Schlieren

Feuerwehr überzeugte das Publikum mit spektakulären Übungen

Bei der alljährlichen Hauptübung der Feuerwehr Schlieren bekamen zahlreiche Schaulustige ein Spektakel geboten. Die Übungen haben am Samstag auf der alten Badenerstrasse in Schlieren stattgefunden.

Auf der alten Badenerstrasse in Schlieren bot sich am Samstag ein furchtbares Bild: Ein brennender Container mitten auf der Fahrbahn, ein Auto stand in Flammen, ein anderes war zum Stillstand gekommen, hinter dem Steuer klemmte ein Mensch. Offenbar war hier just eine Karambolage passiert, bei der obendrein ein Velofahrer unter einer Lichtsignalanlage begraben wurde. Er rührte sich nicht. Nur, gerührt hatte er sich noch nie. Denn der Velofahrer war bloss eine Puppe und das ganze Szenario anlässlich der jährlichen Hauptübung der Feuerwehr Schlieren aufgebaut worden. Da stecke viel Aufwand dahinter, so Kommandant Flavio Impusino. «Es soll ja auch Spass beim Zuschauen machen.»

Plötzlich ist ein erstickter Schrei zu hören

Die Strasse war auf alle Seiten hin abgesperrt. Rauchschwaden zogen in Richtung der Schaulustigen, die sich ausserhalb der Bande drängten. Wie in einer Arena fühlte man sich – nur, dass hier darum gekämpft wurde, Menschenleben zu retten. André Luginbühl, stellvertretender Kommandant, kommentierte das Geschehen. Im Einsatz waren 89 Feuerwehrleute, mitsamt der achtköpfigen Jugendfeuerwehr Schlieren. Diese nahm sich beherzt den brennenden Container vor. Derweil brachte die Feuerwehr den Brand im einen Auto unter Kontrolle, barg das unbestimmt verletzte «Opfer» (aus Fleisch und Blut) aus dem anderen und holte den Velofahrer unter der Ampel hervor.
Dann war ein erstickter Schrei im Publikum hören. Dem ausgestreckten Finger eines Buben folgte der Blick nach oben, zu einem Fenster des gegenüberliegenden Gebäudes. Daraus quoll Rauch, eine Frau erschien, gestikulierte wild und rief um Hilfe. So kam auch noch das Hubretterfahrzeug zum Einsatz.

Nach gut einer Dreiviertelstunde war die Übung fertig. «Ich bin stolz auf meine Mannschaft», sagte Kommandant Impusino. Es freue ihn, dass sie die Hauptübung wieder im Zentrum Schlierens hätten durchführen können. «Dadurch sahen auch viele Passanten zu, nicht nur Angehörige.» Darunter war Beat Kilchenmann aus Schlieren, der sagte: «Es ist immer spannend, bei einer Übung live dabei sein zu können. Toll, dass man damit der Bevölkerung zeigt, was die Feuerwehr kann.» Tochter Viola (10) fand den Showeinsatz eindrücklich: «Besonders, als die Frau aus dem Fenster um Hilfe gerufen hat.» Dann lächelte sie: «Aber es war auch sehr lustig!» Klar, will sie mal bei der Jugendfeuerwehr mitmachen.

Offiziere dürfen auch mal laut werden

Bei der Einsatzbesprechung vergab Roger Wiederkehr von der Feuerwehr Dietikon viel Lob. Auch an die Jugendfeuerwehr: «Euer Leitungsbau war perfekt.» Da könnten sich die Erwachsenen etwas abschauen. An die Mannschaft gerichtet, meinte er: «Aus meiner Sicht seid ihr eine Top-Feuerwehr.» Befehle seien klar und deutlich gegeben und souverän befolgt worden. «Ihr habt ruhig gearbeitet. Vielleicht fast zu ruhig», so Wiederkehr. Offiziere dürften nämlich auch mal laut werden, wenn etwas nicht auf Anhieb klappt.

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Autor

Fabienne Eisenring

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