Dietikon
Grosses Interesse an traditioneller Volksmusik in Dietikon

Vor vollem Haus zelebrierten die Stadtjodler zusammen mit hochkarätigen Gästen aus Ruswil und Herisau traditionelle Schweizer Volksmusik. Die Stadthalle drohte fast aus allen Nähten zu platzen, so gut war der Anlass besucht.

Philippe Stalder
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Das Jodelfest in Dietikon lockte die Menschen an.
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Brauchtum und Gesang lockten Fans von weit her ins Limmattal
Der Jodlerclub Herisau-Säge am Jodlerabig in Dietikon
Die Tenöre vom Jodlerclub Heimelig Ruswil
Die Stadtjodlerinnen und ihr Lob an die Heimat

Das Jodelfest in Dietikon lockte die Menschen an.

Phillip Stalder

Die Dietiker Stadtjodler luden Volksmusikliebhaber aus der ganzen Schweiz zum traditionellen Jodlerabig in die Dietiker Stadthalle ein. Es gab einen triftigen Grund zum Feiern. Unter dem Motto «Liebi Heimat» zelebrierten die Stadtjodler Dietikon zusammen mit ihren Gästen, dem Jodlerklub Herisau-Säge, dem Jodlerklub Heimelig Ruswil sowie der Ländlermusig Arwyna, einen Samstagabend lang traditionelle Schweizer Volksmusik.
Heimat-Liebenden wurde warm ums Herz. «Ich finde es sehr schön und eminent wichtig, dass durch Anlässe wie diesem unsere musikalischen Brauchtümer gepflegt werden und somit erhalten bleiben», offenbarte Volksmusikfan Alois Hugener aus Baden.
Eröffnet wurde der Jodlerabig von der Bündner Ländlermusik Arwyna, die mit ihren lüpfigen Weisen das eintreffende Publikum in Stimmung brachte. Nachdem sich die Zuschauer auf ihren Plätzen eingefunden hatten, wurden sie von den Stadtjodlern durch deren «Begrüessigs-Jodel» willkommen geheissen. Darauf folgte das Stück «Bhüet di Gott, mi liebi Heimat», das beeindruckende Gesangseinlagen von den drei Jodlerinnen Regula Bieri, Ruth Matter und Isabelle Vock beinhaltete. Die prachtvoll geschmückten Trachten, die die Sängerinnen auf der Bühne trugen, versetzten den Zuschauer in eine andere Zeit. Dementsprechend andächtig widmeten die Frauen das von Hedwig Egger-von Moos geschriebene Stück ihrem Heimatland.
Ein sphärischer Naturjodel
Dann betrat der Jodlerklub Herisau-Säge die Bühne, der sich angesichts seines jugendlichen Zuwachses keine Sorgen über sein musikalisches Erbe machen muss. Bereits mit dem ersten Ständchen fesselten die Appenzeller das Publikum mit einem sphärischen Naturjodel, der von Schelleschötte (Kuhglocken) akustisch untermalt wurde. In ihrem zweiten Stück «z'Alp» von Willi Valotti bestachen vor allem Konrad Dietrich und David Stricker durch sich gegenseitig abwechselnde Jodel-Soli.
Nachdem die Stadtjodler-Frauen ein Duett zum Thema Sehnsucht zum Besten gegeben hatten, wurde der zweite Gastchor, der Jodlerklub Heimelig Ruswil, von der Moderatorin Wally Schneider auf die Bühne geladen. In Hans Areggers «Jutze söll, wer jutze cha» sinnierten die Luzerner darüber, was es alles braucht, um ein richtiger Jodler zu sein. Doch auch den musikalisch weniger Begabten wurde ein Anspruch auf den Jodlerspass zugestanden: «Au wer ned jutze singe cha, söll rächti Jodlerfreude ha».
Die Pause galt dem Getränkenachschub und der Tombola. Es gab sorgfältig dekorierte Früchtekörbe und als Hauptpreis eine eintägige Kutschenfahrt für zehn Personen zu gewinnen. Das erste Lied nach der Pause widmete der Jodlerklub Herisau-Säge seinem Lieblingsberg, dem Säntis, von dem aus man einen Ausblick auf sechs verschiedene Länder geniessen kann. Die Appenzeller liessen dabei einen Taler durch die Schüssel kreisen.
Der Witz von Magd und Knecht
Während dem Singen machten die Herisauer Jodler einen ernsten und konzentrierten Eindruck, doch zwischen ihren Stücken zeigten sie sich gerne auch von ihrer humorvollen Seite. So erzählte der Vereinspräsident noch den Witz mit der Magd und dem Knecht, der wahrscheinlich am Sterben war.
Auch der Präsident des zweiten Gastchors, des Jodlerklubs Heimelig Ruswil, hatte eine Botschaft fürs Publikum: «Es huere Ghetz de ganzi Tag, vom morge früeh bis zabig spat, drum musch dini Seel echli bambele la», bat er die Zuhörer, wenn sie nach dem Konzert wieder in den Alltag eintauchen würden. Die Abschlussrede gebührte Hansruedi Weibel, dem Präsidenten der Gastgeber, der langjährige Mitglieder ehrte und den zahlreichen Helfern dankte