«Kann man sich überhaupt über Kantonsgrenzen hinweg identifizieren?» Diese Frage richtete Valentin Schmid, Gemeindepräsident (FDP) von Spreitenbach, an die Mitglieder der Vereinigung Zentrum Dietikon (VZD). Schmid war Gastredner an deren Generalversammlung am Dienstag. Die Antwort gab er gleich selbst: «Eine reine Identifikation über die Geografie ist heute schwierig.» Zwar liesse sich schon behaupten: «Wir sind Aargauer. Und ihr leider nicht», so Schmid. Doch könne man sich auch als «Limmattaler» sehen? «Gemeinsame Projekte wie die Limmattalbahn können Identifikation schaffen», sagte er.

In der Raumplanung sei es daher wichtig, neue Ansätze zu verfolgen. Stichwort: funktionale Räume. Also Räume, in denen Mobilität, Wirtschaft und Kultur eng verflochten sind und deren Grenzen nicht mehr mit den historisch gewachsenen übereinstimmen. Wichtig sei, Themen grenzübergreifend zu behandeln, so wie es Spreitenbach und Dietikon täten. «Geht es dem Limmattal gut, geht es allen Limmattalern gut», resümierte Schmid.

«Kantonsgrenzen waren extrem wichtig, als ich vor 12 Jahren als Stadtpräsident anfing», knüpfte der scheidende Dietiker Stadtpräsident Otto Müller (FDP) an. «Heute ist das nicht mehr so. Probleme machen nicht an der Mutschellenstrasse Halt.» Müller pries diesbezüglich den Effort des Komitees «Vorwärts Limmattal» (dem auch Schmid angehört). Auch warf er Licht auf aktuelle Projekte Dietikons: Besonders freue er sich auf die Umsetzung der «kulturellen Leuchttürme», die Aufstellung von Signaletik im Zentrum sowie auf das Stadtfest Anfang September. In dessen OK wird Müller weiterhin als Präsident walten.

Wachsende Digitalisierung

«Auch wenn wir uns als Agglo verstehen; wir dürfen stolz sein darauf, was in Dietikon geschieht», sagte VZD-Präsident Elio Frapolli. In seiner Ansprache thematisierte er die wachsende Digitalisierung, die auch die Dietiker Einkaufscity betreffe. Ihr könne man entgegenhalten, indem man Start-Ups eine Chance gebe und Immobilienbesitzer und Verwalter für Investitionen sensibilisiere. Eine solche öffentlich-private Partnerschaft sei eine zusätzliche Standortförderin, die die stadteigene unterstütze, so Frapolli. «Die Aufgaben der VZD wachsen somit beständig. Wir sind keine eigentliche Detaillistenvereinigung mehr.»

Zügig wurden daraufhin per Akklamation die VZD-Statuten geändert; und das zu bearbeitende Gebiet von «Zentrum Dietikon» auf «Dietikon» ausgeweitet. «Der Ausdruck Zentrum in unserem Namen wird nun verstanden im Sinne eines Mittelpunkts der umliegenden Orte», sagte Frapolli. Dieses Jahr will die VZD ab Mai mit dem «Fiirabigmärt» auf dem Rapidplatz einen neuen Markt lancieren. Des Weiteren soll der Einkaufsführer überarbeitet und online lesbar gemacht werden. Am Stadtfest plant die VZD, mit zwei Zelten präsent zu sein.