Leichtatheltik
Fausto Santini ist ein Gesicht der Olympischen Spiele

Der Geroldswiler Langhürdler Fausto Santini startet morgen in die Saison. Der Hürdenläufer gehört zu einer ausgewählten Gruppe von Leichtathleten, die im Intro des Schweizer Fernsehens vorkommen werden, das vor jeder Sendung im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen in London ausgestrahlt wird.

Raphael Biermayr
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Fausto Santini ist im Intro des Schweizer Fernsehens vor den Olympia-Übertragungen zu sehen.

Fausto Santini ist im Intro des Schweizer Fernsehens vor den Olympia-Übertragungen zu sehen.

Keystone

Fausto Santini rennt den Big Ben hoch. Diese Szene wird im kommenden August dutzendfach zu sehen sein. Der Geroldswiler Hürdenläufer gehört zu einer ausgewählten Gruppe von Leichtathleten, die im Intro des Schweizer Fernsehens vorkommen werden, das vor jeder Sendung im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen in London ausgestrahlt wird. Der 25-Jährige lächelt, als er sagt: «Dann bin ich auch im Fernsehen zu sehen.» 49,80 Sekunden sind der geforderte B-Wert über 400 Meter (A: 49,50 Sekunden), um live in London zu sein. Für Santini, dessen Bestleistung bei 51,05 Sekunden liegt, gegenwärtig ein unrealistisches Ziel.

Näher liegt da schon die Limite für seine zweite Europameisterschaftsteilnahme nach 2010: 51,10 Sekunden. «Das muss meine Ambition sein», sagt der Limmattaler, den ein Dilemma plagt. Während der Europameisterschaft in Helsinki stehen für den Wirtschaftsstudenten Prüfungen an der Fachhochschule an. «Eine habe ich schon mal verschoben, mit der anderen warte ich noch zu bis nach den ersten Wettkämpfen.» Der erste steht morgen auf dem Programm, wo der begnadete Imitator des französischen Sprintstars Christophe Lemaître im luzernischen Horw einen Flachsprint absolviert. Tags darauf gehts aber bereits hoch hinaus – in Basel steht der Hürdencup auf dem Programm.

Vertrauen in den Körper ist zurück

Dieser soll nicht nur eine Standortbestimmung für seine internationalen Absichten sein, Santini will im nationalen Ranking an die Spitze zurückkehren. Nach zwei Schweizer-Meister-Titeln in Folge verpasste er im vergangenen Sommer eine Medaille. «Ich möchte den Titel zurückholen», stellt der Geroldswiler klar. Seine Zuversicht ist genährt durch eine gelungene Vorbereitung. «Ausnahmsweise hatte ich einen guten Winter ohne Verletzungen.» Das habe ihm das Vertrauen in seinen Körper endgültig zurückgegeben; das Vertrauen, das im vergangenen Jahr bei den Militär-WM von Lähmungserscheinungen erschüttert worden war.

Die Rechnung mit dem damaligen Austragungsort Rio de Janeiro bleibt hingegen offen. Da locken die übernächsten Olympischen Spiele an ebendieser Statt zur Begleichung. «Natürlich denke ich neben der Heim-EM 2014 auch daran – das wäre eine Riesensache», sagt Santini darauf angesprochen. 2016 will er nicht nur im Fernsehstudio mit von der Partie sein.