Wer zuletzt lacht...

Corona hat mehr Einfluss, als wir denken – es lässt uns nicht nur WC-Papier horten

Röstigraben: Eine Kluft, die die Guten von den Bösen trennt. Was das mit dem Coronavirus zu tun hat, lesen Sie im vierten Teil der Coronakolumne des Schlieremers Martin von Aesch.

Röstigraben: Eine Kluft, die die Guten von den Bösen trennt. Was das mit dem Coronavirus zu tun hat, lesen Sie im vierten Teil der Coronakolumne des Schlieremers Martin von Aesch.

Das Coronavirus macht vor nichts Halt, egal ob Grenze, Land oder Kontinent. Es hat sich innerhalb kurzer Zeit auf der ganzen Welt ausgebreitet – so auch in der Schweiz. Der Schlieremer Martin von Aesch erzählt, welchen grossen Graben das Virus sonst noch überwunden hat.

Er ist mir zwar nicht persönlich bekannt. Doch sein Werk kenne ich. Man munkelt, es sei bereits als Unesco-Kulturwelterbe vorgeschlagen. Wie er während Jahren gebuddelt und gebuddelt hat, um diesen riesigen Graben durch die ganze Schweiz zu ziehen, grenzt an Wahnsinn. Gut, er tat es im Auftrag des selbst ernannten Herrliberger Sonnenkönigs. Dass man dieses Werk trotzdem nach seinem Erschaffer benannt hat, ist nur logisch: Röstigraben. Eine Kluft, die die Guten von den Bösen trennt. Wobei nicht restlos geklärt ist, auf welcher Seite die Guten stehen. Da gehen die Meinungen auseinander.

Für uns alle bedeutet das, dass wir uns immer und immer wieder entscheiden müssen. Denn zum einen stellt sich Frage, was denn gut ist und was böse. Zum anderen aber müssen wir herausfinden, ob diejenigen, die wir eigentlich gut finden, auch das Gute vertreten. Eine Krux. Aufschluss geben könnten die Podiumsgespräche, die in regelmässigen Abständen vom Fernsehen ausgestrahlt werden. Doch wenn es bei diesen Gelegenheiten jeweils zu einem riesigen Hickhack kommt und sich die Kontrahenten beinahe die Köpfe einschlagen, ist eine Entscheidungsfindung schwierig. Vor allem wenn man – wie ich – nach wenigen Minuten das Fernsehgerät wieder ausstellt.

Vor einigen Wochen, es war knapp nachdem der Bundesrat die verschärften Massnahmen bekannt gegeben hatte, schaute ich trotzdem wieder einmal in die «Arena» rein. Und staunte Bauklötze! Die Präsidenten und Präsidentinnen aller grösseren Parteien waren sich einig: Der Bundesrat macht seine Sache gut. In einigen Situationen stellte sich Monsieur Levrat sogar hinter Aussagen von Herrn Rösti. Und umgekehrt gab dieser seinem Freiburger Erzfeind recht. Mir kamen beinahe die Tränen.

In diesem Moment, als sich Links und Rechts im übertragenen Sinn die Hände reichten, merkte ich, wie ernst die Lage ist. Trotzdem, meine Damen und Herren aus der Politik, wäre es toll, wenn Sie Herrn Röstis Bauwerk auch bei anderer Gelegenheit überwinden könnten, um echte Lösungen zu finden.

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