«Soziale Kompetenzen prägen unseren Schulalltag stark und auf verschiedensten Ebenen», erklärt Schulleiterin Susanne Reinhard im Jahresbericht 2011/2012. In den Mitarbeiterbeurteilungen habe sie den Beobachtungsschwerpunkt auf besondere soziale Fähigkeiten wie Führungskompetenz oder die Kompetenz der Gesprächsführung gelegt.

In der täglichen Arbeit mit dem Kind würden ähnliche soziale Kompetenzen gefordert, nämlich Empathie. Denn nur «wer sich in die Lage des jeweiligen Kindes, seiner spezifischen Art der Wahrnehmung und des Denkens versetzen kann, findet den Ansatzpunkt für die erfolgreiche Förderung».

Es brauche zudem Offenheit und Mut, schwierige Themen anzusprechen. Kritik- und Konfliktfähigkeit sei eine wichtige Voraussetzung für die Zusammenarbeit, ist die Schulleiterin der Ansicht.

Im vergangenen Schuljahr trafen sich alle Mitarbeiter drei Mal mit einer anderen Person und tauschten sich aus. Das Ziel dieser Gespräche sei eine Verbesserung und Optimierung der Zusammenarbeit durch den Aufbau einer wertschätzenden Gesprächs- und Konfliktkultur, so Reinhard.

Kommunikation als Chance

Auch Louis Küffer, Gesamtleiter der Stiftung, erklärt, der Begriff soziale Kompetenz habe in den letzten Jahren massiv an Bedeutung gewonnen. Menschen mit Autismus hätten Auffälligkeiten in der Sprachentwicklung beziehungsweise in der verbalen und nonverbalen Kommunikation sowie in der sozialen Interaktion. «Zudem zeigen sich besondere Interessen und Aktivitäten aufgrund einer eigenartigen Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitung», so Küffer weiter.

Deshalb sei in der Arbeit mit autistisch wahrnehmenden Menschen die Förderung der Teilkompetenzen Kommunikations- und Interaktionsfähigkeit, Empathie und Einfühlungsvermögen sowie Kritik- und Konfliktfähigkeit wichtig. Die Basis für den Aufbau sozialer Kompetenzen bilde die Kommunikationsfähigkeit, so Küffer. Je mehr Kommunikationskanäle den Schülern zur Verfügung stünden, desto grösser sei die Chance, mit ihnen in Interaktion zu treten und weitere Teilkompetenzen aufbauen zu können.

Die Stiftung wolle an ihrer bisherigen Stossrichtung festhalten, berichtet Daniel Künzler, Präsident des Stiftungsrats. So habe man beispielsweise zusätzliche ausserschulische Betreuungsangeboten geschaffen. Ferner stünden die Gruppen zur Förderung der sozialen Kompetenz auch externen Kindern zur Verfügung.

Beratung zu Hause ist gefragt

Weiter ist dem Jahresbericht zu entnehmen, dass die Beratungsstelle eine markante Zunahme an Beratungen festgestellt hat. Nebst spezifischem Elterntraining hätten die Eltern nach Beratung und Begleitung zu Hause gefragt. Auch Schulen, Institutionen und Fachstellen seien an die Beratungsstelle herangetreten, um Beratung, Coachings und Weiterbildung zu erhalten. Weiterhin sei die Nachfrage nach Abklärungen gross. Auch die Kurzberatungen per Telefon und E-Mail seien stark angestiegen. Am Sommer 2012 soll die Beratungsstelle personell ausgebaut werden.