Claudio Pescia, was hat Sie dazu bewogen, vom aktiven Curler direkt den Schritt zum Trainer zu wagen?
Claudio Pescia: Mit der zunehmenden Professionalisierung habe ich vor zwei Jahren gemerkt, dass unter anderem auch die körperlichen Anforderungen immer höher werden. Mit meinem damaligen Team (St. Galler Bär, Anm. d. Red.) konnte ich bei Schweizer Meisterschaften zwar immer wieder vorne etwas mitspielen, doch international hätten wir keine Chancen mehr gehabt. Ich wollte dennoch meine Passion im Curling ausüben und den jungen Leuten meine Erfahrungen weitergeben. Nach meiner Zusage bei Genf wurde ich auch von Mirjam Ott kontaktiert, wo ich die Gelegenheit hatte, als Olympiacoach dabei zu sein. Doch die Arbeit mit dem jungen Männerteam war für mich interessanter.

Wie bewerten Sie die Chancen bei der WM?
Da wir uns gerade erst für dieses Turnier qualifiziert haben, haben wir mit Nationaltrainer Andreas Schwaller noch kein endgültiges Ziel definiert. Wir müssen uns auch nicht für ein nachstehendes Turnier qualifizieren, somit reisen wir ohne Druck nach Peking. Trotzdem wird dem einen oder anderen jungen Spieler vor dem ersten Spiel mit dem Schweizer Kreuz auf dem Rücken der Puls etwas höher schlagen. Auch wenn für die erste WM-Teilnahme ein Platz in den Top fünf ein Erfolg wäre, so reise ich nicht gerne an ein Turnier, um Fünfter zu werden. Ich kenne die Gegner und unser Potenzial, deshalb ist mein Ziel eine Medaille.

Wie sind Sie zu Ihrem Engagement in Genf gekommen?
Der Skip, Peter de Cruz, hat dieselben taktischen Ansichten wie ich sowie eine ähnliche Spielweise wie ich damals. Zudem ist es ein junges Team, was für mich ein grosser Ansporn war. Es ist eine Truppe mit grossem Potenzial, wo ich längerfristig gute Chancen sehe, tolle Resultate zu erreichen. Mit dem Schweizer- Meister-Titel haben wir nun ein kurzfristiges Ziel erreicht, unser längerfristiges Ziel sind aber die Olympischen Spiele 2018 in Pjöngjang. Darauf arbeiten wir hin.

Wieso sind Sie in all den Jahren Mitglied des Curling Clubs Limmattal geblieben?
Ich war fünf Jahre lang beim CC Urdorf, der nun CC Limmattal heisst. Zudem hatte mein Sohn seine Juniorenzeit dort und ich sah in einer Mitgliedschaft nur Vorteile. Heute Abend habe ich die Gelegenheit, mit dem CC Limmattal den Final der Superliga zu bestreiten, dies wäre sonst nicht möglich (das Gespräch fand gestern Mittag statt).