Schulstart

Gefährlicher Schulbeginn: Kinder müssen an Baustellen der Limmattalbahn vorbei

Das Schulhaus Luberzen in Dietikon ist vom Verkehr der Schöneggstrasse betroffen.

Das Schulhaus Luberzen in Dietikon ist vom Verkehr der Schöneggstrasse betroffen.

Am kommenden Montag beginnt das Schuljahr. Einige Dietiker und Schlieremer Schulhäuser sind von Baustellen und starkem Verkehr betroffen, was den Schulweg der Kinder noch gefährlicher macht.

Der Schulanfang steht bevor. Damit sind ab kommendem Montag wieder zahlreiche Kindergarten- und Schulkinder den Gefahren des Verkehrs ausgesetzt – besonders die, die eingeschult werden oder neu in den Kindergarten kommen. In Dietikon und Schlieren kommen dieses Jahr einige Baustellen hinzu, die die Situation erschweren. Aufgrund der Bauarbeiten der Limmattalbahn befinden sich gleich mehrere Schulhäuser an verkehrsreichen Strassen, so die Schulhäuser Luberzen und Wolfsmatt in Dietikon. Da die Zürcherstrasse aufgrund des Baus der Limmattalbahn nur einspurig in Richtung Zentrum befahrbar ist, wird der Verkehr in die andere Richtung über die Schöneggstrasse umgeleitet, wo sich die beiden Schulhäuser befinden. Auch in Schlieren birgt der Bau der Limmattalbahn Risiken: Das Schulhaus Reitmen an der Badenerstrasse liegt direkt an der Baustelle.

Pascal Leuchtmann, Ressortvorsteher Sicherheit und Gesundheit des Stadtrats Schlieren, ist froh, dass die Bauarbeiten in Schlieren «bereits weit fortgeschritten» seien. Trotzdem werde die Stadtpolizei Schlieren/Urdorf an den besonders gefährlichen Stellen der Schulwege zur Beaufsichtigung der Verkehrsteilnehmer bereitstehen. Dies jeweils am Morgen und am Nachmittag bevor die Schule beginnt. «Gerade beim Schulhaus Reitmen brauchen die Polizisten aufgrund der Baustelle der Limmattalbahn ein Feingefühl für Gefahrenpunkte», sagt Leuchtmann. Doch auch andere Schulhäuser in Schlieren werden beaufsichtigt: So wechseln die Polizisten immer wieder ihren Standort.

Ähnlich sieht es in Dietikon aus: Während der ersten beiden Schulwochen werden jeweils morgens und nachmittags Polizisten an den kritischen Stellen der Schulwege präsent sein, wie Marco Bisa, Chef der Stadtpolizei Dietikon, sagt. «Zudem werden die Verkehrsinstruktoren der Polizei trotz Corona wie gewohnt mit den Schulklassen das Verhalten im Verkehr besprechen und üben», fügt er hinzu.

«Erwachsene haben eine Vorbildfunktion wahrzunehmen»

Sowohl Bisa als auch Leuchtmann empfehlen Eltern von Kindergarten- oder Schulkindern, den Weg schon vor Schulbeginn zusammen mit den Kindern abzulaufen. Zudem sei es wichtig, dass die Kinder zu Fuss und nicht per Elterntaxi in die Schule gehen. Leuchtmann betont, dass hier vor allem pädagogische Gründe eine Rolle spielen: «Der Schulweg ist für die Kinder ein erster Freiraum, den sie selber entdecken sollen. Das ist extrem wertvoll für die Entwicklung der Selbständigkeit», sagt er. Besonders in Bezug auf die Limmattalbahn sei es wichtig, den Kindern die Gefahren der Baustellen zu erklären, findet Bisa. Ein Beispiel seien die grossen Baustellenfahrzeuge mit toten Winkeln. Er empfiehlt auch, den sichersten, nicht den kürzesten Schulweg zu wählen, genügend Zeit dafür einzuplanen und auf Spielzeuge sowie Kickboards auf dem Schulweg zu verzichten. Begleitpersonen seien besonders anfangs Schuljahr eine Möglichkeit, den Schulweg sicherer zu gestalten. Doch auch Erwachsene, die selber keine Schul- oder Kindergartenkinder haben, können mithelfen: «Es gilt der Appell an alle Erwachsene, ihre Vorbildfunktion wahrzunehmen und sich an die Verkehrsregeln zu halten», sagt Leuchtmann.

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