Limmattal
Für mehr soziales Engagement: Zwei Helferinnen für Werbekampagne engagiert

Jennifer Stark und Jeanette Isele unterhalten Kinder in einer temporären Wohnsiedlung – nun sind sie zwei der Gesichter der Werbekampagne des Roten Kreuzes und strahlen von den Plakaten.

Anina Gepp
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Jeden zweiten Samstag organisieren Jeanette Isele und Jennifer Stark einen Spielnachmittag für Kinder. (Symbolbild)

Jeden zweiten Samstag organisieren Jeanette Isele und Jennifer Stark einen Spielnachmittag für Kinder. (Symbolbild)

Keystone

Jennifer Stark und Jeanette Isele strahlen einen derzeit von mehreren Plakaten im ganzen Limmattal entgegen. Die jungen Frauen aus Schlieren und Zürich posieren darauf mit pinken Luftballons und den Kindern Sara und Hanibal, die in einer temporären Wohnsiedlung für ehemalige Asylsuchende in Zürich zu Hause sind.

Die Kampagne des Roten Kreuzes soll den ganzen Sommer über dazu aufrufen, die Organisation mit Spenden zu unterstützen. Mehr als 2700 Freiwillige setzen sich heute mit jährlich 191 000 Stunden für das Zürcher Rote Kreuz und damit bedürftige Menschen im Kanton Zürich ein. In Zukunft sollen es dadurch noch mehr werden.

Jeden zweiten Samstag vor Ort

Stark und Isele sind beide seit 2015 aktiv beim Zürcher Jugendrotkreuz dabei. Sie sind zuständig für die Organisation des Spielnachmittags in einer temporären Wohnsiedlung in Zürich. Hier wohnen vorwiegend Familien mit Kindern, die die Wohnung während des Asylverfahrens durch die Stadt zugewiesen bekommen haben.

Hinter Freiwilligenarbeit verberge sich eine spannende und bereichernde Aufgabe, so Isele. Die 27-jährige Systembibliothekarin war schon vor ihrer Tätigkeit beim Roten Kreuz sozial engagiert bei einem Sportverein für Behinderte. Zusammen mit Stark setzt sie sich jetzt für eine aktive und abwechslungsreiche Freizeit der Kinder in der Siedlung ein.

Jeannette Isele (links) und Jennifer Start.

Jeannette Isele (links) und Jennifer Start.

Anina Gepp

Jeden zweiten Samstag sind die Frauen vor Ort und unterhalten die 2- bis 15-jährigen Bewohner. Eine Herausforderung, vor allem aufgrund des grossen Altersunterschieds der Kinder, so Stark. Die erst 20-jährige Schlieremerin hat diesen Sommer ihre kaufmännische Lehre abgeschlossen.

Sich beim Roten Kreuz zu engagieren sei für sie der ideale Ausgleich zum Alltag im Büro. «Das Lachen der Kinder zu sehen ist für mich das Grösste», sagt sie.
Insgesamt wohnen in der Wohnsiedlung etwa 140 Menschen. Rund 20 freiwillige Helfer des Roten Kreuzes helfen im Quartier tatkräftig mit, um die Samstage der Kinder vor Ort zu einem Erlebnis zu machen.

Durch die viele Zeit, die man mit den Kindern verbringe, entstünden enge Beziehungen, so Isele. Mittlerweile kenne man sich gut und das Vertrauen sei stetig gewachsen. «Die Kinder vertrauen mir auch Ängste und Sorgen an», sagt sie. Es sei zudem schön mitzuverfolgen, wie jedes Kind seine ganz persönliche Entwicklung mache.

Denn ganz zu Beginn der Lancierung des Spielnachmittags sei der Anlass noch nicht so gesittet abgelaufen. «Wir mussten den Kinder Grenzen aufzeigen und gewisse Regeln einführen», erklärt Stark. Dass beispielsweise der Znüni gerecht aufgeteilt werde oder Abfall nicht einfach liegen gelassen werden kann, sei vielen Kindern nicht bewusst gewesen.

An Herausforderungen wachsen

Durch die kulturellen Unterschiede und die teilweise schwierige oder auch traumatisierende Vorgeschichte der Kinder haben die freiwilligen Helferinnen auch viel für sich persönlich gelernt. «Durch die Freiwilligenarbeit bekommt Einblicke in Lebenswelten, mit denen man sonst wahrscheinlich nie in Berührung gekommen wäre», so Isele.

Das bringe sehr viel Schönes aber auch Herausforderungen mit sich. Gerade an Letzteren wachse man aber auch selbst extrem. «Es ist ein Geben und Nehmen» so die Zürcherin. Schön sei es, dass nicht nur die Kinder und die Freiwilligen des Roten Kreuzes mittlerweile ein gutes Team seien.

«Auch wir Helfer untereinander ziehen alle an einem Strick», sagt Stark. Das sei extrem wichtig, um das Vertrauen der Kinder und auch der Eltern nicht zu verletzen. «Die Familien geben uns bereits ihre Kleinsten ab», so Stark. Das bedeute eine grosse Verantwortung. Und dieser könne man nur gerecht werden, wenn die Spielnachmittage bestens koordiniert würden.

Ab und an unternehmen Isele und Stark mit den Kindern auch Ausflüge. Vor Kurzem besuchten sie mit ihren Sprösslingen den Zoo Zürich. Beide strahlen, als sie von diesem Nachmittag erzählen. «Die Kinder waren grösstenteils noch nie in einem Zoo und total fasziniert», so Isele.

Für die Zukunft des Roten Kreuzes wünschen sich die engagierten Frauen noch mehr junge Menschen, die sich für Freiwilligenarbeit begeistern lassen. Einmal schnuppern zu kommen sei immer möglich.

«Wir haben festgestellt, dass ein möglichst grosser Mix an Kulturen, Geschlechtern und Alter nur bereichernd sein kann für alle Beteiligten», so Isele. Und das sei schliesslich auch der Grundgedanke des Roten Kreuzes.