In einer Mail an die Stadträte sowie die Vermieter der Stadthalle forderte die Vereinigung diese auf, «die Bewilligung für die zu illegalen Machenschaften anstiftende «CannaTrade» zu annullieren.»

Weil das Mail, datiert vom 1. Juli 2012, bislang scheinbar unbeantwortet blieb, hat sich Sabina Geissbühler-Strupler, Präsidentin der Vereinigung und Berner SVP-Grossrätin, gestern mit einem offenen Brief an die Medien gewandt.

«Trotz unseres wichtigen Anliegens, das von vielen verantwortungsbewussten Bürgerinnen und Bürgern unterstützt wird, haben wir bis anhin keine Antwort erhalten. Es fragt sich, ob alle Behördenmitglieder und die Stadthallenbetreiber fünf Wochen lang in den Ferien weilen?»

Strikte Kontrollen garantiert

Stadtrat Roger Brunner (SVP), an den das Schreiben direkt gerichtet ist, will das betreffende Mail nicht erhalten haben. «Bis jetzt ist kein solcher Brief bei mir eingegangen», sagt er auf Anfrage.

Und: Die Stadt werde den Veranstaltern die Bewilligung für die Durchführung der Hanfmesse mit Sicherheit nicht entziehen, sagt Brunner. «Den Veranstaltern wurden Auflagen gemacht, die sie strikte einzuhalten haben.»

Bei Hanf handle es sich um ein reguläres landwirtschaftliches Produkt und der Verkauf von Hanf-Produkten wie beispielsweise Kleidung, Kosmetika und Gerätschaften für die Pflanzenzucht sei absolut legal. «Es gibt keinen Grund, die Veranstaltung abzusagen.»

Brunner versichert, dass die Veranstaltung strengstens kontrolliert werde. «Illegale Ware werden wir nicht tolerieren.» Man stehe diesbezüglich sowohl mit der Kantons- als auch der Stadtpolizei in Kontakt.

Das bestätigt auch der Vertreter der Stadthallen-Genossenschaft: «Die Organisatoren wissen, dass wir die Veranstaltung ganz genau unter die Lupe nehmen werden. Sollte illegale Ware gefunden werden, wird die Messe umgehend geschlossen.»

Die Verantwortlichen der Stadthalle sind fest davon überzeugt, dass sich die Veranstalter an die Spielregeln halten werden: «Sie haben sich bislang vorbildlich verhalten und sich an sämtliche Abmachungen gehalten.»

Die Verantwortlichen bestätigen, das Mail von «Eltern gegen Drogen» erhalten und zur Kenntnis genommen zu haben. Sie betonen aber, dass es nicht ihre Aufgabe sei, gegen einen Veranstalter einer solchen Messe vorzugehen, nur weil dies einer Vereinigung sauer aufstosse oder diese den Verdacht auf illegale Machenschaften äussere. Der Vereinigung werde man nach der nächsten Vorstandssitzung eine Antwort zukommen lassen.

Seit Jahren gegen «CannaTrade»

Die «CannaTrade» wird zum 11. Mal durchgeführt. Die ersten acht Mal fand sie in Bern statt, danach zwei Mal in Basel. Die Vereinigung «Eltern gegen Drogen» wehrt sich bereits seit Jahren gegen die «Drogenhanfmesse», wie Präsidentin Geissbühler die Veranstaltung nennt.

2007 beispielsweise demonstrierte die Vereinigung vor dem Berner BEA-Gelände mit Transparenten gegen die Messe. Ob die Vereinigung auch in Dietikon anwesend sein wird, ist nicht klar. Eine entsprechende Anfrage blieb gestern unbeantwortet.