Geroldswil
Flüsterleise mit bis zu 130 Stundenkilometern

Als erste Zürcher Gemeinde beteiligt sich Geroldswil am Pilotprojekt eShare. Ein Elektroauto steht ab heute zur Vermietung bereit. Hinter dem Projekt stehen Mobility Solutions und die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich.

Dominic Kobelt
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Leise fährt das eShare-Auto auf seinen Parkplatz im Zentrum Geroldswil. An einer Steckdose kann die Batterie wieder aufgeladen werden.kob

Leise fährt das eShare-Auto auf seinen Parkplatz im Zentrum Geroldswil. An einer Steckdose kann die Batterie wieder aufgeladen werden.kob

Im Zentrum von Geroldswil steht ein unscheinbarer weisser Lieferwagen. Wäre da nicht die Aufschrift «0% Emission, 100% Ökostrom», würde man kaum erkennen, dass es sich beim Renault Kangoo um ein Elektroauto handelt. Das gleiche Fahrzeug gibt es auch mit Diesel- oder Benzinmotor – da es sich um dieselbe Karosserie handelt, sitzt sogar der Tankdeckel an der gewohnten Stelle, nur eben ohne Tank.

Geroldswil erste Zürcher Gemeinde

Ab sofort kann das Auto gemietet werden. Damit ist Geroldswil die erste Zürcher Gemeinde mit einem eShare-Standort. Hinter dem Projekt stehen Mobility Solutions, eine Tochtergesellschaft der Schweizerischen Post, und die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich.

Strebt die Gemeinde damit das Energiestadt-Zertifikat an? «Jein», sagt Gemeindeschreiber Beat Meier. «Wir haben immer ein Auge auf Projekte, die in diese Richtung gehen. Wir werden sehen, wie es sich bewährt.» Es müsse aber eine Balance zwischen Ökologie und Wirtschaftlichkeit herrschen, sagt Meier.

Meier dreht zusammen mit Gemeindepräsidentin Ursula Hofstetter als Erster eine Runde. «Läuft es jetzt schon?» Meier blickt fragend zu Martin Bloch von Mobility Solutions, der den beiden das Auto erklärt. Tatsächlich hört man keinen Mucks. «In Fussgängerzonen und gegenüber von Radfahrern muss man besonders vorsichtig sein», sagt Blochs Arbeitskollege Andreas Haruksteiner.

Mobilität anders planen

Auf der Fahrt ums Zentrum von Geroldswil zeigt das Auto keine Schwächen, auch bergauf fährt es zügig. «Es schafft ohne Probleme
130 km/h», sagt Haruksteiner. Mit voller Batterie könnten Meier und Hofstetter 100 bis 130 Kilometer zurücklegen. Das Aufladen dauert etwa acht Sunden. Das Fahrvergnügen kostet tagsüber fünf Franken pro Stunde, plus einen Franken pro Kilometer. Zwischen 24 Uhr und 7 Uhr beträgt die Stundengebühr ebenfalls 1 Franken. «Es ist für Kurzstrecken gedacht, zum Beispiel, wenn man zum Einkaufen fährt», sagt Bloch.

Das Auto muss man vorher im Internet reservieren (Adresse unten). «Man muss seine Mobilität halt etwas anders planen», so Bloch. Die Testfahrer sind begeistert, als sie wieder auf dem Parkplatz eintreffen. «Es fährt sich super», sagt Meier. «Genial», schliesst sich Hofstetter an.

Registrierung und Infos unter www.projekteshare.ch