Ober-/Unterengstringen

«Feuerwehr Engstringen»: Die Einsatzkräfte der Gemeinden sollen fusionieren

Die Feuerwehren löschen in Zusammenarbeit einen Brand in Weiningen.

Die Feuerwehren löschen in Zusammenarbeit einen Brand in Weiningen.

Die Feuerwehren von Ober- und Unterengstringen sollen fusionieren und zur «Feuerwehr Engstringen» werden. Dadurch erhofft man sich eine bessere Nutzung von Synergien. Beim Zusammenschluss nicht dabei ist die Feuerwehr Weiningen, obwohl sie bereits heute mit den Engstringer Einsatzkräften zusammenarbeitet.

Künftig soll auf den Uniformen der Unterengstringer und Oberengstringer Feuerwehrmänner nicht mehr der Name der jeweiligen Gemeinde stehen, sondern nur noch: «Feuerwehr Engstringen». Denn die beiden Feuerwehren werden bereits am 1. Januar 2019 fusioniert, wenn alles nach Plan läuft. Am Mittwoch hat der Gemeinderat Oberengstringen sich für die Einsetzung einer Arbeitsgruppe ausgesprochen, die die genauen Modalitäten klären soll. Das hat die Exekutive von Unterengstringen im Dezember getan.

«Wir möchten fusionieren, weil wir je länger je mehr Nachwuchsprobleme bekommen werden», sagt David Specker (FDP), Sicherheitsvorstand von Oberengstringen. Die Situation sei momentan noch gut, aber in ein paar Jahren könne es anders aussehen.

Das Alter der Offiziere als Problem

Dabei gehe es vor allem um das Kader, sagt der Kommandant der Feuerwehr Oberengstringen, Olivier Béguin. «Wir konnten bei den Mannschaften in den letzten Jahren viele Junge rekrutieren. Aber bei den Offizieren zeichnet sich altershalber ein Problem ab», sagt er. «Man hat sich wohl in der Vergangenheit zu fest auf den Lorbeeren ausgeruht und verpasst, junge Feuerwehrleute ins Kader nachzuziehen. Das rächt sich jetzt.»

Béguin selbst will Ende 2018 als Kommandant der Feuerwehr Oberengstringen zurücktreten. Er habe nach wie vor Freude am Kommandanten-Dasein, der Rücktritt sei taktisch motiviert. «Ich wollte mit meinem Rücktritt ein fixes Datum setzen, bis zu dem man sich um die Nachwuchsprobleme im Kader gekümmert haben muss. Ich habe gemerkt, dass davor nicht viel passieren würde und ich wollte die Dinge in Gang setzen», sagt Béguin. Er war es dann auch, der den Zusammenschluss angestossen hat. «Ich wollte klarmachen: Wir laufen bei den Offizieren auf ein Problem zu, wenn einige wegen ihrem Alter aufhören.»

Langfristig Synergien nutzen

Im Gegensatz zur Nachbargemeinde kenne die Feuerwehr Unterengstringen Personalprobleme kaum, sagt Gemeindepräsident René Rey (FDP). «Ich weiss nicht genau, woran es liegt, aber wir haben mit dem Personal kaum Mühe. Vielleicht ist es einfach Glück.» Dennoch spricht sich der Unterengstringer Gemeinderat für den Zusammenschluss aus. Man könne damit langfristig Synergien nutzen, sagt Rey. «Je kleiner die Gemeinde, desto schwieriger ist es, Leute zu finden, die während des Tages Einsätze leisten können. Viele Leute arbeiten ja nicht mehr im Dorf, sondern in der Stadt Zürich.»

Auch der Oberengstringer Sicherheitsvorstand Specker sagt: «Die Menschen werden immer mobiler und sind häufiger während des Tages ausserhalb des Dorfes.» Dennoch muss man die Auflage der Gebäudeversicherung (GVZ) erfüllen. Zu jeder Zeit müssen zehn Feuerwehrmänner zehn Minuten (15 Minuten, wenn ausserorts) nach Alarmierung am Brandort sein.

Alle Beteiligten sagen, es gehe nicht primär darum, Kosten zu sparen. Kurzfristig wird es sogar ein wenig teurer, weil man Feuerwehrautos umspritzen lassen und einheitliche Kleidung beschaffen muss.

Feuerwehr Weiningen nicht dabei

Für die Feuerwehrleute dürfte sich ausser dem neuen Schriftzug «Feuerwehr Engstringen» und einem einheitlichen Kommando nicht allzu viel ändern. Bereits heute arbeiten die Feuerwehren der beiden Gemeinden und diejenige von Weiningen zusammen. Sie veranstalten gemeinsam Übungen und koordinieren die Fahrzeugbeschaffung. Anders als die anderen Gemeinden will Weiningen aber bei der anstehenden Fusion nicht dabei sein. «Wir sind momentan noch in der glücklichen Lage, dass wir die Leistungsvorgaben erfüllen können. Deshalb besteht noch keine dringende Notwendigkeit für eine Fusion», sagt Hanspeter Saxer, Kommandant der Weininger Feuerwehr.

Ob die Fusion zur Tatsache wird, entscheiden schlussendlich die Stimmberechtigen der Engstringer Gemeinden. Zuvor müssen in den Arbeitsgruppen noch diverse Punkte geklärt und die Details ausgearbeitet werden. Das Ziel ist, den fertigen Zusammenarbeitsvertrag im Juni den Gemeindeversammlungen vorlegen zu können. Noch unklar ist, ob sogar eine Urnenabstimmung nötig ist.

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