Schlieren
Fabian Unteregger: «Ich fands cool, in Schlieren zu spielen»

Am Comedy-Herbst im Kleintheater-Zelt brilliert Fabian Unteregger mit seinem Soloprogramm «Showbiss».Der Parodist brachte unter anderem Federer, Leuenberger, Mörgeli oder Leuthard.

Christian Murer
Merken
Drucken
Teilen

«Unteregger an die Kasse eins, bitte!», tönt es aus dem Lautsprecher. Dazu läuft Musik. Fabian Unteregger sinniert beim Scannen der Ware: «Eigentlich wollte ich ja Pilot werden, doch an der Kasse arbeiten ist ja wie pilotieren.» Und: «Die Kasse ist der beste Ort, um mit Frauen Bekanntschaft zu schliessen.»

In der Tat: Um Frauen und Lebensmitteln noch näher zu sein, landet der ausgebildete Lebensmittelingenieur Fabian Unteregger an der Migros-Kasse.

Doch die mühsame Kundschaft und die Frage «Händ sie Cumulus?» bringen ihn trotz Yoga schon bald an den Rand eines Nervenzusammenbruchs. Da muss endlich ein Fluchtplan her – die Mister-Schweiz-Wahl nämlich. Titelchancen ziemlich ausgeschlossen, lernt der Komödiant das Showbusiness und ganz «wahnsinnig viele lässige Menschen» kennen.

Ein grossartiger Parodist

Federer, Leuenberger, Mörgeli, Leuthard, Gross, Köppel, Peach Weber: Fabian Unteregger kann sie alle glänzend parodieren. Der Comedy-Star aus Giacobbo/Müller, der regelmässig in seiner kultigen Comedy-Sendung «Zum Glück ist Freitag» auf DRS 3 zu hören ist, macht am Comedy-Herbst im Kleintheater-Zelt in Schlieren mit seinem erfolgreichen Bühnendebüt «Showbiss» seine Aufwartung.

Mit Biss und doch charmant schlüpft er in die verschiedensten Rollen: Als Öko-Hypochonder Alain Sutter hat er Angst vor Infrarot-Strahlen an der Kasse, bei einem Fotoshooting nimmt er Presse- und Partyfotografen aufs Korn. So spielt er mit seiner Ukulele einen AC/DC-Kracher und als Alt-Bundesrat Leuenberger will er als Zugabe sein Cablecom-Abo kündigen.

Die perfekte Realsatire

Die beiden Jugendlichen Luca und Diego Pallaero aus Oberengstringen sagten nach Vorstellung: «Uns hat der zweite Teil besser gefallen. Am lustigsten fanden wir die Persiflage auf Peach Weber.» Dass Fabian Unteregger auch das Publikum mit in die Show einbezog, hätten die beiden super gefunden. Und Schlierens Stapi Toni Brühlmann meinte im Party-Zelt:

«Ich staune einmal mehr, wie komisch das Leben eigentlich ist. Unteregger hat ganz wenige Sätze erfunden, den Rest griff er wirklich voll aus dem Leben.» Und wenn man dann das Ganze in einen anderen Zusammenhang stelle, sei es für ihn die perfekte Realsatire. «Für mich ist es oft schon ziemlich erstaunlich, wie nah der Ernst des Lebens und damit die ganze Komik ist», so der Stadtpräsident, «ich fand die Leuenberger-, Gross- und Mörgeli-Figuren und auch das Nachmachen von Bündner- und Walliser-Dialekten grossartig.»

Zum Projekt Comedy-Herbst sagt Brühlmann: «Was ich ganz speziell finde, ist die Tatsache, dass jemand eine Idee ohne jahrelange Vorbereitungen umsetzen konnte.» Dazu meint das 35-jährige Stimmparodien-Genie: «Ich hatte riesig Freude an diesem Abend, denn ich finds cool, in und um Zürich spielen zu können», betont Fabian Unteregger, der in der Nähe von Schlieren aufgewachsen ist.