Es ist das erste Mal, dass ein Dietiker zum obersten Fasnächtler von Urdorf gekürt wurde. Ein Unbekannter ist Stephan Bohnenblust im Fasnachtsdorf allerdings nicht. Als Festwirt des Fussballclubs machte sich der gebürtige Urdorfer einen Namen.

Für den 51-jährigen Familienvater ist es eine grosse Ehre, dass er für dieses Amt angefragt wurde. «Gerne werde ich die Clique Schäflibach und die Gemeinde Urdorf repräsentieren», sagt er im Gespräch. Er sei bisher an jeder Fasnacht in Urdorf dabei gewesen, weil ihm die gesellige Atmosphäre gefalle. «Viele gebürtige Urdorfer, die nun woanders leben, kehren alljährlich für die Fasnacht in ihre Heimat zurück. So ergibt sich der eine oder andere Schwatz.»


Viele Jahre im Fussballclub aktiv


Daniel Leutwiler, Zeremonienmeister der Clique Schäflibach, kennt Bohnenblust seit seiner Kindheit. «Stephan ist ein bodenständiger Typ, der als langjähriger Geschäftsführer der Hans Bohnenblust AG weiss, wie man mit Menschen umgeht», sagt er auf Anfrage.

Auch wenn Bohnenblust nicht mehr in Urdorf wohnt, so ist er zumindest im Herzen ein Urdorfer. Viele Einwohner kennt er aus der Schulzeit oder durch sein Engagement im Vorstand des ortsansässigen Fussballclubs. Diesem war der Schirmherr 45 Jahre lang treu, bis vor zwei Jahren die Veteranengruppe mangels Mitglieder aufgelöst werden musste. Heute trainiert er mit einer zusammengewürfelten Truppe.

Dies dient ihm als Ausgleich zum Beruf. Seit gut 20 Jahren fertigt er im eigenen Unternehmen Schaltanlagen, wie sie in jedem Haus vorhanden sind. Das Unternehmen seines Vaters, dem ehemaligen Stadtpräsidenten von Dietikon, führt er gemeinsam mit seinem Bruder André.


Söhne sind keine Fasnächtler


Während der Fasnacht ist Bohnenblust oft im Mexikaner-Kostüm anzutreffen. «Dieses übernahm ich von einem Kollegen. Es ist zu meinem Markenzeichen geworden», sagt er. Für einen Maskenball nähte er mit seinen Kollegen auch schon eigene Clown-Kostüme, die sich so ähnlich sahen, dass er die Mitstreiter nicht mehr unterscheiden konnte.

Seine Fasnachtsbegeisterung konnte der Familienvater bisher nur teilweise weitergeben. «Dem älteren Sohn sagt die Fasnacht nichts», sagt er. Der 12-jährige Sohn allerdings sei beim diesjährigen Umzug in Dietikon auf den Geschmack gekommen.

Als Schirmherr sitzt Bohnenblust während dem Fasnachtsumzug auf einem Wagen und erzählt Unfug, wie er sagt. Auf den Umzug in Urdorf werde er sich nicht gross vorbereiten, weil er spontan auf die Situationen am Strassenrand reagieren möchte. «Es macht mir grossen Spass, wenn ich hin und her zündeln kann.» Beim Umzug in Dietikon habe das bereits gut funktioniert.


Er freut sich auf die Reisen


Besonders erwartungsvoll blickt Bohnenblust den Reisen entgegen, die er als Schirmherr machen darf. Schon in seinen Jugendjahren verbrachte er unter anderem mehrere Monate in Nordamerika und Australien. Sein Amt wird ihn nun ins deutsche Rheinbischofsheim und ins Wallis führen. Auf Empfehlung eines Kollegen wird er auch dem Urknall in Luzern beiwohnen. «Ich bin gespannt, wie die Fasnacht an anderen Orten gefeiert wird», sagt er. Bisher wisse er nur, wie es in den umliegenden Gemeinden zu und her geht.

Auf den Dietiker warten nun einige strenge Wochenenden. Er wird an vielen Veranstaltungen in Urdorf und Umgebung präsent sein. Trotz der vielen Verpflichtungen möchte er die Zeit als Schirmherr geniessen: «Dieses Amt bekleidet man nur einmal im Leben.» Er hofft, dass er in dieser Zeit die Clique gut repräsentieren wird und sich deren Mitglieder nicht zerstreiten.

Zudem freut sich Bohnenblust, wenn möglichst viele Narren nach Urdorf kommen. Je mehr Fasnächtler sich beteiligen, desto besser werde das Fest. Die Vorzeichen dafür stehen gut, denn: «Mehrere Leute haben mir bereits versichert, dass sie dieses Jahr mit dabei sein werden, weil ich als Schirmherr walte.»