Dietikon
Grosses Manifest gegen Verkehrsprobleme: «Wir müssen erneut zusammenstehen»

Bei der Unterzeichnung eines Verkehrs-Manifests in Dietikon geriet das Komitee von «Vorwärts Limmattal» am Mittwochabend in die Kritik – man verärgere die Wähler, sagte ein Schlieremer Gemeinderat

Alex Rudolf
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Manifest Verkehr Dietikon 6

Manifest Verkehr Dietikon 6

Luis Hartl

Als in Weiningen eine Überdachung für das Gubristportal gefordert wurde, seien die Gemeinden der Region zusammengestanden, sagte der Dietiker Stadtpräsident Otto Müller (FDP) eingangs. «Und nun müssen wir erneut zusammenstehen für eine ganzheitliche Verkehrslösung», fügte er an. Rund 40 Vertreter der Limmattaler Politik und Wirtschaft fanden sich am Mittwochabend im Dietiker Gemeinderatssaal ein, um das Verkehrsmanifest des Komitees «Vorwärts Limmattal» zu unterzeichnen. Darin wird eine Verbesserung der Verkehrssituation rund um das Dietiker Silbern-Quartier gefordert.

Manifest Verkehr Dietikon 6
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Otto Müller (Dietiker Stadtpräsident), Urs Jenny (IG Silbern), Sandra Rottensteiner (Gemeindepräsidentin Urdorf), Valentin Schmid (Gemeindeammann Spreitenach) und Toni Brühlmann-Jecklin (Stadtpräsident Schlieren)
Jasmina Ritz (Limmatstadt), Rolf Steiner (Kantonsratspräsident Zürich) und Esther Tonini (Stadträtin Dietikon)
Die Gegner von der IG Limmattalbahn Nein demonstrierten zeitgleich vor dem Dietiker Stadthaus. Bernhard Schmidt (Vorstandsmitglied) und Bruno Pfister (Präsident)
Rund 30 Gegner fanden sich ein.
Gar auf vierbeinige Unterstützung konnten die Gegner zählen.

Manifest Verkehr Dietikon 6

Luis Hartl

Neben einer S-Bahn-Haltestelle Silbern wird auch die Verkürzung der Autobahnausfahrt Dietikon und der Ausbau des Halbanschlusses Spreitenbach gefordert. Im Verlauf der kommenden Monate soll das Manifest der Verkehrsministerin Doris Leuthard (CVP) in Bern überreicht werden. Der Spreitenbacher Gemeindepräsident Valentin Schmid (FDP) verwies denn auch auf die Wichtigkeit dieses Manifests und darauf, dass es schön sei, dass man kantonsübergreifend für diese Sache einstehen könne. IG-Silbern-Präsident Urs Jenny unterstrich die Wichtigkeit eines fliessenden Verkehrs für die Wirtschaft. Zuletzt ergriff der Schlieremer Gemeinderat Thomas Grädel (SVP) das Wort. Er fand, dass der Wunsch nach einem raschen Bau der Limmattalbahn aus dem Manifest hätte gestrichen werden sollen. «Die Mehrheit im Bezirk sprach sich bei der Abstimmung vor rund einem Jahr gegen den Bau der Stadtbahn aus. Mit diesem Manifest verärgern wir unsere Wähler», so Grädel.

Dass dies tatsächlich für einigen Ärger sorgte, zeigte sich auch unmittelbar vor dem Stadthaus. Draussen demonstrierten rund 30 Gegner der Stadtbahn. Bruno Pfister, Präsident der IG Limmattalbahn-Nein, verwies auf die Petition mit über 1000 Unterschriften, die erst vergangene Woche dem Dietiker Stadtrat überreicht wurde. «Wünschenswert wäre, wenn auch diese Frau Leuthard überreicht würde und nicht nur das Manifest», so Pfister. Zu Gesprächen mit Behördenvertretern, welche die Demonstranten passierten, sei es nicht gekommen, sagte er weiter.