Zeigen Sie ausschliesslich einheimische Pflanzen an der (G)Artenvielfalt?

Ralph Hoffmann: Nein, wir haben auch gebietsfremde Pflanzen. Würden wir nur einheimische Pflanzen verwenden, wären wir in der Gestaltung zu stark eingeschränkt. Im Vergleich zu den Hotspots der Biodiversität ist unsere einheimische Artenvielfalt sehr bescheiden. Wir neigen dazu, Gärten so zu gestalten, dass sie den Leuten gefallen.

Haben Sie deshalb auch die Himalaja-Birke den einheimischen Birken vorgezogen?

Wir haben die Himalaja-Birke ausgewählt, da sie sich besser dazu eignet, die gewünschte Birkenwaldstimmung zu erzeugen. Sie wächst mehrstämmig und verzweigt sich öfters als die Einheimische. Deshalb lässt sich mit ihr viel besser ein Kronendach erzeugen. Die Himalaja-Birke bildet schon in jungen Jahren ihre charakteristische weisse Rinde, die bei ihr noch intensiver strahlt. Zudem lässt sie sich leicht zurückschneiden und wird auch nicht so gross wie eine einstämmige Birke. Da die Gärten unserer Kunden in den letzten Jahren immer kleiner wurden, kommen dort eher Himalaja-Birken infrage.

Werden die einheimischen Pflanzen dem Anspruch der Kunden nicht gerecht?

Mit ausschliesslich einheimischen Gewächsen ist es schwer, die Wünsche der Pflanzenliebhaber an ihren Garten zu erfüllen. Sie erwarten viele Blumen, unterschiedliche Blütezeiten, eine optimale Durchmischung von Pflanzen und Gehölzen.

Himalaja-Birken wachsen mehrstämmig.

Himalaja-Birken wachsen mehrstämmig.

Generell wollen sie das ganze Jahr hindurch einen attraktiven Garten. Eine Waldrand-Szenerie würde diese Ansprüche am ehesten erfüllen, braucht aber extrem viel Platz. Und dieser ist meist nicht vorhanden. Ein komplett einheimischer Garten wird ohnehin von den wenigsten Kunden gewünscht.

Woran liegt das?

Einerseits an der überschaubaren Artenvielfalt. Die Kunden lassen sich meist im Internet inspirieren. Die Gärten nachzustellen, die sie online sehen, ist mit einheimischen Pflanzen fast nicht möglich. Andererseits schrecken viele vor dem schnellen Wachstum zurück. So wächst eine wilde Naturhecke im Jahr bis zu zwei Meter und nimmt in kürzester Zeit ein grosses Volumen ein. Mit einer Thuja-Hecke, die einmal im Jahr geschnitten werden muss, ist das nicht zu vergleichen. Viele Gartenbesitzer interessieren sich für einheimische Pflanzen, aber nur dann, wenn sie keinen zu grossen Aufwand bereiten.

In Ihrem Garten sind aber schon auch einheimische Pflanzen zu sehen?

Natürlich. Da wir eine relativ grosse Gartenfläche gestalten, handelt es sich trotzdem bei etwa 70 Prozent der Gewächse um einheimische Pflanzen. Wir wollen die Vielfältigkeit des Gartenbaus zeigen. An der Ausstellung haben wir uns für eine moderne Gartengestaltung entschieden und gleichzeitig unsere einheimische Natur miteingeflochten. Schliesslich geht es uns aber darum, mit dem Garten ein zusätzliches Zimmer zu schaffen. Das soll so gestaltet werden, dass es einen gewissen Stil aufweist und sich die Kunden darin zu Hause fühlen können.