Weiningen

Grosses Interesse: Der Gemeinderat will das Postgebäude kaufen

Das Postgebäude im Weininger Dorfzentrum soll nach der Schliessung der Postfiliale nicht lange leer stehen. Die Gemeinde beabsichtigt, es zu erwerben.

Das Postgebäude im Weininger Dorfzentrum soll nach der Schliessung der Postfiliale nicht lange leer stehen. Die Gemeinde beabsichtigt, es zu erwerben.

Die Postfiliale in Weiningen ist nur noch bis zum 17. März geöffnet. Danach könnte die Verwaltung ins Gebäude einziehen. Entscheiden wird die Gemeindeversammlung.

Die Tage der Postfiliale an der Regensdorferstrasse 4 in Weiningen sind gezählt. Am 17. März hat sie zum letzten Mal geöffnet. Danach können Postgeschäfte in der Postagentur im Supermarkt Spar gleich nebenan erledigt werden.

Für das Gebäude hat die Post dann keine Verwendung mehr, sie will die Liegenschaft verkaufen. Nach einem möglichen Käufer musste sie aber nicht lange suchen. Die Gemeinde Weiningen bekundete frühzeitig ihr Kaufinteresse. «Es ist eine einmalige Gelegenheit, eine so zentrale Liegenschaft zu erwerben», sagt Gemeindepräsident Hanspeter Haug (SVP). Mit dem Kauf des Gebäudes wäre die Gemeinde Besitzerin zweier Liegenschaften im Dorfzentrum. Das «Spar»-Gebäude, in dem sich auch Wohnungen befinden, gehört bereits der Gemeinde.

«Strategisch gesehen ist der Kauf eine gute Sache, wenn bereits das Nachbargebäude im Besitz der Gemeinde ist», so Haug. Es würden sich der Gemeinde diverse Möglichkeiten eröffnen. Das Postgebäude befindet sich gemäss Zonenplan Weiningen in der Kernzone. Es gilt als sogenanntes «weisses Gebäude», das umgestaltet oder sogar durch einen Neubau ersetzt werden darf. Dies allerdings erst ab 2035. Im Gebäude untergebracht sind nebst der Poststelle eine Zahnarztpraxis und zwei Wohnungen. Erstere hat noch 17 Jahre lang den Anspruch, die Räume zu nutzen.

Kosten von 1,9 Millionen Franken

Für die Liegenschaft mit insgesamt 872 Quadratmetern Fläche müsste die Gemeinde 1,9 Millionen Franken in die Hand nehmen. Das ist der von der Zürcher Kantonalbank ermittelte Marktwert, der sich nach dem Ertragswert richtet. Die Post kommt der Gemeinde damit sogar etwas entgegen. Sie verzichtet auf den nachfragerelevanten Preisaufschlag von 80'000 Franken. Dies jedoch nur, weil die Gemeinde sich um die Entfernung und Entsorgung der schadstoffhaltigen Materialien kümmert. Dies dürfte Weiningen nochmals rund 50'000 bis 70'000 Franken kosten.

Wie die Liegenschaft künftig genutzt werden könnte, weiss der Gemeinderat bereits. «Übergangsmässig könnte ein Teil der Gemeindeverwaltung darin untergebracht werden, bis die baurechtlichen Verhältnisse eine Erweiterung des Gemeindehauses zulassen», sagt Haug. Dadurch würde der Platznot im Gemeindehaus etwas Abhilfe geschaffen. «Das Personal muss seit Jahren näher zusammenrücken.» Das Sitzungszimmer des Gemeinderats sei diesem Problem bereits zum Opfer gefallen. «Wir tagen schon seit mehr als vier Jahren auswärts, damit die Verwaltung den Raum für sich gebrauchen kann», sagt Haug.

Platznot nicht ausschlaggebend

Der Gemeindepräsident betont aber, dass die Platznot nicht ausschlaggebend für das Kaufinteresse sei. «So oder so interessieren wir uns für das Gebäude.» Es gehe nun erst einmal um den Kauf der Liegenschaft. «Wenn das Stimmvolk diesen bewilligt, können wir weiter planen.» Auf lange Sicht ziehe man sogar einen Ersatzbau in Betracht, durch den die Möglichkeit entstehe, den «Spar» zu vergrössern.

Am 1. Oktober könnte Weiningen das Postgebäude sein Eigen nennen. Dies aber nur, wenn die Stimmbürger das Geschäft an der Gemeindeversammlung am 22. März bewilligen.

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