Team-Aerobic

Frisches Programm: Weiningens Turnerinnen stecken sich hohe Ziele

Die Vielseitigkeit der Disziplin und das Zusammenspiel von Choreografie und Musik der Aerobic-Damen des TV Weiningen vermögen zu begeistern.

Die Vielseitigkeit der Disziplin und das Zusammenspiel von Choreografie und Musik der Aerobic-Damen des TV Weiningen vermögen zu begeistern.

Die Aerobic-Damen des TV Weiningen machen sich für die neue Saison bereit. Mit einem frischen Programm wollen sie an die jüngsten Erfolge anknüpfen. Für dieses Vorhaben ist der Zusammenhalt in der Gruppe von hoher Bedeutung.

Nach einer sehr erfolgreichen letzten Saison wollen die Aerobic-Damen des TV Weiningen mit einem ganz neuen Programm in die nächste Saison starten. Rund fünf Monate haben sie Zeit, um es einzuüben, bis die ersten Wettkämpfe vor der Tür stehen. «Das erste Jahr mit einem neuen Programm ist immer speziell», sagt Marion Haug, die gemeinsam mit Marina Birrer das Team Aktive leitet und die Choreografie zusammenstellt.

Neben viel Freude schwingt auch etwas Unsicherheit mit, wenn die Turnerinnen an das neue Programm denken. «Da gibt es mehr Raum für Fehler, und das kann schon nervös machen», sagt etwa Sandra Haberthür, die seit rund zehn Jahren im Team mit dabei ist. Eine neue Choreografie ist sowohl eine körperliche als auch eine mentale Herausforderung. Neue Schritte und Bewegungsabläufe müssen auswendig gelernt und verinnerlicht werden. Wie die Choreografie schliesslich ankommt, wird sich erst in der neuen Saison erweisen, wenn die ersten Wertungsrichter ihr Urteil sprechen.

Silber an den Meisterschaften

Zum Glück haben die Weininger mit Marina Birrer eine Turnerin im Team, die selbst als Wertungsrichterin im Einsatz ist und ein Auge dafür hat, worauf ihre Richterkollegen achten. Die Erwartungen der Weiningerinnen an sich selbst sind jedenfalls hoch. Kein Wunder, haben sie doch in den letzten Jahren zahlreiche Erfolge in den
verschiedenen Kategorien verbuchen können.

Eine Choreografie ist eine körperliche und eine mentale Herausforderung.

Eine Choreografie ist eine körperliche und eine mentale Herausforderung.

Mit dem zweiten Platz an den Schweizer Meisterschaften in Villars-sur-Ollon im vergangenen November wurde der Abschluss der Saison durch das Team Aerobic sogar versilbert. Selina Brunner, Ladina Fliri und Fiona Machaz erreichten eine starke Bewertung von 9,422 Punkten. Zudem punkteten auch die beiden weiteren Teams mit guten Leistungen an den Meisterschaften: Die Aktiven klassierten sich im Finale mit 9,70 Punkten auf Platz fünf, die Jüngsten wurden mit 9,60 Punkten Vierter.

Nach dem Lehrbuch

Die Anfänge ihrer kleinen Erfolgsgeschichte liegen über fünfzehn Jahre zurück, als sich die Vereinsleitung entschied, Team-Aerobic als neue Disziplin aufzunehmen. «Das war für uns etwas ganz Neues und wir mussten sozusagen mit dem Lehrbuch in der Hand erst einmal die Grundelemente lernen», sagt Sonja Blunschi, welche nach vielen Jahren bei den Aktiven heute in der Ü35-Gruppe dabei ist. «Wir in der Ü35 sind alle Mamis und nehmen es ein wenig gelassener als die Aktiven», erzählt sie.

Trotz oder gerade wegen ihrer Gelassenheit wurden die Ü35-Turnerinnen 2016 Schweizer Meister. Ein Riesenerfolg. Nach all den Jahren hat Team-Aerobic bei Sonja Blunschi jedenfalls nichts an Faszination eingebüsst. Die Vielseitigkeit der Disziplin und das Zusammenspiel von Choreografie und Musik mit seinen kreativen Elementen begeistern sie noch immer.

Für den Erfolg eines Aerobic-Teams ist der Zusammenhalt in der Gruppe unerlässlich, da jeder auf jeden angewiesen ist. Die gemeinsamen Trainings und Wettbewerbe schweissten die Aerobic-Turnerinnen über die Jahre hinweg immer stärker zusammen. Ihr besonderer Teamspirit beschränke sich dabei nicht auf einzelne Grüppchen, sondern umfasse die ganze Aerobic-Familie, angefangen bei der Jugendgruppe, wo der Grundstein für den Erfolg gelegt werde, betont Marina Birrer, welche auch Hauptleiterin der Jugend ist. Neuen Zuwachs erhielt die Aerobic-Familie zudem mit dem 3er-Team, bestehend aus Selina Brunner, Ladina Fliri und Fiona Machaz. Die drei Turnerinnen bestritten im letzten Jahr ihre erste Schweizer Meisterschaft und holten direkt Silber.

Probleme ansprechen

Wo mehrere Menschen zusammenkommen, entstehen natürlich auch Konflikte und Reibereien. Das ist auch im Team-Aerobic nicht anders. Gegen Ende einer anstrengenden Saison und unter der Anspannung, die vor einem wichtigen Wettbewerb aufkommt, können auch einmal die Nerven etwas blank liegen. «Das ist normal und wir kennen uns gut genug, um das aufzufangen», sagt Sandra Haberthür. Wichtig sei es, Probleme offen anzusprechen, sind sich die Turnerinnen einig.

So war es auch im letzten Sommer, als Marion Haug und Marina Birrer merkten, dass es den Turnerinnen in den Trainings an der nötigen Motivation fehlte. «Also haben wir uns alle
zusammengesetzt und uns gefragt, was müssen wir ändern», erzählt Marion Haug. In ihrer Tasche hat sie ein kleines Notizbuch, in das sie die Rückmeldungen der Turnerinnen eingetragen hat. Sachen wie mehr Zeit, um sich aufs Training einzustimmen, mehr Ruhe in der Turnhalle und persönlicheres Feedback seien dabei gewünscht worden. Sachen, welche sich die Leiterinnen zu Herzen nahmen, die aber das Training insgesamt eigentlich nicht gross verändert haben. Nichtsdestotrotz, sich auszusprechen scheint gutgetan zu haben. «Danach lief es plötzlich wieder tipptopp», erinnert sich Haug.

Und nun steht also die neue Saison mit einem frischen Programm vor der Tür. Der Teamspirit und die Motivation stimmen und die Musik sei richtig cool, betont Sandra Haberthür. Jetzt wünschen sich die Turnerinnen nur noch, dass in diesem Jahr niemand mehr kurz vor einem Wettbewerb krankheits- oder verletzungsbedingt ausfällt, und sie, wie schon so oft, in letzter Minute ihr Programm umstellen müssen.

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