Limmattal
Gärtner gehen falschem Bock an den Kragen

Die Schlagzeilen über den Asiatischen Laubholzbockkäfer scheinen bei Hobbygärtnern Verwirrung zu stiften. Anstatt dem gefährlichen Asiaten an den Kragen zu gehen, rücken sie einheimischen Bockkäferarten auf den Pelz.

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Aus China zugewandert: der asiatische LaubholzbockkäferKeystone

Aus China zugewandert: der asiatische LaubholzbockkäferKeystone

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«Wir haben relativ viele Falschmeldungen», sagt Markus Hochstrasser von der Fachstelle Pflanzenschutz beim Strickhof. Das bestätigt auch Beat Forster vom WSL in Birmensdorf: «Inzwischen halten Laien jedes Insekt mit langen Fühlern für den berühmt-berüchtigten Laubholzbockkäfer.»

Einsperren und fotografieren

Hochstrasser rät den Hobbygärtnern unbedingt, verdächtige Insekten zu fotografieren und die Aufnahmen an den Strickhof zu schicken, die Käfer aber am Leben zu lassen. Bei den einheimischen Bockkäfern handle es sich um ungefährliche Insekten, viele Arten seien ausserdem geschützt. «Die Chance ist sehr gross, dass das gesichtete Insekt kein Asiatischer Laubholzbockkäfer ist», sagt Hochstrasser, und nennt nochmals die Merkmale des Asiaten: schwarz-glänzender Panzer, weisse Punkte und bläuliche Glieder an Füssen und Antennen.

Bein Unsicherheit rät Hochstrasser, das Tier in einem Konfitürenglas einzufangen und Löcher für die Frischluftzufuhr in den Deckel zu stechen. Nicht als Käfer-Käfig verwendet werden sollte Tupperware: «Die Bockkäfer können sich problemlos durch solches Material durchbeissen», so Hochstrasser.

Der Asiatische Laubholzbockkäfer befällt verschiedene Laubholzarten und kann Bäume binnen weniger Jahre zum Absterben bringen. Der Käfer zählt zu den meldepflichtigen Quarantäneorganismen. Bisher ist er im Kanton Zürich lediglich im Raum Winterthur ausfindig gemacht worden. (ksc)