Nachgefragt
«Freuen Sie sich auf die Street Parade?»

Am 10. August findet in der Stadt Zürich die 28. Street Parade statt. Unter dem Motto «Colours of Unity» werden Zehntausende Partygäste zu technoiden Klängen tanzen. Ob sich die Limmattaler freuen?

Céline Geneviève Sallustio
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Am Samstag steigt in Zürich wieder die grösste Technoparty der Welt. Wie stehen die Limmattaler dazu? Wir haben nachgefragt.
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Davide Corca, Gianluca Zortea und Josua Cipresso (24, 20 und 20), Dietikon und Bergdietikon «Da wir weder Alkohol noch Drogen konsumieren und es uns nervt, wenn alle besoffen sind, meiden wir die Street Parade. Ausserdem kann man sich bei den Menschenmassen und der Lautstärke nicht gut unterhalten. Deshalb verfolgen wir den Tag lieber am Fernseher oder in den Medien mit. Besonders interessant finden wir dabei die ausgefallenen Kleider einiger Raver.»
Giorgobiani Tamaz (59), Dietikon «Als Taxichauffeur erlebe ich an der Street Parade teilweise lustige Fahrten mit meinen Gästen. Sie sind oft sehr gut gelaunt und gesprächig. Doch nicht nur das – teilweise verwandelt sich die Taxifahrt zu einem Konzert, weil wir alle zusammen singen! Trotz Spass habe ich auch Respekt vor der Party. Denn viele Menschen stehen unter Drogen- oder Alkoholeinfluss. Das kann während einer Taxifahrt auch schiefgehen.»
Emilio Sallustio (53), Othmarsingen «1992 fand die erste Street Parade statt. Seitdem war ich fünfmal am Anlass. Dieses Jahr werde ich mit meinem Schwiegersohn den Samstagnachmittag am Bürkliplatz verbringen. Unsere Frauen lassen wir zu Hause, denn es wird ein Männertag. Mir gefällt der Anlass, weil alle gut gelaunt sind und man schnell und unkompliziert mit Menschen ins Gespräch kommt.»
Michelle Nessler (22), Dietikon «Bereits als Teenager habe ich regelmässig an der Street Parade teilgenommen. Besonders weil mir der Musikstil Techno gefällt. Für den Anlass habe ich mich nicht verkleidet, sondern ich trug bunten Glitzer im Gesicht auf. Nach fünf bis sechs Jahren Teilnahme an der grössten Technoparty Europas werde ich dieses Jahr die Menschenmassen meiden.»
Lorenzo Calapai (21), Spreitenbach «Letztes Jahr war ich das erste Mal an der Street Parade: Es war eine spontane Idee mit meinen Kollegen. Auch dieses Jahr entscheiden wir spontan, ob wir am Samstag nach Zürich gehen. Sicher ist, dass Hunderttausende von Menschen anwesend sein werden. Dies ist ein Grund, weshalb ich am Wochenende vielleicht trotzdem lieber die Stadt meiden möchte.»
Marina Bidic (22), Murten «Ich werde nie an die Street Parade gehen. Denn ich weiss, ich würde mich wie ein Huhn im Hühnerstall fühlen: Total eingeengt und ohne jeglichen Überblick über das Geschehen. Doch nicht nur das: Mein Umfeld erzählt mir stets von den negativen Eindrücken der Party, beispielsweise dass viele Menschen unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stehen.»
Angela Alferez Huber (56), Dietikon «Siempre Caliente, als Latina bevorzuge ich das Zürcher Latin-Festival. An der Street Parade war ich bisher einmal mit meinen Kindern. Der Tag hat grossen Spass gemacht und ich war beeindruckt, dass Menschen aus ganz Europa extra nach Zürich reisen. Im Gegensatz zum Caliente erhielt ich jedoch den Eindruck, dass die Party eher ein jüngeres Publikum anspricht.»

Am Samstag steigt in Zürich wieder die grösste Technoparty der Welt. Wie stehen die Limmattaler dazu? Wir haben nachgefragt.

Keystone