Urdorf

Gemeinderat setzt sich ehrgeizige Ziele

Mit dem neuen Leitbild «Urdorf 2010+» setzten sich Gemeinderat und Verwaltung ambitionierte Ziele. Es gibt detailliert Auskunft über die strategischen Ziele der kommenden zehn Jahre.

«Wir wollten kein Papier für die Schublade, sondern ein Instrument, auf das wir bei anstehenden Entscheiden immer zurückgreifen können», formuliert Gemeindepräsidentin Sandra Rottensteiner die Absichten des Gemeinderats mit dem neuen Leitbild. Es wurde in verschiedenen Workshops mit Gemeinderat, den Spitzen der Verwaltung und externer Begleitung über eine Frist von zehn Jahren hinaus erarbeitet.

Weshalb zehn Jahre? «Es ist ein längerfristiges Führungsinstrument, das Weitblick braucht. Daraus ergeben sich die Etappenziele. Die Politik braucht länger, bis etwas realisiert ist. Damit haben wir langfristige Visionen für Urdorf, die aber jährlich wieder überprüft werden», so die Gemeindepräsidentin.

Der Aufbau des Leitbilds richtet sich nach diversen Rubriken: Identität, Entwicklung des Raumes, Entwicklung des Lebensraumes, Entwicklung des Wirtschaftsraumes, Rechtsschutz und Sicherheit, Schulangebote, Kultur, Freizeit und Sport, Gesundheit, Soziale Wohlfahrt, Verkehr, Umwelt sowie Ver- und Entsorgung, Finanzen, Behörden und Verwaltung. Der Aufbau dieser Rubriken orientiere sich auch an der Organisation innerhalb Gemeinderat und Verwaltung, so Rottensteiner.

Bei allen Beispielen wird zunächst eine Aussage zum Thema gemacht. Bei «Identität» heisst es etwa: «Urdorf, stadtnah und trotzdem im Grünen gelegen, verfügt über ein intaktes Sozialleben und ein ganzjähriges, vielseitiges Freizeitangebot. Diese Vorzüge wie auch die Einbettung in die dynamische Region Limmattal machen Urdorf insbesondere für Familien zu einem attraktiven Wohnort.»

Unterstützung für Spitzacker

Dann werden Ziele, Stossrichtungen und Massnahmen aufgeführt. Zum Thema Zentrum Spitzacker heisst es beispielsweise bei den Zielen: «Wir unterstützen die Aufwertung, Belebung und Vernetzung des Zentrums Spitzacker und des Muulaffenplatzes als attraktive, lebendige, generationenübergreifende Begegnungsorte.

Unter Stossrichtung ist zu lesen: «Wir unterstützen die Erneuerung und Erweiterung des Zentrums Spitzacker. Damit sollen die Einkaufs- und Verpflegungsmöglichkeiten von Bevölkerung und Arbeitnehmenden gewährleistet bleiben.

Über 70 konkrete Massnahmen

Bei den Massnahmen wirds schliesslich konkret: «Das laufende Projekt der Migros-Pensionskasse wird gemäss Terminplan sowie behördlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen überwacht und umgesetzt. Wir prüfen Möglichkeiten zur funktionalen und gestalterischen Aufwertung des erweiterten Zentrums Spitzacker bis Muulaffenplatz/Bachstrasse.»

Auf diese Art werden im ganzen Leitbild über 70Massnahmen aufgeführt, die der Gemeinderat in den nächsten zehn Jahren angehen will. «Dies hat zu einem Massnahmenplan geführt», erklärt Gemeindeschreiber Urs Keller gegenüber der LiZ. «Darin werden die Massnahmen priorisiert, terminiert und die Zuständigkeiten erwähnt.

Dieser Plan dient intern. Er wird aber jedes Jahr überprüft und angepasst.» Und weiter: «Leitbild und Massnahmeplan dienen auch als wertvolles Arbeits- und Führungsinstrument. Messbare Ziele lassen sich darauf ableiten. Dies insbesondere als Grundlage für eine wirkungsvolle Ressourcenplanung sowie als ergänzende Orientierungshilfe für die stufengerechten, periodischen Mitarbeiterbeurteilungs- und Förderungsaufgaben der Führungsverantwortlichen.»

Alle sollen mitziehen

Laut Sandra Rottensteiner verpflichte «Urdorf 2010+» den Gemeinderat dazu, auch mit der Verwaltung dranzubleiben, damit die Massnahmen umgesetzt werden können. «Wir sind auf alle angewiesen, auch auf die Vereine, die Ortsparteien, das Gewerbe und die Bevölkerung», denkt sie. «Denn nur das, was wir umsetzen können, wird unsere Gemeinde prägen.»

Wachstum auf 9300 Einwohner

Was sind die wichtigsten Aussagen im Leitbild? Die Gemeindepräsidentin nennt zuerst die «Positionierung als familienfreundlicher Wohn- und Arbeitsort». Ferner will man bis 2020 ein qualitatives Bevölkerungswachstum erzielen. Von derzeit 9050 soll die Bevölkerung auf 9300 wachsen. Voraussetzung dafür ist die Erschliessung neuer Siedlungsgebiete, welche derzeit diskutiert werden. Auch wird der Verkehr stark gewichtet. So wolle man laut Sandra Rottensteiner, wo möglich, flächendeckend Tempo 30 einführen oder die Verkehrssituation an der Weihermattstrasse vertieft betrachten.

Auf Website einsehen

Wichtige Ansprechgruppen wie Parteien oder Vereine erhalten ein persönliches Exemplar des neuen Leitbilds. Es wird nicht flächendeckend an die Bevölkerung verteilt. Die Kommunikation erfolgt über die Website der Gemeinde. Dort kann man das Leitbild einsehen und einzelne Teile oder alles ausdrucken.

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