Oetwil
«Für den Wald war der Schneefall kein Problem» – die Aufräumarbeiten dauern noch etwa bis Ende nächster Woche

Nach den starken Schneefällen Mitte Januar räumt die Unterhaltsgenossenschaft Wisentäli momentan die Waldstrassen frei. Förster Daniel Dahmen gibt grünes Licht für Spaziergänge.

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Stefan Walser, Vorstandsmitglied der Unterhaltsgenossenschaft Wisentäli, half am Donnerstag mit, eine Weisstanne zu entfernen.
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Diese ist auf einen Waldweg beim Presiweiher gestürzt.
Die Unterhaltsgenossenschaft ist für die Waldwege in Oetwil, Geroldswil und Weiningen zuständig.
Der zuständige Förster Daniel Dahmen gibt Entwarnung: Man kann wieder unbesorgt im Wald spazieren.
Nach einem heftigen Sturm gibt es wesentlich grössere Schäden als nach dem letzten Schneefall.
Ruedi Lienberger zersägte die umgefallene Tanne.
Die Waldwege stehen an zweiter Stelle auf der Prioritätenliste. Zuerst werden nach einem kräftigen Schneefall die öffentlichen Strassen freigeräumt.
Auch in Geroldswil und Weiningen sind die Waldstrassen mittlerweile freigeräumt.

Stefan Walser, Vorstandsmitglied der Unterhaltsgenossenschaft Wisentäli, half am Donnerstag mit, eine Weisstanne zu entfernen.

Severin Bigler

Seit vergangenem Samstag befreien die Mitglieder der Unterhaltsgenossenschaft Wisentäli die Oetwiler Waldstrassen von umgefallenen Bäumen und abgebrochenen Ästen. So entfernten sie zum Beispiel am Donnerstag eine umgestürzte Weisstanne beim Presiweiher von der Waldstrasse. Autos und der Forstdienst sollen die Strassen wieder befahren können. Nach den kräftigen Schneefällen Mitte Januar bot sich im Wald ein aussergewöhnliches Bild und es bestanden Warnungen, den Wald zu meiden. Daniel Dahmen, Förster des Reviers Katzensee-Buchs-Dielsdorf und Limmattal-Nord, gibt nun Entwarnung: «Es ist nicht mehr gefährlich, in den Wald zu gehen, solange man die Augen offen hält und nicht nur aufs Handy schaut», sagt er. «Seit Montag fallen keine Bäume mehr um.» Die Aufräumarbeiten dauern allerdings noch etwa bis Ende nächster Woche an.

Erste Priorität habe nach starken Schneefällen jeweils die Freiräumung von öffentlichen Strassen, erklärt Dahmen, der unter anderem die Wälder in Oetwil, Geroldswil und Weiningen bewirtschaftet. Erst an zweiter Stelle kämen Waldstrassen und schliesslich Wanderwege an die Reihe. Die Unterhaltsgenossenschaft Wisentäli ist für die Räumung der Waldstrassen in Oetwil, Geroldswil und Weiningen zuständig. Die Mitglieder verrichten ihre Aufträge nebenberuflich. Auch die Waldstrassen in Geroldswil und Weiningen sind mittlerweile freigeräumt, wie Dahmen sagt.

«Die letzten Schneefälle waren ein besonderes Ereignis, das nicht oft vorkommt», sagt Dahmen. In den acht Jahren, in denen er schon als Revierförster im Limmattal tätig sei, habe es noch nie so viel und so nassen Schnee gegeben. Die Schäden im Wald seien aber nach dem Sturmtief Burglind im Januar 2018 oder nach den Stürmen im vergangenen März wesentlich grösser gewesen. «Für den Wald war der Schneefall kein Problem», sagt er. «Das ist die Natur und gehört dazu.» Im Gegenteil: Wenn einzelne
Bäume umfallen, gelangt wieder mehr Licht an den Waldboden und es können junge Bäume wachsen. «Das ist nicht gross anders, als wenn der Förster selber einzelne Bäume fällt», sagt er.

Gefallene Fichten können Borkenkäfer-Plage auslösen

Für die Waldeigentümer stellen die Schäden im Wald ein grösseres Problem dar als für den Wald selber: «Die Eigentümer haben mit dem Aufräumen viel mühsame Arbeit für wenig Holzertrag», sagt Dahmen. So hätten sich wohl einige Waldbesitzer von Zielsetzungen in der Holzgewinnung verabschieden müssen und würden finanzielle Einbussen erleiden.

Eine wichtige Arbeit sei momentan das Entfernen von umgefallenen Fichten, sagt Dahmen. «Diese sind Nahrungsquelle und Fortpflanzungsort für Borkenkäfer, die vor allem in den Jahren 2018 und 2019 eine Plage waren und Schäden in Wäldern verursacht haben.»

Wenn die Waldstrassen durch die zuständigen Personen freigeräumt sind, wird Dahmen aufnehmen, welche Schäden es genau gegeben hat. Gemeinsam mit den Waldeigentümern wird er entscheiden, welche Schäden behoben werden sollen. Unfälle oder grössere Sachschäden habe es durch umgefallene Bäume oder abgebrochene Äste in seinem Forstrevier keine gegeben. «Nachdem es am Sonntag erneut geschneit hat, hätte ich schlimmere Schäden befürchtet», sagt er.

Nun hofft Dahmen darauf, dass eine Weile kein Schnee mehr fallen wird, sodass sich der bestehende setzen kann. «Es wird noch etwa bis Ende nächster Woche dauern, bis der Wald durch Regen und wärmere Temperaturen vom Schnee gesäubert ist.» Sollte es erneut zu starken Schneefällen kommen, würde die ganze Arbeit von vorne beginnen.