Ausblick 2018
Es wird gebaut, gewählt und gestaunt – Was uns im neuen Jahr in Zürich erwartet

Der Blick in die städtische und kantonale Agenda zeigt: Das Jahr 2018 wird für Zürich von Action geprägt sein. Neben den Gesamterneuerungswahlen des Gemeinde- und Stadtrates steht beispielsweise auch ein Formel-E-Rennen auf dem Programm.

Lina Giusto
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Ausblick 2018
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 Das erste Formel-E-Rennen wird in Zürich ausgetragen.
 Die Tonhalle spielt zum 150-Jahr-Jubiläum auf.
 Das Volk sagt, was mit dem Koch-Areal passieren soll.

Ausblick 2018

Keystone

Die Weihnachtessen sind vorbei und die guten Vorsätze fürs neue Jahr bereits gefasst. Während Christkindlimärkte und die Beleuchtung Lucy von der Bildfläche verschwinden, ist es Zeit für einen Ausblick auf das politische, öffentliche und gesellschaftliche neue Jahr in der Limmatstadt.

Obwohl für die Einhausung des Schöneichtunnels im Quartier Schwamendingen noch vor Jahresende erste Vorarbeiten begonnen haben, herrscht auf der Baustelle derzeit Stillstand. Bis Februar werden die letzten Gebäude zurückgebaut oder abgerissen, die Rodung des Baufeldes abgeschlossen und die Verkehrsführung auf zwei Strassen angepasst. Damit sollte alles bereit sein für die Sanierung des Tunnels, der nach Abschluss der Arbeiten 1,7 Kilometer lang sein wird. Um die Belastung des Quartiers durch die Tunnelabluft zu senken, wird die halb offene Tunneldecke beim Waldgarten geschlossen und beim Portal Tiergarten ein Entlüftungskamin gebaut. Die Gesamtkosten von 298 Millionen Franken teilen sich Bund, Kanton und Stadt Zürich. Die Hauptarbeiten dafür sollen voraussichtlich 2018 beginnen.

Im Frühling wird aufgewertet

Während Ende Januar das dreissigste und letzte Pferdespringreiten im Hallenstadion durchgeführt wird, erwarten die Zürcher Stimmberechtigen Anfang Februar die Zustellung der Abstimmungsunterlagen für den ersten Wahlsonntag am 4. März dieses Jahres. Während auf Kantonsebene der Lehrplan 21 an die Urne kommt, stehen in der Stadt Zürich die Gesamterneuerungswahlen des Gemeinde- und Stadtrates an. Von den bisherigen neuen Stadträten treten Sportvorsteher Gerold Lauber (CVP) und Andres Türler (FDP), der Vorsteher der Industriellen Betriebe, nicht mehr zur Wahl an. Die sieben bisherigen Stadträte Filippo Leutenegger (FDP), Claudia Nielsen (SP), Daniel Leupi (Grüne), Richard Wolff (AL), Raphael Golta (SP), André Odermatt (SP) und die bisherige Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) versuchen, ihre Sitze gegen insgesamt acht neue Kandidaten zu verteidigen.

Die Hälfte der neuen Anwärter für einen Sitz im Zürcher Stadtrat stammen aus der bürgerlichen Ecke. Es sind Markus Hungerbühler (CVP), Michael Baumer (FDP), Roger Bartholdi (SVP) und Susanne Brunner (SVP). Von den Grünen stellt sich Karin Rykart und von den Grünliberalen Andreas Hauri zur Wahl. Letzterer hat sich neben Stadtrat Leutenegger und Stadtpräsidentin Mauch ebenfalls für die Wahl ins Präsidium aufstellen lassen.

Mit Claudia Rabelbauer (EVP) und Nina Hüsser (Juso) versuchen zudem zwei Parteien, die seit 2014 nicht oder nicht mehr im Zürcher Gemeinderat vertreten sind, den Einzug in die Zürcher Exekutive zu schaffen. Obwohl die Stadtregierung mit bislang sechs von neun Vertretern klar rot-grün dominiert ist, zeigt sich im Gemeinderat ein anderes Bild: Dort ist die Situation beinahe ausgeglichen, mit 62 Sitzen für die linke Seite und 63 Sitzen für die Bürgerlichen.

Bevor dann im Juni in der Stadt über Tagesschulen und voraussichtlich über 250 gemeinnützige Wohnungen in Altstetten auf dem Letzibach-Areal abgestimmt werden soll, hat das Zürcher Tiefbauamt noch einige Baustellen abzuschliessen. Bis März oder April werden die letzten Fertigstellungsarbeiten der 22,3-Millionen-Franken-Baustelle ausgeführt. Neben Fugenarbeiten und der Wiederherstellung der letzten Strassenbeläge werden bis zum Frühling noch 13 Bäume gepflanzt und Rabatten hergerichtet. Ebenfalls 2018 soll der Ausbau der Lagerstrasse zu einer Allee abgeschlossen werden.

Auch mit den Sitzstufen an der Kasernenstrasse und der Einrichtung einer Begegnungszone an der Zollstrasse wird das Gebiet rund um den Zürcher Hauptbahnhof aufgewertet. Währenddessen befindet sich die Aufwertung des Zentrums von Albisrieden noch im politischen Prozess. Dort sollen die Tramhaltestellen verlängert und behindertengerecht eingerichtet werden, um dem Fussgängerverkehr so mehr Freiraum zukommen zu lassen.

Ein Sommer voller Ereignisse

Während eines hoffentlich warmen und sonnengetränkten Sommers findet am Zürcher Seebecken das erste Formel-E-Rennen der Schweiz statt. Während 18 Rennfahrerinnen und Rennfahrer um ein Podest kämpfen, soll die Veranstaltung «More than a race» der Bevölkerung das Thema Elektromobilität näher bringen. Als kultureller Höhepunkt gilt im Juni zudem das Freiluft-Konzert zum 150-Jahr-Jubiläum des Zürcher Tonhalle-Orchesters auf dem Münsterplatz.

Hoch zu- und hergehen soll es auch auf dem politischen Parkett im Herbst. Nach einem Planungsstopp infolge von Rekursen wird am 4. September mit dem Bau der Siedlung Hornbach begonnen. Damit entstehen im Zürcher Seefeld 125 gemeinnützige Wohnungen. Weiter soll im November nicht nur zum dritten Mal über das Hardturm-Fussballstadion abgestimmt. Auch die Überbauung des umstrittenen und besetzten Koch-Areals soll dann vors Volk kommen. Neben dem Baustart des Bundesasylzentrums im Kreis 5 soll zudem der Ersatzbau des abgebrannten Tanzhauses abgeschlossen und die Kunst- und Kulturstätte damit bezugsbereit werden.