Weiningen

Gesamterneuerungswahlen: Mario Okle will das Gemeindepräsidium

Seit diesem Jahr tagt der Weininger Gemeinderat im Schlössli. Nun stehen die Kandidaten für die Wahl im April fest.

Seit diesem Jahr tagt der Weininger Gemeinderat im Schlössli. Nun stehen die Kandidaten für die Wahl im April fest.

Während andere Gemeinden Mühe haben, genügend Kandidaten für ihre politischen Ämter zu finden, hat das Stimmvolk in Weiningen die Qual der Wahl. Für die sieben Sitze im Gemeinderat stellen sich trotz mehrerer Rücktritte gleich zehn Personen zur Verfügung.

Stehen in kleineren Gemeinden die Gesamterneuerungswahlen an und es treten nicht mehr alle bisherigen Kandidaten an, löst dies oftmals Verunsicherung aus. Viele, gerade Gemeinden mit einer tiefen Einwohnerzahl, haben Schwierigkeiten, ihre Ämter, sei es der Gemeinderat oder die Schulpflege, neu zu besetzen. Es fehlen die Kandidaten und das Interesse der Bevölkerung, sich als Milizpolitiker auf kleinem Schauplatz zu engagieren.

Nicht so in Weiningen. Am 15. April finden dort die Gesamterneuerungswahlen für den Gemeinderat statt. Für das siebenköpfige Gremium stellen sich zehn Personen zur Wahl, die Ämter können problemlos besetzt werden. Es bahnt sich ein spannender Urnengang an. Der abtretende Weininger Gemeindepräsident Hanspeter Haug (SVP) begrüsst es sehr, eine solch grosse Auswahl an Kandidaten zu haben, wie er sagt: «Für die Stimmbürger ist es immer gut, aus mehr Personen zu wählen, als es Sitze gibt.» Jedoch habe man sich nicht immer in einer solch komfortablen Lage befunden, sagt Haug. Denn mit den Abgängen von gleich drei Gemeinderäten gebe es viele Ämter, die mit neuen Kandidaten zu besetzen seien.
Bei den kommenden Wahlen treten Finanzvorstand Rolf Bärenbold (FDP) und Bauvorstand Hans-Peter Stöckl (FDP) nicht mehr an. Sicherheitsvorstand Martin Henke (Quartierverein Fahrweid-Weiningen) hat sein Amt bereits abgegeben. «Lange hat es danach ausgesehen, als könnten wir nicht genügend Leute mobilisieren», sagt Haug.

Unberechenbare Personalwahl

Nur dank dem Einsatz der verschiedenen Parteien konnten noch rechtzeitig diverse neue Kandidaten aufgestellt werden. Neu zur Wahl für den Weininger Gemeinderat stellen sich Sascha Bärenbold (FDP), Heinz Brunner (Forum Weiningen), Harry Landis (parteilos), André Treina (FDP), André Wymann (Quartierverein Fahrweid). Auch Thomas Mattle (SVP), Präsident der Rechnungsprüfungskommission (RPK), kandidiert neu für den Gemeinderat und freut sich, dass so viele Mitstreiter mobilisiert werden konnten: «Die Parteien haben wirklich tolle Arbeit geleistet, um die Leute zu überzeugen, sich für unser Dorf politisch zu engagieren.» Bereuen würden es die gewählten Personen nicht, denn es sei eine ausserordentlich spannende und fordernde Aufgabe.

Mattle selbst ist seit zwölf Jahren in der RPK und präsidierte sie acht Jahre. Vor einiger Zeit habe er sich jedoch dazu entschieden, seine Erfahrung aus der RPK nun in den Gemeinderat einbringen zu wollen, sagt er. «Als langjähriges Vereinsmitglied und aktiver Männerriegler möchte ich den Vereinen im Gemeinderat eine Stimme geben.» Gerade dann, wenn es, wie in den kommenden Jahren, um grössere Infrastrukturprojekte gehe, die er mitgestalten wolle. Auch wenn es im Rennen um einen der Gemeinderatssitze viele Konkurrenten gibt, schätze er seine Chancen aufgrund seiner bisherigen Erfahrung als «intakt» ein, sagt Mattle. «Aber Personalwahlen sind eben immer unberechenbar.»

«Ich trete in grosse Fussstapfen»

Mit dem abtretenden Hanspeter Haug wird auch das Amt des Gemeindepräsidenten frei. Für diesen Posten kandidiert der parteilose Mario Okle, bisheriger Schulpräsident. Dies, obwohl er sagt: «Ich bin mit Herz und Seele in meinem bisherigen Amt.» Daher habe er eine lange Bedenkzeit gebraucht, als ihn die Parteien für das neue Amt des Gemeindepräsidiums angefragt hätten, sagt Okle. Für ihn sei es zentral gewesen, zuerst das Amt des Schulpräsidenten in guten Händen zu wissen, bevor er sich zur Kandidatur für das Gemeindepräsidium entschieden habe. «Mit Brigitte Schai als Kandidatin für diesen Posten kann ich mich bei einer Wahl nun meiner neuen Aufgabe zuwenden.»

Und diese Aufgaben hätten es in sich. «In den kommenden Jahren stehen viele grössere Projekte an, die wir zu bestreiten haben», so Okle. Dies würde die Arbeit im Gremium sehr spannend aber auch anspruchsvoll machen. «Als allfälliger neuer Gemeindepräsident trete ich als Nachfolger von Hanspeter Haug in sehr grosse Fussstapfen.» Er hoffe, dass er weiterhin die Kontinuität seines Vorgängers bieten könne.

Gemäss Okle hatte man Schwierigkeiten, die Nachfolge der abtretenden Gemeinderäte zu regeln. «Bis etwa zehn Tage vor Abgabetermin fehlten Personen auf der Wahlliste.» Er freue sich nun, dass es gelungen sein, Kandidaten aufzustellen. Jedoch sei es nicht zwingend optimal, wenn plötzlich zu viele Kandidaten bereitstünden, sagt er. «Zehn Kandidaten für sieben Ämter sind sicher am oberen Limit.» Personen, die nicht gewählt werden, würden in vier Jahren bei den nächsten Wahlen allenfalls nicht mehr antreten wollen. «So wird viel Potenzial verbraten, das wir bei den nächsten Wahlen wider bräuchten.»

Auch bei der Wahl zur Schulpflege stellen sich mehrere neue Kandidaten zur Wahl. Neben der bisherigen Carmen Imfeld (Forum Weiningen), stellt sich auch Brigitte Schai (SVP) zur Wiederwahl. Diese kandidiert gleichzeitig auch für das Amt der Schulpräsidentin – den Posten, welcher Mario Okle bis anhin besetzte.

Neue Sitzverteilungen

Wird Schai zur Präsidentin der Schulpflege gewählt – davon ist, da sie die einzige Kandidatin ist, auszugehen – wird sie automatisch von Amtes wegen zu einem der sieben Mitglieder im Gemeinderat. Neu zur Wahl in die Schulpflege stellen sich Daniel Gutschi (Quartierverein Fahrweid), Nuria Keller (Forum Weiningen) und Eveline Weber (Forum Weiningen).

Mit dem Abgang von vier Gemeinderats- und drei Schulpflegemitgliedern werden sich nach den Wahlen auch die Sitzverhältnisse verändern. Die Partei Forum Weiningen wird in der Schulpflege aller Voraussicht nach neu drei Sitze besetzen (bisher einen Sitz), der Quartierverein wird noch einen Sitz haben (bisher zwei Sitze). Die SVP behält mit Schai ihren Sitz und stellt mit ihr neu das Präsidium.

Wie sich der Gemeinderat definitiv zusammenstellen wird, lässt sich aufgrund der vielen Kandidaten noch nicht voraussagen. Die Parteien versuchen aber, mit ihren aufgestellten Kandidaten die Abgänge wieder auszugleichen. Die FDP stellt für ihre beiden Abgänge zwei neue Kandidaten, die SVP versucht, einen dritten Sitz dazu zu gewinnen. Ebenso will das Forum Weiningen einen Sitz ergattern. Der Quartierverein will seinen Sitz verteidigen.

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