungen mit den Geschäften im Zentrum weiterzuführen, damit sie uns unterstützen bei der Sauberkeit rund um die Lokale. Und als Stadt müssen wir da helfen, wo es uns möglich ist. Etwa durch die Überprüfung des Kübelkonzepts. Das ist ein laufender Prozess. Da muss man immer dran bleiben.

Und wie beurteilen Sie die Sicherheitssituation in Dietikon?

Wir sind im Limmattal generell auf einem guten Weg. Wir haben eine gute Polizeipräsenz, auch rund um den Bahnhof. In Dietikon muss man auf der Strasse keine Angst haben.

Was vermittelt Ihnen persönlich Sicherheit?

Wenn ich ein Polizeifahrzeug am Bahnhof sehe oder einer Polizeipatrouille begegne. Dann weiss ich, dass alles in Ordnung ist. Es kommt auch bei der Bevölkerung gut an, wenn sie unsere Sicherheitskräfte sieht.

Ein anderes Thema, das Ihnen am Herzen liegt, sind die Quartiere. Sie wollen sie wieder stärken. Wurde das Quartierleben ob all der übergeordneten Entwicklungen vergessen?

Wir müssen bestrebt sein, dass unsere Quartiere wieder wohnlicher werden. Dazu gehört, dass man Treffpunkte für die Bevölkerung schafft. Aber auch, dass wir bei der Aufwertung darauf achten, störende Elemente, etwa allzu lärmiges Gewerbe, von den Wohnquartieren fernzuhalten. Handyantennen sind ein anderes Beispiel. Überall werden solche montiert. Die Stadt muss sich Gedanken darüber machen, wo Antennen überhaupt notwendig sind. Auch bezüglich der 24-Stunden-Gesellschaft müssen wir konsequenter werden.

Inwiefern?

Wir müssen die Nachtruhe wieder konsequenter durchsetzen. Das ist den Leuten ein Anliegen, denn wenn sie zu Hause sind, wollen sie Ruhe haben.

Sie bestreiten ihren Wahlkampf alleine, ohne Allianz mit anderen Parteien. Das war vor vier Jahren schon so. Damals wurden sie von der SVP, der FDP und der CVP aus der bürgerlichen Koalition ausgeschlossen. Sind sie zu wenig bürgerlich?

Ich habe nicht das Gefühl, zu wenig bürgerlich zu sein. Ich will dort sein, wo die Menschen sind. Ich bin ein Politiker, der für die Bevölkerung da ist und nicht nur für den Gewerbeverein oder sonst jemanden anders. Ich will für alle da sein und lasse mich nicht in ein Schema pressen. Deshalb bestreite ich den Wahlkampf alleine. Bislang hatte ich die Bevölkerung hinter mir. Es zeigt sich immer wieder, dass Stadtratswahlen Persönlichkeitswahlen sind.

Würde man Ihre Stadtratskollegen fragen, wie sie Sie einschätzen, was würden sie sagen?

Sie würden sagen, dass ich immer dabei bin, dass man mit mir diskutieren und Lösungen finden kann. Und dass ich eine angenehme Person bin, die das Problem immer vor Augen hat.

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