Für Velofahrer ergäben sich «mitunter gefährliche Situationen». Und Passanten müssten vor dem Lichtsignal lange warten, bis sie den Fussgängerstreifen überqueren könnten. Der Stadtrat bestätigt in seiner Antwort, dass die Schönenwerdkreuzung insbesondere für Velofahrer problematisch sei. Er habe die in der Interpellation beanstandeten Punkte überprüft – und dabei auch gleich «weitere Konfliktpunkte betreffend Veloinfrastruktur festgestellt».

Ende März wurde deshalb eine offizielle Befahrung der Kreuzung durchgeführt. Daran nahmen Vertreter des kantonalen Tiefbauamtes, des Amtes für Verkehr, der Kantonspolizei, der kantonalen Koordinationsstelle sowie Vertreter der Stadt Dietikon teil. Auch drei Gemeinderäte – darunter Interpellant Steiner – waren dabei.

«Bei der gemeinsamen Befahrung wurden die festgestellten Konfliktpunkte vor Ort begutachtet, alle Teilnehmer konnten Vorschläge zu deren Entschärfung einbringen», schreibt der Stadtrat. Die Befahrung stuft er deshalb als positiv ein, da alle Anwesenden «Ideen zur Optimierung» vorbringen konnten. Auch Gemeinderat Steiner stuft diesen Augenschein als wertvoll ein: So hätten sich die verschiedenen beteiligten Stellen gegenseitig erklären können, aufgrund welcher Überlegungen sie gehandelt hatten.

Velowegweiser fehlen

Bei der Befahrung zeigte sich, dass das grösste Manko darin liegt, dass die Velofahrer am neu gestalteten Verkehrsknoten auf sich alleine gestellt sind: Velowegweiser fehlen auf der gesamten Schönenwerdkreuzung. So sei die indirekte Veloführung, dank der eher ungeübtere, langsamere Zweiradfahrer die Bernstrasse über den Fussgängerstreifen queren können, gar nicht erkennbar. Und bei der direkten Veloführung, dank der geübtere, schnellere Radfahrer auf der Autofahrspur die Bernstrasse queren können, gebe es ebenfalls Probleme: Von Schlieren nach Dietikon würde beispielsweise auf der «extrem breiten Bernstrasse» eine Markierung fehlen. Die Velofahrer könnten deshalb die Orientierung verlieren. Der Stadtrat spricht von einer «kritischen Situation». Denn es bestehe die Gefahr, «dass die Velofahrenden zu weit auf die linke Spur schwenken oder die Autos zu weit rechts in die Fahrspur der Velos gelangen».

Der Kanton prüft deshalb gemäss Dietiker Stadtrat verschiedene Massnahmen. So soll etwa die fehlende Markierung für Velofahrer über die Bernstrasse noch angebracht werden. Zudem soll die Schönenwerdkreuzung für Velofahrer dank Wegweisern übersichtlicher werden: «Eine klar erkennbare und schnell zu erfassende Velosignalisation muss durch den Kanton noch gesamthaft erstellt werden.»

Als potenzielle Gefahrenstellen gelten auch die sogenannten Mischverkehrsflächen – also die Trottoirs, die sich Fussgänger und Velofahrer zu teilen haben. Angesichts der bestehenden Platzverhältnisse lassen sich die Verkehrsströme nicht trennen, hält der Stadtrat fest. Allerdings werde der Kanton versuchen, die vorhandene Engstelle im Bereich der Bushaltestelle Schönenwerd in Richtung Dietikon noch etwas nachzubessern. Er prüft etwa, ob die Fahrplanstele versetzt werden kann. Diese angekündigten Optimierungen werden nun vom Kanton geplant. Danach wird, wie der Interpellationsantwort zu entnehmen ist, ein entsprechender Zeitplan erstellt.

Fussgänger nicht bevorzugt

Keine Anpassungen wird es für Fussgänger geben, die gemäss Interpellant Steiner lange warten müssen. Der Stadtrat verweist darauf, dass die Schönenwerdkreuzung im Zuge der Bauarbeiten für die Limmattalbahn umgestaltet worden ist.

Die Verkehrsachsen Zürcher-/Badenerstrasse sowie die Zentren von Dietikon und Schlieren sollen vom regionalen motorisierten Verkehr entlastet werden. Dieser soll sich auf die Bernstrasse verlagern. «Daraus resultiert, dass die Schönenwerdkreuzung in ihrer baulichen und betrieblichen Ausführung deutlich auf das Gewährleisten einer grossen Kapazität für den motorisierten Verkehr ausgerichtet sein muss», hält der Dietiker Stadtrat weiter fest.

Der Verkehr soll fliessen

Ein ausgeglichener, flüssiger Verkehrsfluss über diesen Knoten sei «die wichtigste Voraussetzung» dafür, dass Autos, Töffs und Lastwagen nach der Inbetriebnahme der Limmattalbahn nicht durch die beiden Stadtzentren fahren oder sich dort stauen. «Aufgrund der geringen Fussgängerfrequenzen an der Schönenwerdkreuzung werden die Fussgänger an den Lichtsignalen nicht bevorzugt behandelt.»

Martin Steiner ist grundsätzlich zufrieden, was seine Interpellation ausgelöst hat. Es sei doch sehr viel in Bewegung gesetzt worden. «Allerdings hat sich leider auch gezeigt, dass an der Schönenwerdkreuzung keine grossen Würfe mehr möglich sind.»