Von den Balkonen schauen neugierige Senioren hinunter, einige winken und klatschen mit den Händen. Ein Mann lässt sein Kind in den Armen auf und ab hüpfen, dem Takt der Tambouren folgend. Weitere Zuschauer haben unten einen Halbkreis gebildet, zuvorderst und fast bei den Musikern hocken die Kinder – sie rutschen im Verlauf der Aufführung noch ein wenig näher. Alle sind sie hier, um das Platzkonzert des Zunftspiels der Zunft zur Meisen zu hören, das am Samstag im Zentrum von Birmensdorf zum 19. Mal über die Bühne ging.

Naturgemäss war das Programm sehr marschlastig, schliesslich war der Auftritt auch eine Generalprobe für das Sechseläuten, wo die Zunftmusik zwischen Formationen aus Schwamendingen und Fluntern mitmarschieren wird. «Drei oder vier sind dieses Jahr zum ersten Mal beim Sechseläuten mit dabei», verriet Michael Gut, Präsident der Harmonie Birmensdorf. Für einige Register wurde die Zunftmusik aus Arbon, Luzern und sogar aus Lausanne verstärkt. Mit von der Partie war auch die Kreismusik Limmattal, die mit Tambouren und Schlagzeugern für eine angemessen ohrenbetäubende Perkussion sorgte.

Frische und flotte Musikanten

«Die Zunftmusik setzt sich aus 52 Musikern zusammen, die sonst nicht zusammenspielen», sagte Gut. Deshalb sei im Vorfeld des Sechseläutens wiederum viel geprobt worden. «Und wenn wir schon üben, dann gerne auch gleich vor dem und für das Dorf.» Die früheren Proben hatten sich ausgezahlt, wie die öffentliche Generalprobe am Samstag zeigte: Scheinbar mühelos wirbelten die Tambouren mit den Schlägeln und liessen sie fast ohne ein Unglück in der Luft kreisen.

Die Bläsertruppe wirkte unter der Leitung von Cäcilia Gebhardt musikalisch aufgeweckt, frisch und flott. Sich selbst nahmen die Musikanten nicht immer ernst und schäkerten bisweilen mit dem Publikum: Einmal fingen sie plötzlich lauthals zu singen an, ein andermal wiegten sie sich in ihren schicken Uniformen geschmeidig im Takt.

Das Publikum erfreute sich am Spektakel. Wenn die Dirigentin dazu aufforderte – und nicht nur dann – wurde eifrig mitgeklatscht, und der Applaus zwischen den Stücken war gross. «Es hat mir sehr gut gefallen», sagte Hermann Huber aus Birmensdorf. Er spielt ansonsten auch bei der Harmonie Birmensdorf. «Ich möchte aber für den Umzug den Jüngeren den Vortritt lassen.» Er wünsche sich heute Montag für alle ein schönes Wetter am Umzug durch die Zürcher Innenstadt zum Sechseläutenplatz.

Auch Luise Langenegger war eingenommen vom Konzert: «Ich wohne gerade nebenan und hätte auch von da aus zuhören können.» Sie sei dann aber von der Musik auf den Platz gelockt worden. «Ich freue mich sehr über die Musikanten, sie sind eine grosse Bereicherung für das Dorf.»