Die Stadt Dietikon probiert etwas Neues aus: Am Samstag spazieren sechs von sieben Stadträten durch die Quartiere, hoffentlich zusammen mit vielen Einwohnerinnen und Einwohnern, die ihre Meinung einbringen. Denn es geht um Freiräume. Also etwas, das alle betrifft, versteht man darunter doch Parkanlagen, Spielwiesen, Begegnungsorte, Schulanlagen, Stadtplätze und mehr. Solche Freiräume bedeuten Lebensqualität, wenn sie denn den Ansprüchen der Bevölkerung gerecht werden.

Bei den Spaziergängen will die Stadt erfahren, welche Anliegen und Ideen die Einwohner haben. Dabei geht es etwa um folgende Fragen: Hat es in allen Quartieren genug Freiräume? Sind sie schön gestaltet und sauber? Gibt es genügend Bänkli, Spielgeräte und Schattenplätze? Und wie oft nutzen Herr und Frau Dietiker überhaupt die Spielplätze und Pärke?

Die Spaziergänge finden am Samstag statt, damit auch Familien und jüngere Menschen Zeit haben, um ein Wörtchen mitzureden. Alternativ kann man auf der Website der Stadt schnell einen zweiseitigen Fragebogen ausfüllen – mit wenigen Klicks.

Raumplaner Severin Lüthy erklärt: «Die Stadt will jetzt den Puls von möglichst vielen Einwohnern fühlen. Auch für uns ist das Vorgehen Neuland. Wir sind gespannt, was zurückkommt.» Lüthy ist im Stadtplanungsamt für das Thema Freiräume zuständig und am Samstag ebenfalls vor Ort. Ebenso wie sein Chef Jürg Bösch, der Leiter des Stadtplanungsamts.

Die jetzt laufende Analyse der städtischen Freiräume bereitet den Boden für künftige Planungen. «Grundsätzlich geht es um den Erhalt und die Verbesserung der bestehenden Freiräume», sagt Lüthy. Es sollen aber auch zusätzliche Freiräume entstehen, gerade im Hinblick auf die zu erwartende Innenentwicklung. Denn, so Lüthy: «Verdichtung allein geht nicht.»

Das Projekt ist Teil der Richtplanung

Hintergrund ist die Überarbeitung der kommunalen Richtplanung. Einzelne Planungsinstrumente wie etwa das städtische Gesamtverkehrskonzept oder das Leitbild Stadtboulevard stehen bereits. Bei den Freiräumen kann die Planung aber noch verschiedene Richtungen einschlagen. Darum soll jetzt die Bevölkerung mitreden – oder eben mitspazieren.

Die Meinung der Politik wird bereits eingebracht. Gerade am Mittwochabend hatte die Begleitgruppe der Richtplanrevision – bestehend aus Stadt- und Gemeinderäten – ihre dritte Sitzung.