ZSC
Es geht vorwärts: Das Eishockey-Stadionprojekt wird konkreter

Der Gestaltungsplan für die ZSC-Eishockeyarena in Zürich-Altstetten liegt ab Freitag öffentlich auf. Einwendungen kann jedermann einbringen.

Thomas Marth
Merken
Drucken
Teilen
So soll die geplante Sportarena der ZSC Lions einst aussehen. Der Gestaltungsplan liegt ab morgen öffentlich auf. Gabriella Cristaldi/KEY

So soll die geplante Sportarena der ZSC Lions einst aussehen. Der Gestaltungsplan liegt ab morgen öffentlich auf. Gabriella Cristaldi/KEY

KEYSTONE

Am 25. September 2016 haben die Stimmberechtigten der Stadt Zürich Ja gesagt zum Bau eines Eishockeystadions in Altstetten. Dabei ging es in erster Linie darum, ob die Stadt das Land an die ZSC Lions im Baurecht abgibt und um Beiträge der Stadt an Bau und Betrieb der Anlage. Der Ja-Anteil betrug 56,6 Prozent. Nun folgt der nächste Schritt, wie das Hochbaudepartement der Stadt Zürich gestern mitteilte. Der private Gestaltungsplan und die nötige Änderung der Bau- und Zonenordnung liegen ab Freitag bis und mit 14. Juni öffentlich auf.

Ziel: 2022 fertig

Einwendungen kann jedermann einbringen, erklärt Fabian Korn von der Medienstelle des Hochbaudepartements. Danach geht eine überarbeitete Fassung an den Gemeinderat – mit Referendumsmöglichkeit. Es folgt die Genehmigung durch die kantonale Baudirektion, auf welche die Rekursfrist folgt. Nach erfolgter Inkraftsetzung können die ZSC Lions beziehungsweise die ZSC Lions Arena Immobilien AG das Baugesuch einreichen. Rund 12 000 Zuschauer soll das Stadion fassen. Läuft alles wie erhofft, könnte es 2022 fertig gebaut sein.

Noch stehen auf dem Areal Schrebergärten, 120 von ihnen müssen weichen, was einem Drittel des Kleingartenareals Vulkan entspricht. Dieser Drittel heisst «Untere Isleren», für den Stadionbau ist eine Umzonung von der Erholungszone in die Zone für öffentliche Bauten nötig. Die dafür nötige Revision der Bau- und Zonenordnung (BZO) läuft parallel mit dem Gestaltungsplan.

Es handelt sich um einen privaten Gestaltungsplan, Verfasserin ist ZSC Lions Arena Immobilien AG. Jedoch waren die zuständigen Ämter involviert, erklärt Korn. Einige Artikel widmen sich zum Beispiel der Anzahl Parkplätze. 370 dürfen im betreffenden Areal dauerhaft erstellt werden. Im Normalbetrieb – also wenn kein Spiel stattfindet – dürfen aber nur 210 davon benützt werden. Im Normalbetrieb laufen etwa Trainings. Oder es findet Physiotherapie statt. Auch ein Stadion-Restaurant wird es geben.

150 Veloabstellplätze

Im Veranstaltungsbetrieb – also wenn ein Spiel stattfindet – dürfen maximal 1050 Autoparkplätze angeboten werden. Neben den 370 auf dem Areal kann die Betreiberin bis zum zulässigen Maximum weitere Abstellplätze in umliegenden Parkhäusern einbeziehen. Im Rahmen des Baugesuches wird sie dazu ein Veranstaltungskonzept einreichen müssen.

Während der ganzen Zeit müssen 150 sichere und gut zugängliche Veloabstellplätze zur Verfügung stehen. Hauptzubringer ist aber der öffentliche Verkehr. Die diesbezügliche Erschliessung gilt als gut. Die meisten Zuschauer dürften zu den Spielen über den Bahnhof Altstetten anreisen.

Die Unterlagen zur Auflage umfassen mehrere hundert Seiten, auch ein Umweltbericht gehört dazu. Sie sind im Amtshaus IV einsehbar oder abrufbar unter ww.w.stadt-zuerich.ch/hochbau, Kapitel «Öffentliche Auflage». Dort sind sie seit gestern aufgeschaltet.

Keine Fassadenbegrünung

Bei der Politik kam das Vorhaben bisher gut an. Ausser einem Teil der Grünen und der AL stimmten ihm im Gemeinderat alle Fraktionen zu. Darauf verweist auf Anfrage auch die Grüne Gemeinderätin Gabriele Kisker. Sie hat die neuen Unterlagen noch nicht vertieft studieren können. Aufgefallen ist ihr, dass keine Fassadenbegrünung vorgesehen ist. Das Areal zwischen Eisenbahnlinie und Autobahn sei hoch belastet. Die Massnahme würde daher sicher etwas bringen, sagt sie. Eine solche Vorgabe müsste nun noch in der Auflage einfliessen. Da es sich um einen privaten Gestaltungsplan handelt, wird ihn der Gemeinderat annehmen oder ablehnen, nicht aber abändern können. Kisker bedauert, dass die Stadt keinen öffentlichen Gestaltungsplan verfügte. Die Grösse des Projektes hätte es gerechtfertigt, sagt sie.