Ortoloco

Für einmal fand die Party auf einem Dietiker Acker statt

Was für ein Happening: Zu Livemusik stachen 200 Personen einen Dietiker Acker der Gartenkooperative Ortoloco um. Drei Stunden dauerte die Aktion, die auch dem Acker zugute kommen soll.

Auf der Bühne gibt die neunköpfige Band alles, hinter der Bar schenkt das adrett in weisse Hemden und goldene Krawatten gekleidete Barpersonal Bier und Saft aus. Dazwischen bewegt sich das Volk zu den treibenden Rhythmen der Musik, schwitzt, lacht und feuert sich gegenseitig an. Eine Szene aus einem Nachtclub?

Mitnichten. Denn am Samstagnachmittag fand die Party für einmal nicht in einem Konzertlokal, sondern auf einem Dietiker Acker statt. Die regionale Gartenkooperative Ortoloco, die 1,4 Hektaren Land vom Biohof Fondli pachtet, hatte zur grossen Spatenbrigade geladen. Ihrem Ruf waren fast 200 Personen gefolgt, die zur Livemusik der Berner Blaskapelle Traktorkestar drei Stunden lang den Acker umstachen. Ein Riesenerfolg, wie Christian Müller von der Betriebsgruppe der Genossenschaft sagt: «Wir hätten nicht damit gerechnet, dass so viele Leute kommen.»

Vor zwei Jahren hatte der Anlass erstmals mit rund 80 Personen stattgefunden, im letzten Jahr musste er verschoben und schliesslich abgesagt werden, weil das Wetter nicht mitspielte. Damals übernahm eine Maschine die Arbeit. «Handarbeit tut dem Acker aber besser», erklärt Ortoloco-Gärtnerin Seraina Sprecher. Denn eine Spatenmaschine würde die Erde zu sehr zusammendrücken, was ungünstig sei.

Aus Basel angereist

Zudem stärke der Anlass das Gemeinschaftsgefühl, sagt Müller. «Die Leute finden es cool, weil es ein Happening ist.» Tatsächlich hatte das «Party-Gärtnern» nebst Genossenschaftern auch viele Freunde und Bekannte angezogen. Isa Mele und Esther Suter waren dafür sogar von Basel angereist. Sie sei bereits das zweite Mal dabei, sagt Mele: «Es macht einfach Spass, mit anderen Leuten gemeinsam im Garten zu arbeiten.» Und Suter, auch von Beruf Gärtnerin, war gekommen, weil sie «einfach eine Leidenschaft» für diese Art von Arbeit habe. Auch die Band, die bei ihrem fast dreistündigen Einsatz ebenfalls ins Schwitzen kam, hatte Spass: «Auf einem Acker haben wir noch nie gespielt», sagt Trompeter Balthasar Streit. «Es ist total witzig, den Leuten beim Arbeiten zuzusehen.»

Die Genossenschaft Ortoloco wurde 2009 gegründet, um Konsumenten mit ihrer Nahrung in Verbindung zu bringen. Mittlerweile sind ihr 220 Haushalte mit gegen 400 Personen angeschlossen, die sich wöchentlich in diversen Depots in Dietikon und Zürich ihr Biogemüse abholen.

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