Obwohl die Direktbilanz mit zwei Siegen in der Qualifikationsrunde klar für die Limmattaler 1.Liga-Unihockeyaner sprach, konnten beide Mannschaften mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen in die Halbfinal-Playoffs starten. Die Rheintal Gators aus Widnau, die sich in der Qualifikationsrunde mit einem enttäuschenden achten Platz nur knapp für die Playoffs qualifiziert hatten, setzten sich in den Viertelfinals gegen einen der diesjährigen Favoriten, Zürisee Unihockey, überraschend durch. Die Limmattaler zeigten sich bei ihrem letzten Auftritt mit einem 8:3 Kantersieg gegen die Vipers InnerSchwyz in bester Torlaune. Es war also alles angerichtet für eine spannende Halbfinalrunde, die halten sollte, was sie versprach.

Der Showdown begann am Samstagabend in der Urdorfer Zentrumshalle vor voller Kulisse, die, ausgerüstet mit Fanklatschen, Hupen, Kuhglocken und Megafon, für grossartige Stimmung sorgte. Die Stimmung färbte aufs Spiel ab und es war ab der ersten Minute klar, dass beide Teams ins Finale wollten. Waren Torszenen bis zum Ende des mittleren Abschnitts bei einem Spielstand von 3:3 Mangelware, wurden die Zuschauer im letzten Drittel Zeugen eines Schützenfestes, in dem ein Treffer den anderen jagte. Die Limmattaler konnten trotz des Schlagabtauschs einen Ein-Tore-Vorsprung über weite Strecken halten, ehe zwei Minuten vor Schluss dann doch der Ausgleich für Widnau fiel.

Während der aufgrund einer roten Karte auf die Tribüne verbannte Trainer Michael Hunziker den Anblick kaum mehr ertrug und Schutz im Garderobentrakt suchte, nahm Interimstrainer Philipp Düsel ein Timeout, um die Limmattaler auf die letzten beiden Spielminuten nochmals einzuschwören. Und die Auszeit wirkte: die mutige Schlussoffensive der Limmattaler wurde belohnt, als eine Minute vor Schluss Nicolas Gitonga den Ball zum umjubelten und immens wichtigen 8:7 Siegestreffer ins Tor stocherte. Der Abpfiff liess die Zentrumshalle beben und die Limmattaler ihrer Freude für einen kurzen Moment freien Lauf lassen. «Das sind starke Emotionen. Man merkt, es ist crunch-time, jede Minute ist wichtig. Und wir gehen mit», beschrieb ein sichtlich erleichterter Dominik Hofstetter, Spieler des Spiels und Torschütze, die Schlussminuten dieses denkwürdigen Abends.

Schlussspurt wird belohnt

Mit einem 1:0 Vorsprung ging es für die Limmattaler am Sonntagnachmittag in die Ostschweiz. Die Devise gab Trainer Hunziker bereits am Samstagabend vor: «Wir dürfen Widnau nicht lange hoffen lassen, sondern ihnen gleich zu Beginn den Wind aus den Segeln nehmen.» Seine Mannschaft nahm sich die Devise zu Herzen und setzte sie sogleich von Beginn weg um. Nach dem ersten Drittel lagen die Limmattaler bereits mit 3:0 komfortabel vorne, der Final schien bereits zum Greifen nah.

Doch im zweiten Drittel schlichen sich zu viele Fehler ins Spiel von Limmattal ein. Wie bereits im Hinspiel, kamen die Gators zurück, sodass es nach dem mittleren Abschnitt erneut 3:3 stand. Im letzten Drittel stellten die Limmattaler auf zwei Linien um und fanden so zurück in die Spur. Dank eines offensiven Schlussfeuerwerks stand es am Ende 8:5, womit der Finaleinzug perfekt war. Das letzte Drittel stimmt Trainer Hunziker fürs Finale optimistisch: «Wenn wir da anknüpfen, wo wir im letzten Drittel aufgehört haben und dem Spiel unseren Stempel aufdrücken, dann klappts auch in der Finalrunde.»