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Flughafen wird «Glatt» an der Spitze ablösen

Im sogenannten Kommerzbereich des Flughafens wurde im letzten Jahr ein Umsatz von 593,8 Millionen Franken erwirtschaftet, das waren nur gerade 3 Millionen Franken weniger als im Glattzentrum.

Shopping Einkaufscenter am Flughafen legt beim Umsatz zu.

Im Zürcher Unterland buhlen nur wenige Kilometer voneinander entfernt die beiden grössten Einkaufszentren der Schweiz um die Gunst der Kunden. Das «Glatt» ist der bisherige Spitzenreiter, keine andere Mall macht so viel Umsatz wie das Zentrum in Wallisellen. Doch dieses Jahr dürfte der Flughafen die Spitzenposition unter den Einkaufszentren übernehmen.

Im sogenannten Kommerzbereich des Flughafens wurde im letzten Jahr nämlich ein Umsatz von 593,8 Millionen Franken erwirtschaftet, das waren nur gerade 3 Millionen Franken weniger als im Glattzentrum. Dadurch, dass die Umsätze bei traditionellen Einkaufszentren tendenziell zurückgehen, beim Flughafen Zürich aber wachsen, erfolgt in diesem Jahr die Wachablösung. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren lag der Flughafen noch 77 Millionen Franken hinter dem Glattzentrum.

Für Rageth Clavadetscher, Geschäftsführer des Glattzentrums, ist der Verlust der Spitzenposition aber kein Grund zur Klage. «Grundsätzlich spielt es für uns keine Rolle, ob wir im Ranking nun zuoberst oder auf Platz zwei oder drei stehen. Wichtig ist, dass wir weiterhin an den stationären Handel glauben und Arbeitsplätze schaffen.» Und dies, gibt sich Clavadetscher versöhnlich, tue offensichtlich auch der Flughafen Zürich. «Er hat seine Verkaufsfläche in den letzten Jahren stetig erweitert und investiert mit dem Circle in das stationäre Geschäft. Für den Detailhandel insgesamt ist das positiv.»

Im direkten Vergleich finden der Flughafen und das Glattzentrum ungleiche Rahmenbedingungen vor. Im Glatt kann man gratis parkieren. Der Flughafen profitiert hingegen davon, dass er das ganze Jahr über auch am Sonntag geöffnet hat. Darüber werde er nicht jammern, sagt Clavadetscher. «Für mich geht es nicht um gleich lange Spiesse, sondern darum, den Kunden Innovationen zu bieten und sie positiv zu überraschen. Das ist unser Job, und das können wir selbst steuern.»

Als Beispiel nennt er die japanische Kultkette Muji, die einen Pop-up-Store im Zentrum eröffnete und im Herbst mit einem richtigen Geschäft nachziehen wird. Der Flughafen wiederum sieht sich durch die nicht kostenpflichtigen Parkplätze des Glatt nicht benachteiligt. Man sei mit dem öffentlichen Verkehr hervorragend erreichbar.

Beide Zentren wissen auch um die Herausforderung, welche die Zukunft mit dem zunehmenden Online-Handel bringen wird. Das Glattzentrum setzt auf monatliche Events und neue Ladenkonzepte. Der Flughafen plant im Circle sogenannte Brand-Stores und fördert das gastronomische Angebot.

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