Voting Limmattal
Heidi Berri ist die Limmattalerin des Jahres

Alt Schlieremer Bibliothekarin Heidi Berri ist die Limmattalerin des Jahres 2010. Sie vereinigt 45 Prozent aller Stimmen auf sich und verweist Hanspeter Müller-Drossaart auf Platz zwei.

Matthias Kessler
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Dass es wirklich klappen könnte – «nein, daran habe ich keinen Gedanken verschwendet», sagt Heidi Berri. jk

Dass es wirklich klappen könnte – «nein, daran habe ich keinen Gedanken verschwendet», sagt Heidi Berri. jk

Limmattaler Zeitung

Das Ergebnis zeichnete sich schon sehr früh ab – und liess in seiner Deutlichkeit dann auch nichts zu wünschen übrig: Von Beginn an hatte Heidi Berri, langjährige Leiterin der Stadtbibliothek Schlieren, im Oktober in Pension gegangen, bei der Wahl zur Limmattalerin, zum Limmattaler des Jahres die Nase vorn und vereinigte am Schluss 145 Nennungen oder rund 45 Prozent aller abgegebenen Stimmen, 319 an der Zahl, auf sich, und die Stimmen kamen bei weitem nicht nur aus Schlieren.

«Überrascht und erstaunt»

Am nächsten kam Berri Schauspieler Hanspeter Müller-Drossaart aus Dietikon, der 103 Stimmen erhielt, was einem Anteil von rund 32Prozent entspricht. Er überzeugte im ausklingenden Jahr unter anderem als Dällebach Kari auf der Thuner Seebühne und mit seinem zweiten Soloprogramm. Den dritten Platz in der Rangliste belegte der Birmensdorfer Volksmusiker Ueli Mooser, der 2010 mit dem goldenen Violinschlüssel, der höchsten Volksmusik-Auszeichnung in der Schweiz, geehrt worden war.

Sie sei «überrascht und erstaunt», meinte Berri, als sie die frohe Kunde beim Skifahren erreichte. Und es sei «eine grosse Ehre», diese Auszeichnung zu erhalten. Nach der Nomination durch die Redaktion der az Limmattaler Zeitung habe sie nie damit gerechnet, tatsächlich eine Chance auf den Sieg zu haben. «Ich habe im Internet einige Kommentare gelesen, die mir wohlgesinnt waren. Das hat mich gefreut», so die 64-Jährige. Auch sei sie verschiedentlich auf der Strasse auf das Voting angesprochen worden und habe immer ein gutes Feedback erhalten. Dennoch: Dass es wirklich klappen könnte – nein, daran habe sie keinen Gedanken verschwendet.

Ihren Sieg führt Berri in erster Linie auf ihre vielen Jahre an der Spitze der Schlieremer Stadtbibliothek zurück. Der Erfolg sei für sie «eine Bestätigung dafür, dass ich in dieser Zeit nicht alles falsch gemacht habe, ein sehr schönes Gefühl».

«Fantasievolle Öffentlichkeitsarbeit»

Heidi Berri war im Jahr 1986 zum Team der Schlieremer Stadtbibliothek gestossen, zwei Jahre später übernahm sie die Leitung. Für sie ist eine Bibliothek nicht nur ein Ort, an dem Bücher ausgeliehen werden, sondern ein lebendiger, aktiver Ort, wo man sich treffen kann, wo Veranstaltungen stattfinden. Folgerichtig wurde die Schlieremer «Bibi» im Jahr 2001 mit dem ersten vom Kanton Zürich verliehenen Bibliothekspreis ausgezeichnet – «für die gute Verankerung in der Gemeinde und die fantasievolle Öffentlichkeitsarbeit», wie in der Laudatio ausgeführt wurde.

Berri löst mit ihrem Triumph den zweifachen Schützenkönig Yves Miller aus Weiningen ab, der 2009 von der Leserschaft dieser Zeitung zum Limmattaler des Jahres gekürt worden war. Davor war die Ehre einerseits der Veranstaltungsreihe Dialog Christentum-Islam mit Monika Hemri und Cengiz Yükseldi als Aushängeschildern, andererseits dem Dietiker Künstler und Musiker René Gubelmann, Initiant des Dietiker Big-Band-Festivals, zuteil geworden.