«Stopp», ruft Muzzafer Dogru, einer der beiden Trainer des 2.-Liga-Frauenteams vom HC Dietikon-Urdorf. Kim Wysshaar, die mit dem Ball gerade losrennen wollte, bleibt stehen und dreht sich zu Dogru um. Dieser streckt die Arme aus und erklärt nochmals, welchen Spielzug die Handballerinnen ausführen sollen. Dabei spricht Dogru so leise, dass man seine Worte vom Spielfeldrand kaum versteht. Es sei nicht seine Art, laut zu werden, so Dogru: «Das bringt meistens nichts.»

Laut wird es in der Turnhalle Büel in Unterengstringen während des gesamten Trainings der Handballerinnen nicht. Die Stimmung ist entspannt. Dabei geht es für die Limmattalerinnen in den nächsten Spielen um viel. Zwei Partien haben sie in der Finalrunde bisher absolviert und dabei einmal verloren und einmal gewonnen. Fünf stehen noch aus. Danach, im März, entscheidet sich, wer um den Aufstieg spielen darf. Im besten Fall könnten die Limmattalerinnen wieder in die 1. Liga zurückkehren, aus der sie in der letzten Saison abgestiegen sind. «Wir waren schon sehr enttäuscht, dass wir die Liga nicht halten konnten», sagt Tobias Zatti, der zweite Trainer der Damen. «Vor allem, weil wir dieses Ziel relativ knapp verpasst haben.»

Eine Liga tiefer haben die Limmattalerinnen wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden. Auch dank Franziska Drack, die bisher am meisten Tore (38) für Dietikon-Urdorf geschossen hat. Doch auch ihre Teamkolleginnen sehr torgefährlich, allen voran Francine Koch, Martina Bilic und Danièle Sterchi, die zusammen schon 93 Treffer erzielt haben. Genau darin sieht die Topskorerin die Stärke der Limmattalerinnen: «Bei einigen Teams sind zwei, drei Spielerinnen für die Tore verantwortlich, bei uns haben fast alle Spielerinnen Tore auf dem Konto. Zudem haben wir eine gute Stimmung im Team.»

Starke Defensive

Dogru beurteilt vor allem das Defensivverhalten seines Teams als entscheidenden Faktor. «In der Qualifikation konnten wir mit einer sehr starken Verteidigung aus der Reihe tanzen», sagt Dogru. «Im Durchschnitt haben wir weniger als 15 Tore erhalten, was ein Spitzenwert ist.» Jedoch werden die Limmattalerinnen auch weniger gefordert als in der letzten Saison. «Das Tempo ist deutlich langsamer als in der 1. Liga», sagt Dogru. «Und die Spielerinnen sind in der 1. Liga doch etwas athletischer.»

Allerdings habe sich gezeigt, dass es zwischen Qualifikation und Aufstiegsrunde grosse Unterschiede gebe. «Ich finde das Niveau in der Finalrunde bereits deutlich höher als noch in diversen Spielen vor der Weihnachtspause», so Dogru.

Aufstiegsplätze unklar

In dieser Finalrunde stehen die Limmattalerinnen derzeit auf Platz 3. Welcher Rang am Ende für die Aufstiegsspiele reicht, weiss man allerdings noch nicht. Denn bis Ende Februar können die Teams entscheiden, ob sie an den Aufstiegsspielen teilnehmen wollen. Die genauen Modalitäten werden erst Anfangs März bekanntgegeben. Sicher ist, dass maximal vier Teams pro Gruppe aufsteigen können.

Dem HC Dietikon-Urdorf könnte also unter Umständen auch Rang 4 reichen. Nur ist das noch unklar. «Es ist sehr unglücklich und auch ärgerlich, dass die Teams nicht wissen, wie der Modus ist», sagt Dogru. «Planen Sie mal allfällige Aufstiegsspiele, bei denen wir heute nicht wissen, welchen Rang wir erreichen müssten und wann diese Spiele stattfinden würden.»

«Nichtaufstieg kein Weltuntergang»

Auf Biegen und Brechen wolle man am Ende sowieso nicht den ersten Rang belegen. «Selbstverständlich werden wir versuchen, möglichst oben auf der Tabelle zu stehen», so Dogru. «Allerdings ist es auch kein Weltuntergang, wenn wir am Schluss nicht für den Aufstieg berechtigt sind. Viel wichtiger ist es, dass wir möglichst viele Fortschritte erzielen und die Spielerinnen gesund ans Ende der Saison bringen.»

Und Drack sagt: «Es stellt sich die Frage, mit welchem Kader man die nächste Saison spielen kann und wie intensiv sich der Trainingsaufwand gestalten wird. Ob ich nochmals in der 1. Liga spielen möchte, kann ich im Moment noch nicht sagen.