Für Finanzvorstand Rolf Schaeren (CVP) wird es allmählich zur Gewohnheit, Jahresrechnungen mit positivem Ergebnis zu präsentieren. Das zweite Jahr in Folge kann der Dietiker Stadtrat schwarze Zahlen vorweisen. Statt mit einem Minus von 4,2 Millionen Franken schliesst die Rechnung 2017 bei Ausgaben von 221 Millionen und Einnahmen von 227,7 Millionen Franken mit einem Plus von 6,4 Millionen Franken ab. Das Eigenkapital der Stadt erhöht sich damit auf 103 Millionen Franken.

«Wir sind hoch erfreut. Das ist sehr viel besser als erwartet», sagte Schaeren an der Medienorientierung vom Montag. Dietikon sei in bester Gesellschaft. Auch der Bundesrat und eidgenössische Finanzvorstand Ueli Maurer (SVP) sowie der Finanzvorstand des Zürcher Regierungsrats Ernst Stocker (SVP) hätten ein besseres Ergebnis als im Budget vorgesehen präsentiert, so Schaeren.

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Rechnung 2017 Dietikon

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Die Dietiker Rechnung übertrifft den Voranschlag um knapp 11 Millionen Franken. «Das scheint auf den ersten Blick viel. Bedenkt man aber, dass wir beim Ertrag von dreistelligen Millionenbeträgen sprechen, relativiert sich die Zahl», sagte der Finanzvorstand. Die 11 Millionen Franken Abweichung machten 4,5 Prozent des Ertrags aus. Dass der Stadtrat angesichts der Abweichungen zu pessimistisch budgetiert habe, lässt Schaeren nicht gelten. «Das zu sagen, ist einfach, wenn man die Verantwortung nicht trägt.» Die Budgets würden jeweils ein Dreiviertel- bis ein halbes Jahr vor dem Rechnungsjahr erstellt. Es sei enorm schwierig, alles vorauszusehen. «Es liegt in der Natur der Sache, als Stadtrat vorsichtig zu budgetieren.»

Mehr Grundstückgewinnsteuern

Die Veränderungen gegenüber dem Budget sind vor allem auf die Mehreinnahmen von 7,7 Millionen Franken aus den Grundstückgewinnsteuern, Quellensteuern und Steuerausscheidungen zurückzuführen. Tiefere Kosten von insgesamt 2,4 Millionen für Beiträge im Sozialbereich etwa für Zusatzleistungen und 1,1 Millionen Franken weniger Abschreibungen beeinflussten ebenso das Ergebnis. Hinzu kommt die Auflösung der Sanierungsrückstellung der BVK (Beamtenversicherungskasse), das Dietikon einen einmaligen Ertrag von 1,5 Millionen Franken bescherte. Auf der Verwaltung sparte man knapp 1 Million Franken für Sachaufwand. Für Schaeren ein gutes Zeichen: «Das macht deutlich, dass die Verwaltung ein gutes Kostenbewusstsein hat.»

Wichtig war ihm aber auch zu betonen: «Trotz herrvorragendem Ergebnis gibt es auch negative Abweichungen zum Budget.» So etwa musste die Stadt 0,45 Millionen Franken mehr für Sonderschulung ausgeben. Die ambulante und stationäre Pflegefinanzierung kostete Dietikon gar 2,1 Millionen Franken mehr als budgetiert. Zudem nahm die Gemeinde 2017 insgesamt 3,8 Millionen Franken weniger ordentliche Steuern aus dem Rechnungsjahr und aus früheren Jahren ein. «Das zeigt, dass nicht alle Steuerpositionen gut abgeschnitten haben», sagte Schaeren. Glück spiele bei jeder Rechnung ebenso eine Rolle. «Es gibt gewisse Positionen und Bereiche, die wir nicht beeinflussen können. Wie gross beispielsweise die Grundstückgewinnsteuern ausfallen, ist Zufall.»

Aus dem Ressourcenausgleich erhielt die Stadt einen Betrag in der Höhe von 36 Millionen Franken. Der Sonderlastenausgleich fiel aus. Dietikon beantragte für 2017 wie auch 2018 keinen. «So kriegen wir mehr Freiheiten, denn der Sonderlastenausgleich ist an einen hohen Steuerfuss gebunden», sagte Schaeren. Seit Dezember ist die Steuerfusssenkung für 2018 von 129 auf 126 aber beschlossene Sache. «Es war ein mutiger Entscheid, den Steuerfuss zu senken, zumal wir damals nicht wussten, dass wir ein so erfolgreiches 2017 haben würden. Rückblickend kann man sagen, dass es goldrichtig war.»

14 Millionen für Schulbauten

Die Nettoinvestitionen im Verwaltungsvermögen fielen tiefer aus als geplant. Budgetiert waren Investitionen von 17,7 Millionen Franken, tatsächlich waren es 10,5 Millionen Franken. «Wir haben knapp 14 Millionen Franken in die Schulhaushochbauten investiert. Mehreinnahmen etwa durch Anschlussgebühren für Wasser und Abwasser trugen zu den tieferen Nettoinvestitionen bei», erklärte Nathalie Homberger, Leiterin der Finanzabteilung.

Der Bruttoüberschuss beträgt 16,1 Millionen Franken, was einen Selbstfinanzierungsgrad von 154 Prozent ergibt. Dietikon verfügt derzeit über ein Nettovermögen von 23,8 Millionen Franken.

Schaeren zeigte sich zuversichtlich: «Wir konnten in den letzten Jahren ein Finanzpolster aufbauen. Alle Finanzkennzahlen mit Ausnahme des Steuerfusses sind unbedenklich.» Schaeren ist sich sicher: «Wir können die grossen Investitionen in die Schulhäuser in den kommenden Jahren bewältigen.» Dass die Jahresrechnungen auch künftig so erfreulich ausfallen, könne er aber nicht versichern. «Die Kosten für die Bildung und die Pflegefinanzierung werden steigen. Ob auch die Steuereinnahmen ebenso zunehmen werden, bleibt offen.»