Der Flughafen Kloten hat sein kulinarisches Portfolio erweitert: Die britische Unternehmung Prêt à Manger, kurz Pret, hat beim Airport-Shopping ihre erste Schweizer Filiale eröffnet. Gleichzeitig öffnen dieser Tage jenseits der Flughafen-Sicherheitskontrolle (Airside) drei Pret-Filialen an den Gates im Dock B, D und E. Betrieben werden alle vier Restaurants von der SSP Schweiz AG (Franchising).

Das Baguette mit italienischem Schinken für 9.20 Franken, die Proteinbox mit Räucherlachs für 11.90 Franken: Billig ist das Essen nicht, das da auf der Karte steht. Dafür verspricht das britische Label mehr Bio, mehr Natur und vor allem mehr Frische: Alles wird vor Ort in Kloten zubereitet, nichts über Nacht gelagert. Das Angebot reicht von den Sandwichs und Hot Wraps über diverse Salate, Früchte und warme Speisen bis hin zu Kaffee, Tee und Fruchtsaft.

«Frisch» heisst auch: Was bis Ladenschluss nicht verkauft ist, kommt weg. Traditionell spendet die Pret-Kette dieses Essen über Tafeln an Obdachlose und Bedürftige. Das werde auch in Kloten so sein, versicherte Michael Haley, der bei Pret für das Management der Franchise-Partnerschaften zuständig ist. Noch sei nicht entschieden, mit welcher Organisation man zusammenarbeiten werde, die Verhandlungen seien aber im Gang.

Bald werden es 60 Restaurants sein

Pret verspricht viel, hat damit Erfolg und expandiert stetig. Am Flughafen Zürich ist man als Gastrobetrieb freilich nicht allein: Aktuell gibt es 47 Restaurants, Cafés oder Bars. Ende Sommer eröffnet die Fastfood-Kette Kentucky Fried Chicken (KFC) eine Filiale – und wenn die Überbauung Circle ihre Tore öffnet, kommen damit voraussichtlich weitere zehn Restaurants hinzu. Die Gesamtzahl wird dann an der Marke von 60 kratzen.

Stefan Gross ist überzeugt, dass auch weiterhin alles aufgegessen wird, was da gekocht wird. Als Chief Commercial Officer (CCO) der Flughafen Zürich AG ist er mitverantwortlich dafür, welches Angebot an Läden und Restaurants besteht. «Wir sind als Vermieterin stets an langfristig erfolgreichen Mietern interessiert.

«Wir müssen uns also fragen, was die Leute am Flughafen wollen.» Im Passagierbereich des Flughafens hätten die Leute wenig Zeit; «weil sie sich aber trotzdem gesund ernähren wollen, passt Pret hier perfekt ins Umfeld». Darum, so meint Gross, werde sich die Flughafenfiliale auch längerfristig halten können, selbst wenn die Preise im Vergleich zu anderen Anbietern höher angesetzt seien. «Beim Circle wiederum ist ein anderes Angebot gefragt: Dort sind 6000 Arbeitsplätze. Die Leute haben mehr Zeit, möchten sich fürs Mittagessen hinsetzen.» So habe man letztlich keine Sorge, dass man gastronomisch überdotiert sei – nicht zuletzt auch deshalb, weil man für die nächsten Jahrzehnte von weiterhin steigenden Passagierzahlen ausgeht.

Bleibt die Frage, welche Art von Gastronomie der Zukunft denn noch fehlt. Ein Biohofladen vielleicht? «Das hätte ich sehr gerne hier am Flughafen», sagt CCO Gross. «Oder wer weiss, vielleicht auch eine Käserei, die ihr Produkt hier vor Ort mit viel Seele herstellt.» Was zusätzliche Restaurants angehe, wolle er keine Namen nennen, «aber mit einem gut gemachten vegetarischen Restaurant wäre man sicher gut bedient». Damit schielt er nun wiederum in Richtung einer höherpreisigen Kulinarik. «Tatsächlich geht es hier nicht um Luxus, aber es geht um Qualität. Und die Bereitschaft, dafür etwas zu bezahlen, ist keine Wohlstands-, sondern eine Haltungsfrage.»