Dietikon
Grosse Herbstputzete im «Fondli»: Vor der Reinigung werden über 1 Million Liter Wasser abgelassen

Einmal jährlich schliesst das Schwimm- und Freibad in Dietikon während zweier Wochen für die Generalüberholung. Wir beim Zerlegen der Anlage zugesehen.

Kevin Capellini
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Ein Köpfler lohnt sich momentan nicht. Das Wasser wurde vergangene Woche abgelassen
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Stadtrat Heinz Illi und Betriebsleiter Oskar Schildknecht begutachten einen der Reinigungstanks
Überall wird fleissig geputzt. Zwei Bademeister reinigen das Hauptbecken
Das Hallenbad Fondli wird geputzt
"Wasser marsch!" Das Wasser wird wieder ins Becken gepumpt. Dies dauert ungefähr 70 Stunden.

Ein Köpfler lohnt sich momentan nicht. Das Wasser wurde vergangene Woche abgelassen

Kevin Capellini

Wer momentan zum Baden ins «Fondli» pilgert, steht vor verschlossenen Türen: Das Hallenbad ist seit dem 15. September geschlossen und die gesamte Infrastruktur wird momentan gereinigt. Was der Badegast, der sich bis zum nächsten Sprung ins Wasser noch etwas gedulden muss, nicht sieht, ist, dass im Inneren des Frei- und Hallenbads Fondli ordentlich Betrieb herrscht. «Die gesamte technische Einrichtung im Hallenbad wird komplett zerlegt und gereinigt», sagt Oskar Schildknecht, Betriebsleiter des Fondli.

Eine grosse und sehr umfangreiche Arbeit, die nach Möglichkeit ausschliesslich von den fünf hauseigenen Bademeistern ausgeführt werde. «Es ist viel günstiger und auch praktischer, wenn wir dies mit unseren eigenen Leuten machen», sagt EVP-Stadtrat Heinz Illi. Bei der Vergabe des Mandats an eine externe Firma wären die Kosten viel höher gewesen, wie er meint.

Beeindruckende Zahlen

Doch damit überhaupt mit der Reinigung und den Unterhaltsarbeiten begonnen werden kann, muss das Wasser aus den Becken abgelassen werden. Und dies dauert seine Zeit. Bis die über 1 Million Liter Wasser abgelassen sind, dauert es ganze 65 Stunden. Ab dann begeben sich die Bademeister in die Schwimmbecken und beginnen mit Arbeit. Während die einen die Böden mit speziellen chemischen Reinigungsmitteln einreiben und abspülen, entfernen andere Haare und Pflaster aus den Filteranlagen. Alleine diese Arbeiten an und um die Becken dauern zusammengezählt ungefähr 140 Stunden. Dazu kommen Reinigungsarbeiten in den Garderoben und anderen Räumlichkeiten, die nochmals einen Aufwand von gut 200 Stunden erfordern. Dies ist aber bei weitem nicht alles. Ein Grossteil des Unterhalts fällt nämlich dort an, wo die Badegäste keinen Zutritt haben: unter dem Schwimmbad.

Dort stehen gigantische Wassertanks und Filteranlagen, die ebenfalls gereinigt werden müssen. Dass diese einwandfrei funktionieren, sei für den Betrieb während dem Jahr essenziell, sagt Schildknecht. Die dort stehenden Apparaturen seien hoch komplex, was bei falscher Handhabung auch gefährlich werden könne.

Ein enger Zeitplan

Schildknecht führt durch die langen unterirdischen Korridore, alle voller Rohre und Leitungen und erklärt mit grossem Fachwissen verschiedenste wichtige technische Geräte, an welchen dieser Tage Unterhaltsarbeiten laufen. Da ist einerseits der Ozontank, der dazu beiträgt, das abgepumpte Wasser zu reinigen oder der Chlorreaktor, welcher das Chlor automatisch ins Schwimmbad leitet, damit das Wasser während den Badebetrieb fortlaufend desinfiziert werden kann. Es sei dann auch nicht das Chlor im Wasser, das rote Augen und den als «Chlorgeschmack» bekannten Geruch verursache, erklärt er. «Es liegt an der Sonnencreme, dem Schweiss und am Urin im Wasser.» Diese Stoffe würden sich mit dem Chlor binden und so dann die Reaktionen verursachen.

Sind die Reinigungsarbeiten dann abgeschlossen, muss das Wasser wieder zurück in die Becken. «Das Wasser wird direkt ins ‹Fondli› gepumpt, was etwa 70 Stunden dauert», so Schildknecht. Und auch das Aufheizen des Badewassers dauere dann nochmals ungefähr 80 Stunden.

Das Fondli wird jedes Jahr am Ende der Badi-Saison für zwei Wochen komplett geschlossen. Gemäss Schildknecht sei dies auch zwingend nötig. «Nur wenn wir Frei- und Hallenbad gleichzeitig schliessen, können wir alle Arbeiten auch richtig ausführen.» Davon würden dann aber auch alle profitieren, meint Illi. «Es ist besser, wenn wir alles auf einmal machen, anstatt in kleinen Etappen unter dem Jahr.»