Fussball

Hans Baumann hat endlich genug gewartet auf den Aufstieg

Auch Hans Baumann  (mit Sonnenbrille) ist nach dem Schlusspfiff Teil der Mannschaft.

Auch Hans Baumann (mit Sonnenbrille) ist nach dem Schlusspfiff Teil der Mannschaft.

In den 1980er-Jahren waren die Limmattaler zweimal ganz nah dran an der 1. Liga. Doch sowohl Balzers als auch Brühl waren in den Aufstiegsspielen stärker. Der Vereinspräsident damals hiess Hans Baumann, heute Ehrenpräsident.

Baumann stand am Samstag bald auf dem Platz, um der Mannschaft nach dem Sieg gegen Oerlikon zum Aufstieg zu gratulieren. Der 77-Jährige verpasste in der laufenden Saison nur ein Match: Das zweitletzte in Muttenz, wo der Aufstieg bereits hätte Tatsache werden können.

«Ich entschuldigte mich sozusagen bei den Spielern für mein Fernbleiben. Vielleicht haben sie mit dem Aufstieg auf mich gewartet», flachste Baumann, standesgemäss in ein Aufstiegs-T-Shirt gekleidet.

Der alt Gemeinderat aus Dietikon war im Wechselbad der Gefühle, wie er selbst sagte. Vor kurzem starb seine Frau nach langer Krankheit. Er pflegte sie mit den Kindern zu Hause bis zum Schluss. «Der Fussball tut mir in dieser Situation besonders gut», schilderte Baumann. Das gilt selbstredend besonders für den Moment des feststehenden Aufstiegs.

In seiner pragmatischen Art analysierte der Ehrenpräsident zunächst die Saison des Fanionteams. «Über alles gesehen ist der Aufstieg verdient. Natürlich gab es Durchhänger. Aber in der entscheidenden Phase konnte sich die Mannschaft steigern.» Baumanns Spieler der Saison heisst Ivica Cokolic. Der Innenverteidiger mit Profi-Hintergrund, der sich auch als Penaltyschütze hervortat, gefällt ihm als der ruhende Pol des Teams.

Firmenfussball statt 1. Liga

Obwohl er sich damals im besten Fussballeralter befand, war Baumann nicht Teil des zuvor letzten Dietiker 1.-Liga-Teams (von 1958 bis 1966). Er spielte nach der A-Junioren-Zeit in der höchsten Firmenfussballliga, wo einer seiner Teamkollegen Jürg Randegger («Cabaret Rotstift», «Samschtig-Jass») hiess.

Baumann mutmasst: «Hätte mich die Rentenanstalt damals nicht angefragt, hätte ich wohl einen Platz in der ersten Mannschaft gefunden. Keinen Stammplatz wahrscheinlich, aber zum Einsatz wäre ich schon gekommen.»

Baumann sieht die 1. Liga Classic als «das Höchste an, das dieser Verein erreichen kann. Man könnte zwar mit der Promotion liebäugeln, aber ehrlich gesagt würde ich lieber in dieser Liga vorn mitspielen als in der höheren am Schwanz.»

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