Urdorf
Geschütztes Bauernhaus wurde neu belebt

Es hat Jahrgang 1802, ist geschichtsträchtig und ein markanter Zeuge des einstigen Bauerndorfs Niederurdorf. Im Bauernhaus an der Dorfstrasse 27 entstanden unter Mitwirkung der Denkmalpflege neue Wohnungen.

Flavio Fuoli
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Die Balkenkonstruktion des alten Fachwerkgebäudes durfte nichtabgetragen werden, aus denkmalschützerischen Gründen. Nun strahlt das alte Bauernhaus wieder wie neu (oben).Flavio Fuoli

Die Balkenkonstruktion des alten Fachwerkgebäudes durfte nichtabgetragen werden, aus denkmalschützerischen Gründen. Nun strahlt das alte Bauernhaus wieder wie neu (oben).Flavio Fuoli

Eine Bauernfamilie wohnt schon lange nicht mehr in dem Fachwerkbau, welcher die Dorfstrasse dominiert, indem er in die Fahrbahn hineinragt. Während Generationen bewohnten die Simmens das Haus, welches als schützenswertes Objekt inventarisiert und zudem als geschütztes Objekt im Kernzonenplan enthalten ist.

Balken mussten erhalten bleiben

Die neue Eigentümerin ist die Vicova Burehof AG. Sie begab sich alsbald ans Bauen und musste einige kritische Momente überstehen. Denn das unter Schutz stehende Bauernhaus durfte nicht restlos abgerissen werden. Vielmehr mussten die Balken des alten Fachwerkgebäudes erhalten werden. Es sah denn auch ein wenig merkwürdig aus, als das Haus wie ein Fischgerippe da stand.

«Es gab kritische Situationen, man musste ganz genau auf die Statik achten», erklärt Natascha Willis von der vermietenden A&S Immobilientreuhand GmbH, welche die Vermietung für die Wohnungen handhabt.

Fünf Wohnungen im Bauernhaus

Im Alten Bauernhaus selber wurde eine Wohnung als eigentliches Haus im Haus auf drei Stockwerken erbaut. In der angegliederten Scheune entstanden vier Wohnungen mit dem Charm eines alten Bauernhauses. Laut Willis hat man die alten Balken sichtbar gemacht, «um den Charme rüberzubringen». Man habe sie erhalten, sie seien aber nicht durchwegs tragend. Die einzige Ausnahme macht das Dachgeschoss der Attikawohnung, das über das ganze Haus führt. Dort seien Teile des Daches tragend.

Auf dem Gelände des Bauernhofs wurde weiter gebaut. Anstelle der abgebrochenen Annexbauten wie Scheunen und Schöpfen entstand eine moderne Überbauung. Laut Angaben von Willis baute die Eigentümerschaft dort sieben Wohnungen und ein Gewerbeobjekt für einen Dienstleistungsbetrieb. «Der Architekt versuchte den Neubau mit einer vorgehängten Holzlattung ans historische Gelände anzupassen», erklärt Willis. Beide Häuser sind mit einer Tiefgarage und einem Keller miteinander unterirdisch verbunden.

Grosse Nachfrage

Sämtliche Wohnungen wurden oder werden noch zur Miete ausgeschrieben. Der Stichtag war der 1.November 2011. Im historischen Bauernhaus sind bereits drei von fünf Wohnungen vermietet. Die Mieten betragen je nach Wohnung zwischen 2600 bis 4000 Franken.

Auch im neuen Wohnhaus werden sämtliche Wohnungen zur Miete angeboten. Der Wohnungsmix reicht von 21⁄2- bis 51⁄2-Zimmer-Maisonettewohnungen. Sämtliche Wohnungen sind hier bereits vermietet, einzig der Gewerberaum wäre noch verfügbar. «Die Nachfrage nach solchen Wohnunikaten hat uns positiv überrascht», meint Natascha Willis.