Schlieren

Forscher aus dem Bio-Technopark wollen ein Corona-Medikament entwickeln

Neurimmune ein privates Entwicklungs- und Forschungsunternehmen arbeitet an einer Therapie gegen Corona.

Ein Unternehmen aus Schlieren forscht derzeit am wohl begehrtesten Produkt der Welt: einem Medikament gegen Corona. «Es ist unsere soziale Verantwortung, uns dieser Forschung anzunehmen», sagt Fabian Buller. Er ist Mitglied der Geschäftsleitung von Neurimmune, einem privaten biopharmazeutischen Unternehmen, das sich auf die Entwicklung von Immuntherapien spezialisiert hat. Seit wenigen Tagen arbeiten die Forscher mit der deutschen Firma Ethris zusammen.
Gemeinsam wollen die Forschungsunternehmen ein Medikament entwickeln, das das ­Coronavirus in der Lunge bekämpft. Um dieses Ziel zu erreichen, identifizieren die Forscher von Neurimmune gegen das Virus wirksame Antikörper von genesenen Corona-Patienten. Die Virus-neutralisierenden Antikörper sollen dann mittels einer von Ethris entwickelten Inhalationstechnologie den kranken Patienten verabreicht werden.

«Es gibt einen globalen Effort, zu handeln»

«Im Moment werden hunderte Forschungs- und Entwicklungsprojekte gegen das Coronavirus verfolgt», sagt Buller. Manche fokussieren dabei auf die Entwicklung eines Impfstoffes, andere auf die eines Medikamentes gegen das Coronavirus. So unterschiedlich die Herangehensweisen, so ist das Ziel der Forscher doch überall, dem Virus schnellstmöglich Einhalt zu gebieten. «In kürzester Zeit wurden weltweit viele Forschungsresultate geteilt. Es gibt einen globalen Effort, zu handeln», sagt Buller. Er sei vor allem erstaunt gewesen, wie schnell es möglich gewesen sei, eine Zusammenarbeit mit anderen Forschungsteams zu beginnen. Dies dauere im Normalfall mehrere Monate. «In der momentanen Lage hatten wir innert weniger Wochen die Kollaboration mit Ethris.»

Auch bei Neurimmune im Bio-Technopark gab es Änderungen. Nebst dem, dass die Mitarbeitenden die Richtlinien des Bundesamts für Gesundheit (BAG) befolgen müssen, führte das Unternehmen diverse Massnahmen ein, um die Mitarbeiter zu schützen. «Wir halten fast alle Sitzungen online ab. Da wir die Laborgeräte und Roboter aber brauchen, können wir nicht alles von zuhause aus erledigen. Doch wir erlauben nur einer limitierten Anzahl Mitarbeiter, zusammen in einem Raum zu arbeiten», sagt Buller.

Das Unternehmen beantragte Sonntagsarbeit

Trotz der erhöhten Arbeitslast wurde das 60-köpfige Team nicht grösser. «Wir beantragten eine Bewilligung für Sonntagsarbeit», sagt Buller. So können die Mitarbeiter flexibler arbeiten. Dies komme auch Mitarbeitenden mit Kindern zugute. Auf Seiten der Ämter sei eine Veränderung spürbar. «Auf manche Anträge erhielten wir innert Stunden eine Rückmeldung», so Buller. Das sei nicht alltäglich.
Auch wenn viele mit Hochdruck an der Erfindung arbeiten, ist der Weg, bis die Tabletten in der Apotheke zum Verkauf bereit stehen, noch lange. «Es ist noch zu früh um zu sagen, wann das Medikament auf den Markt kommen könnte», sagt Fabian Buller. Neurimmune hofft, die klinischen Studien Ende dieses Jahres beginnen zu können. Wie lange die Studien dauern und ob ein verkürztes Verfahren bewilligt wird, ist aber noch unklar.

Das begehrte Produkt hat auf jeden Fall seinen Preis. «Für diese Forschung erwarten wir Kosten in zweistelliger Millionenhöhe», sagt Buller. Neurimmune finanziert seine Arbeit über die Einnahmen aus der Lizenzierung oder dem Verkauf von Rechten an Medikamenten an andere pharmazeutische Unternehmen sowie der Zusammenarbeit mit Pharmakonzernen wie Biogen oder Lilly. Die Kosten sowie der Gewinn für das Corona-Heilmittel wird sich Neurimmune mit dem Partner aus Deutschland teilen.

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