Dietikon
FDP Dietikon holt Gahts-no!-Priis ins Limmattal

Wer schlechte Erfahrungen mit Bürokratie machte, kann nun einen Preis gewinnen: den Gahts-no!-Priis der FDP, der von der Kantonspartei bereits seit drei Jahren verliehen wird.

Von Sophie Rüesch
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Werner Hogg, Präsident FDP Dietikon

Werner Hogg, Präsident FDP Dietikon

Ein Kioskbetreiber, der 40 000 Franken für zwei Bistrotische zahlen sollte, eine Boutiquenbesitzerin, die für ein laut kantonalem Labor zwölf Zentimeter zu langes Kinderkleidchen 300 Franken hinblättern musste und Garagenbetreiber, die Eigenwerbung auf ihrem Privatgrund teuer zu stehen kam – das sind die bisherigen Gewinner des sogenannten Gahts-no!-Priises, den die FDP Kanton Zürich seit 2010 verleiht.

Preis für Absurditäten

Nun soll der Preis, mit dem die Freisinnigen auf Absurditäten in der Bürokratie aufmerksam machen wollen, auch in der Stadt Dietikon verliehen werden. Die FDP würde sich «für diejenigen einsetzen, die sich engagieren wollen, durch unsinnige Vorschriften aber daran gehindert werden», heisst es im Aufruf der FDP Dietikon im Parteiorgan «Lauffeuer».
Erst zwei Preisanwärter

Anekdoten aus Dietikon

Laut Präsident Werner Hogg will man mit dem Preis auf eine lockere Weise auf die Stadtpartei aufmerksam machen. «Jeder kennt doch so eine Geschichte, bei der man sich an die Stirn langen muss. Jetzt wollten wir schauen, ob es auch hier in Dietikon solche Bürokratie-Anekdoten gibt», sagt er. Er selber hat mit der Stadt aber noch keine Geschichte erlebt, mit der er sich für den Preis bewerben könnte. Und auch sonst scheint die Bezirkshauptstadt nicht viel bürokratischen Zündstoff zu bieten, haben sich doch bis jetzt erst zwei Bewerber gemeldet. «Der grosse Knüller war aber noch nicht darunter», sagt Hogg. Und es solle schon eine Geschichte ausgezeichnet werden, bei der man denke: «Scho verruckt».

Keine Tragödie

Sollte die Knüllergeschichte ausbleiben, wäre das aber auch keine Tragödie – im Gegenteil: «Wenn keine gute Geschichte kommt, dann müssen wir der Stadt wohl einen Preis für ihre unkomplizierten Behörden verleihen.» Also vielleicht eher den «Guet-gmacht!-Priis» als den Gahts-no!-Priis. Ein politisches Nachspiel wird der Gahts-no!-Priis im Limmattal wohl kaum haben. Anders als bei der Kantonspartei, die der Verleihung des ersten Preises eine Motion im Kantonsrat folgen liess. Sie sollte es ermöglichen, «einige wenige Tische und Stühle auf dem Trottoir aufzustellen». Damit künftige Kioskbistrobetreiber nie mehr einen Gahts-no!-Priis gewinnen müssen. Wer von einem Kampf mit der Dietiker Bürokratie zu berichten weiss, kann sich noch bis am 30. April bei Werner Hogg (praesident@fdp-dietikon.ch) bewerben.