Frauenfussball Limmattal

FCD-Trainerin Leonie Markanovic: «Mädchen sind auf dem Platz viel fairer»

Leonie Markanovic, Juniorinnen-Trainerin beim FC Dietikon.

Trainerin Leonie Markanovic erzählt, wie sie zum FC Dietikon stiess, wie sie Fan des FC Barcelona wurde und wieso sie ihr junges Alter als Vorteil sieht.

Seit wann interessieren Sie sich für Fussball?

Leonie Markanovic: Seit ich mich erinnern kann, verfolge ich das Fussballgeschehen und bin ein riesen Fussballfan. Ob EM, WM, oder Champions League – ich schaue alles. Ich bin ein grosser Fan des FC Barcelona.

Wie ist diese Begeisterung entstanden?

Mein Vater hat am Abend oft Fussball geschaut. Ich habe mich als kleines Kind dann halt dazu gesetzt und mitgeschaut. So hat’s angefangen.

Haben Sie die Lieblingsmannschaft auch vom Vater übernommen?

Nein. Ich war und bin riesiger Messi-Fan und wurde so Anhänger von Barcelona. Auch Ivan Rakitic mag ich sehr gerne. Als er vor fünf Jahren zu Barcelona wechselte, fand ich das genial.

Derzeit läuft die WM der Frauen. Verfolgen Sie diese auch?

Frauenfussball verfolge ich kaum. Ich habe mal einige Spiele geschaut, aber es hat mich nicht gepackt.

Wie sieht es mit der eigenen Erfahrung auf dem Fussballplatz aus?

Ich habe nie im Verein gespielt, aber viel in der Freizeit. Bei Schülerturnieren habe ich immer mitgemacht und auch Fussballcamps besucht.

Haben Sie damals vor allem mit Jungs zusammengespielt oder auch in reinen Mädchenteams?

Vor allem mit Jungs. Bei uns Mädchen war Fussball nicht sehr beliebt, wir haben nie genug Spielerinnen für ein eigenes Mädchenteam zusammenbekommen. Ich hatte aber nie Probleme mit den Jungs und konnte mich immer gut durchsetzen.

Wie sind Sie vor drei Jahren zum FC Dietikon gestossen?

Dragana Ivelj, eine Kollegin meiner Mutter, trainierte Mädchen aus Killwangen für ein Schülerturnier. Anschliessend kam sie auf die Idee, doch gleich ein richtiges Team zu gründen. Und zwar beim FC Dietikon, weil ihr Mann Goran damals Trainer der ersten Mannschaft war. Auf Drängen ihrer Tochter hat Dragana mich dann angefragt, ob ich nicht ihre Assistentin werden will.

Nach anderthalb Jahren verliess Dragana Ivelj das Team. War für Sie sofort klar, dass Sie in die Bresche springen wollen?

Definitiv. Ich fand es eine super Idee und habe sofort Ja gesagt. Mir machts Freude, mit den Mädchen zu trainieren. Meine kleine Schwester spielt auch im Team mit.

Wie gefällt Ihnen das Traineramt?

Es ist cool mitzuerleben, wie unsere Spielerinnen Fortschritte machen. Auch einige, die am Anfang noch Mühe hatten, haben sich super entwickelt. Von den Eltern erhalte ich viel positives Feedback. Unser Team ist toll. Wir haben ganz verschiedene Mädchen dabei, aber alle vertragen sich gut. Mir macht es viel Freude, dass die Stimmung im Team so gut ist.

Ist es einfach, die Mädchen im Griff zu haben?

Obwohl ich nicht so streng bin, haben sie Respekt vor mir und folgen mir gut. Es ist sicher ein Vorteil, dass ich selbst noch jung bin und mich in ihre Lage hineinversetzen kann.

Sie haben früher viel mit Jungs gespielt und in den letzten Jahren viel Erfahrung mit Mädchen gesammelt. Wie unterscheiden sich die Geschlechter auf dem Fussballplatz?

Nur schon körperlich sind die Jungs stärker und können sich besser durchsetzen. Wir haben aber mit den C-Juniorinnen auch schon Trainingsspiele gegen unsere D-Junioren gewonnen. Und die Mädchen sind auf dem Platz viel fairer. Sie entschuldigen sich viel schneller, stoppen sofort, wenn sich jemand verletzt, und helfen sich gegenseitig. Das finde ich schön.

Glauben Sie, dass der Zugang zum Fussball für Mädchen einfacher geworden und die Akzeptanz von Frauenfussball gestiegen ist?

Auf jeden Fall. Ich wollte als Kind auch immer Fussball spielen, aber es gab noch fast keine Mädchenteams. In meinem Umfeld spielten auch keine Mädchen Fussball. Heute kommen viel mehr Mädchen auf den Gedanken, Fussball zu spielen. Das sehe ich auch bei meiner jüngeren Schwester. In ihrer Klasse sind viele Mädchen fussballinteressiert.

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