Zürich

Gesucht: Halter für die fünf Emus aus dem Hause ERZ

Die Stadt bekommt ihre Emus nicht weg. Bild: Emus in der Australien-Anlage im Zoo Zürich

Die Stadt bekommt ihre Emus nicht weg. Bild: Emus in der Australien-Anlage im Zoo Zürich

Vier Monate nach der umfassenden Enthüllung des ERZ-Skandals konnten immer noch keine Abnehmer für die fünf Emus sowie die Fahrzeuge aus dem privaten Oldtimer-Museum gefunden werden.

Für die Emus habe es zwar diverse Interessenten gegeben, diese hätten sich jedoch alle wieder zurückgezogen, erklärt Pio Sulzer vom städtischen Tiefbau- und Entsorgungsdepartement gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Grund dafür seien die Anforderungen, die an die zukünftigen Halter gestellt würden. Einerseits brauche es eine Bewilligung fürs Halten von Wildtieren, andererseits müssten mindestens zwei Emus auf einmal übernommen werden, was ein grosses Gehege inklusive Schattenplätzen und Winterquartier voraussetzen würde. Dann koste allein das Futter pro Vogel 100 Franken im Monat. Da die jüngsten Tiere erst etwa 5-jährige sind und bis zu 40 Jahre alt werden können, sei zudem ein «sehr langes Engagement» für die Halter vorausgesetzt.

Die australischen Laufvögel befinden sich immer noch auf dem Areal eines stillgelegten Klärwerks, wo sie der abgesetzte Direktor von Entsorgung + Recycling Zürich (ERZ) Urs Pauli ansiedeln liess.

Notfalls landen sie auf der Speisekarte

Die Rückführung der Vögel in den Zoo Zürich, wo sie hergekommen sind, ist keine Option. In der Australien-Anlage hausen bereits drei Emus, für mehr hat es keinen Platz. Der Zoo hilft der Stadt jedoch bei der Vermittlung der Tiere.

Sollte sich auf Dauer keine Lösung finden, könnten die Tiere auch auf dem Speiseplan der Raubtiere im Zürcher Zoo landen, heisst es im Bericht der Zeitung weiter. Ebenfalls möglich wäre die Verwertung der Tiere für die Gastronomie.

Das ERZ setzt andere Prioritäten

Neben den Tieren befindet sich auch der Fuhrpark mit den Oldtimer-Fahrzeugen noch auf dem Gelände des stillgelegten Klärwerks. Der neue Chef des ERZ, Daniel Aebli, setze bei der Skandalbewältigung andere Prioritäten als die Weitervermittlung der Emus beziehungsweise der Oldtimer. Im Vordergrund stünden die betriebseigenen Werkstätten, das Weiterbildungszentrum und die Personalrestaurants, die in der Vergangenheit hohe Verluste schrieben. (sho) 

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