Nun sind es bereits neun Personen, die sich am 15. April 2018 in den Birmensdorfer Gemeinderat wählen lassen wollen. Weil aber nur sieben Sitze zur Verfügung stehen, heisst das: Die Wahl dürfte interessant werden.

Mit der parteilosen Gabriela Stampa ist ganz neu noch die bisher letzte Kandidatin aufgetaucht. Die 59-Jährige wohnt schon seit 1990 in Birmensdorf und hat sich, wie sie sagt, seither immer wieder für die Gemeinde engagiert. So sei sie beispielsweise aktiv gewesen im Aufbau der Birmensdorfer Kinderkrippe. «Ich war immer schon politisch motiviert», sagt Stampa. Bisher habe ihr aber die Zeit gefehlt, sich aktiv politisch zu betätigen.

Doch jetzt, wo ihre beiden Kinder erwachsen seien, sei für sie die Zeit gekommen. «Die Gemeinde liegt mir am Herzen», sagt sie. «Ich will etwas zurückgeben.» Eine Parteimitgliedschaft sei für sie bisher aber nie ein Thema gewesen, sagt Stampa, die sich politisch mitte-links verordnet. Zudem gehe es in einer Gemeinde sowieso um Sachpolitik: «Wichtig ist, dass man einen Konsens findet.»

Am liebsten würde sich Stampa, die beruflich als Leiterin Finanzen und Controlling tätig ist, auch im Gemeinderat im Bereich Finanzen engagieren. «Ich will mein Fachwissen einbringen», sagt sie. «Zudem liegen mir gesunde Gemeindefinanzen am Herzen.» Die Chancen, dass sie tatsächlich Finanzvorsteher werden könnte, stehen nicht schlecht: Mit Werner Haab (SVP) tritt der aktuelle Finanzvorstand bei den Gesamterneuerungswahlen nicht mehr an. Auch sein Parteikollege, Gemeindepräsident Werner Steiner, stellt sich nicht mehr zur Verfügung.

Kein Kampf ums Präsidium

Für Steiners Nachfolge steht der aktuelle Bauvorstand Bruno Knecht (parteilos) bereit. Knecht hat aber bereits deutlich gemacht, dass er sich nicht um das Amt reisst: Er kandidiere nur, wenn sich kein anderer Kandidat zur Verfügung stelle, sagte er. Bisher sieht es aber nicht so aus, als ob ihm jemand anderes Konkurrenz machen würde. Und: Weil er bereits 62 Jahre alt sei, würde er das Amt auch nur für vier oder sechs Jahre ausführen, so Knecht.

Für die SVP kandidiert Stefan Gut, Präsident der Ortspartei und Sohn des früheren Gemeindepräsidenten Jakob Gut. Eigentlich wollte die SVP noch einen zweiten Kandidaten bringen. Da dieser jedoch wieder abgesprungen ist und mit Patrick Vogel ein FDP-Kandidat bereitsteht, den die SVP unterstützt, sieht die Partei von einer weiteren eigenen Kandidatur ab. «Patrick Vogel passt uns gut, wir sehen ihn als neuen Finanzvorstand», sagt Gut. Denn es sei nicht einfach, Kandidaten zu finden, die sich bereit erklärten, sich zu engagieren und auch das Rüstzeug mitbrächten. Vogel, der Gemeindeschreiber ist und bereits in seiner früheren Wohngemeinde Bonstetten im Gemeinderat war, sei ein solcher Kandidat.

Seine Kandidatur bereits im Oktober angemeldet hat auch der 19-jährige Jungsozialist Samuel Wenk. Er will der jungen Generation eine Stimme geben. Wieder zu den Wahlen antreten werden nebst Knecht zudem die Bisherigen Paul Gähler, Annegret Grossen, Hans Rudolf Keller und Barbara Puricelli.