Im Festzelt vor dem alten Bauamt kamen am Samstagvormittag Dutzende Dietikerinnen und Dietiker zusammen, um über Freiräume zu sprechen. Der Workshop war ein wichtiger Teil des Stadtentwicklungsdialogs, der unter dem Titel «Studio Dietikon» läuft.

Die Diskussionen, an denen Personen aus zahlreichen verschiedenen Quartieren teilnahmen, wurden konstruktiv geführt. Das Ziel des Workshops ist es letztlich, dass die Stadt einen Werkzeugkasten für die Planung von Frei- und Grünräumen hat, der auf die Bedürfnisse der Bevölkerung Rücksicht nimmt. Es soll also Konkretes daraus entstehen. «Das ist nicht für die Schublade», versicherte denn auch Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP), als er die Teilnehmenden zum Workshop begrüsste.

Schatten und Grün gegen die Hitze

Schnell kristallisierten sich beim Workshop die Wünsche heraus, die zahlreichen Dietikerinnen und Dietikern am Herzen liegen. Einer davon ist der Wunsch nach Grün – insbesondere nach Bäumen –, die gerade an heissen Tagen angenehmsten Schatten spenden. Dafür braucht es nicht immer gleich einen grossen Park. Als gelungenes Beispiel für einen Schattenplatz wurde beispielsweise der Baum neben dem Färberhüsli an der Oberen Reppischstrasse genannt. Dieser ist von einer Sitzbank umgeben, es hat einen Brunnen und Skulpturen von Bruno Weber. Alles auf einer verhältnismässig kleinen Kopfsteinpflasterfläche. Es gibt in Dietikon also gute Beispiele für Grün, das an Hitzetagen als Zufluchtsort dienen kann, ohne dabei viel Platz zu benötigen. Solche kleinen Bijous könnten mit dem Wachstum der Stadt noch wichtiger werden. Überhaupt ist Grün das grosse Thema. «Wir legen Wert auf eine grüne Stadt», sagte auch der Stadtpräsident bei der Begrüssung. «Wenn man die Böden aufmacht, statt sie zu versiegeln, lassen sich die Temperaturen runterholen», sagte Bachmann weiter. Der Klimawandel beschäftigt auch Stadtplaner.

Auch beim bestehenden Grün orteten verschiedene Workshop-Teilnehmer Verbesserungsbedarf. Zum Beispiel bei der Reppisch. Der Zugang zum Fluss und dessen Erlebbarkeit soll besser werden. Zum Beispiel sind manche Sitzbänkli im Flussbereich so positioniert, dass man die Reppisch nicht so recht beobachten kann. Die Stadt möchte die Reppisch innerhalb der Stadt denn auch schon lange aufwerten. Ein Projekt dafür ist aber schon längere Zeit blockiert. Denn mit der Aufwertung müsste auch der Hochwasserschutz angepasst werden. Doch nach wie vor habe sich der Kanton noch nicht entschieden, welche Dimension der Hochwasserschutz haben soll, hiess es vor Ort. Es bestätigt, was auch Bachmann sagte. «Wir haben die Stadtentwicklung nicht ganz in eigener Hand.»

Neben mehr Grün, Schatten und Bäumen holten auch weitere Ideen viele Punkte bei den Workshop-Teilnehmern. Eine davon war zum Beispiel, dass Dietikon ein eigenes, vielseitig nutzbares Stadtmöbel in der Form eines Sitz-Liege-und-Kunst-Objekts haben soll, das in den Grün- und Freiräumen in der Stadt stehen würde und so nicht nur bequem wäre, sondern auch Identifikation mit der Stadt schaffen würde. Überhaupt war es vielen ein Anliegen, dass für die Freiräume ein gemeinsames Konzept entworfen wird, damit diese besser vernetzt sind und so eine klare Zusammengehörigkeit aller Dietiker Freiräume geschaffen wird.

«Die Idee eines Dietiker Stadtmöbels gefällt mir irrsinnig», sagte Severin Lüthy, Projektleiter Stadtplanungsamt später zur Idee. Überhaupt zog er ein positives Fazit. «Die Leute haben sich engagiert eingebracht und lebhaft diskutiert.» Nun werden die Diskussionen ausgewertet, ehe im September eine zweite Mitwirkungsveranstaltung stattfindet.